Industriestandort Slowakei

Das Durchschnittseinkommen (Bruttoverdienst je Vollzeitbeschäftigen) beträgt in der Slowakei  969 €  im Monat (Stand 2008; Quelle Stat. Bundesamt vom 26.04.2011)).
In der Hauptstadt Bratislava (Preßburg)  wird doppelt so viel verdient wie im Osten der Slowakei. Besonders junge Leute zieht es deshalb aus den übrigen Landesteilen in diese Stadt, in der auch die Arbeitslosigkeit am geringsten ist.

Die Slowakei wird sich von der Konjunkturabschwächung insbesondere in der Kfz-Industrie im Zuge der Finanzkrise nicht abkoppeln lassen.

Für 2009 erwartet man:

 

  • Wirtschaftswachstum  2,1 % (2007 = +14,4 %)

  • Inflationsrate 3,6 % (Stand März 2011)

  • Arbeitslosenquote 14,4 %  (2008 = 9,1 %) - Neben Lettland (18,7 %) die höchste Quote in der EU.

 

Maschinenbau und elektronische Firmen sind in der Slowakei, z.B. Siemens, sind stark vertreten.
Vor allem aber die Automobilindustrie ist (Volkswagen Slovakia AG, Peugeot und Hyundai)  das Rückgrat der Exportindustrie. Etwa 1 Mio. Autos werden pro Jahr gebaut - bei einer Einwohnerzahl von 5,5 Mio. werden pro Einwohner 106 Fahrzeuge gebaut. Das findet man nirgendwo sonst in der EU.

Der slowakische Industriearbeiter ist ein Unternehmertraum. Motiviert, flexibel, belastbar und dazu ausgesprochen billig. Gleich nach den baltischen Staaten werden in der Slowakei die niedrigsten Löhne innerhalb der EU bezahlt. Drei Schichten auch am Wochenende. Sieben Tage die Woche rund um die Uhr wird bei VW Slovakia gearbeitet.
(Die Zeit, 7. Sept. 2006, Nr. 37, S. 30).

Kein Wunder, dass außer VW auch andere Autokonzerne das kleine Bergland als Produktionsstandort entdeckt haben. Peugeot investiert in Trnava (Tyrnau), unweit des VW-Standorts Bratislava. 240.000 Autos sollen dort ab 2007 mit ca. 3.500 Mitarbeitern produziert werden. Und der koreanische Branchenaufsteiger Hyundai startete 2006 in der Provinzstadt Žilina (Sillein) in der Nordslowakei. Sein erstes europäisches Werk soll eine Jahreskapazität zunächst von 300.000 Fahrzeugen haben. 

Der "Karpatentiger"  Slowakei hatte die Beitrittskriterien erfüllt und gehört seit dem  1.1.2009 zum  Euro-Währungsverbund.

 

Bratislava liegt direkt an der Staatsgrenze zu Österreich (60 km nach Wien) und Ungarn. Die Grenze zu Tschechien ist ebenfalls nur ca. 60 km entfernt. Seit Juni 2006 verbindet ein Katamaran "Twin City Liner" dreimal täglich die Hauptstadt Wien mit der Hauptstadt Bratislava in nur 75 Minuten.