Krivánska Malá Fatra (Nördliche Mala Fatra), Slowakei

 

 

 

 

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Von der Kleinen Fatra bis zur West-Tatra

Im Jahre 2006 auf dem europäischen Fernwanderweg E3 - aufgezeichnet von Felix

 

Freitag 18.08.  Heidelberg Bratislava (Preßburg)

„Bärenfamilie hält Dorf in Atem“, so lautete die Überschrift eines Zeitungsberichtes des Mannheimer Morgen am 01. August 2006. Eine Bärin und ihre drei Jungen haben ihre Menschenscheu weitgehend abgelegt und verunsichern seit Wochen ein Dorf nahe der Kleinstadt Martin (St. Martin in der Turz) in der Mittelslowakei. Innerhalb weniger Tage hatten die Bären auf mehreren Bauernhöfen sechs Schafe gerissen. Die Situation erinnerte an den Fall des vor wenigen Wochen in Bayern erschossenen Braunbären „Bruno“.
Die Zeitungsnachricht stieß in unserer Wandergruppe auf großes Interesse, denn die diesjährige Fortsetzung auf dem europäischen Fernwanderweg E3 erfolgte von Martin aus. Spötter prophezeiten schon eine unangenehme Begegnung mit den Bären.

Am 18.08.06, spät vormittags, saß der harte Kern der E3-Wanderer, Wolfgang, Klaus, Harald, Eugen und Felix im Intercity von Heidelberg nach Stuttgart. Mit der S-Bahn war kurz vor 13:00 Uhr der Stuttgarter Flughafen erreicht.
Die Stimmung war bestens und ein gewaltiger Tatendurst war aus den Augen aller Teilnehmer zu erkennen. Abends war ein gemütlicher Bummel durch die Altstadt von Bratislava (Preßburg) geplant und die Vorfreude darauf war groß.


Es sollte jedoch nicht dazu kommen.
Als Wanderführer Wolfgang die in einem Reisebüro gekauften Buchungsbelege für den Flug Stuttgart nach Bratislava mit der SkyEurope am Flugschalter vorlegte, wurde ihm mitgeteilt, die Fluggesellschaft fliege seit dem 13. August 2006 von Stuttgart aus
nicht mehr nach Bratislava. Jetzt war guter Rat teuer. Wer aber unseren Wolfgang kennt, weiß, dass er gerade in schwierigen Situationen zu besonderer Form aufläuft. Innerhalb einer Viertel-stunde hatte er einen preisgünstigen „Last-Minute" -Flug mit der Czech-Airlines gebucht, seinBiergarten des Restaurants Ratsstuben in Leinfelden-Echterdingene Frau über das Malheur informiert und sie gebeten, das zuständige Reisebüro zwecks Regressansprüchen anzurufen. Spontan wurde dann beschlossen, die verbleibende Zeit bis zum Einchecken um 17:30 Uhr nicht im Flughafen zu verbringen.


Mit der S-Bahn fuhren wir nach Leinfelden–Echterdingen. In dem Restaurant „Ratsstuben“ wurden gerade von einem jungen Fotografen Bilder für eine kulinarische Illustrierte gemacht. Auch wir wurden fotografiert. Mit dem Lokal hatten wir eine sehr gute Wahl getroffen. Die Maultaschen mit Kartoffelsalat schmeckten ausgezeichnet.

Ansicht Hotel Arcus in Bratislava (Preßburg)Um 19:20 Uhr, viereinhalb Stunden später als geplant, flogen wir dann nach Prag. Nach einer Stunde Wartezeit, um 21:45 Uhr, waren wir dann wieder in der Luft nach Bratislava. Hier stiegen wir dann am Flughafen in zwei Taxen. Nach einer rasanten Fahrt mit weit überhöhter Geschwindigkeit, einmal waren 60 km/h erlaubt – der Tachometer zeigte aber 120 km/h, erreichten wir dann müde und erschöpft unser Hotel „Arcus“. Unruhig wurde es dann noch einmal zwischen 3:00 und 4:00 Uhr morgens, als ein verspäteter Hotelgast ohne Schlüssel lautstark Einlass begehrte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                             

 

 

 

Im Biergarten des  Restaurants Ratsstuben
Bernhäuser Str. 16
70771 Leinfelden-Echterdingen

Aufnahme vom
TR PhotoDesign
Thomas Rathay
D- 70563 Stuttgart

www.thomas-rathay.de
 

 

 

 

 

 

Hotel Arcus in Bratislava

Samstag 19.08. Stadtbesichtigung von Bratislava

Nach einem ausgiebigen Frühstück erwartete uns bei blauem Himmel Frau Zuzanna Kutlikova, unsere Stadtführerin, am Hotel.

Bratislava hat 460.000 Einwohner und ist eine boomende  Industrieregion in Europa. In früherer Zeit wurden in Bratislava drei Sprachen, deutsch, slowakisch und ungarisch, gesprochen.  Deutsche und Ungarn wurden 1945 vertrieben. Heute hört man in der Stadt jedoch wieder deutsch, slowakisch und englisch, welches ungarisch verdrängt hat.

Zunächst führte unser zweistündiger Rundgang mit Frau Kutlikova an der 111 m hohen Nationalbank vorbei. Dann ging es  zur historischen Altstadt. Über die alte Markthalle, das Angebot an Gemüse und Obst war nicht sehr üppig, gelangten wir zum Primaciálny paláce (Primatial-Palais). Der rosafarbene Prunkbau entstand 1777-81 als Stadtpalais des Erzbischofs von Esztergom und ist das größte klassizistische Gebäude der Slowakei. 1805 unterzeichneten hier die Vertreter Österreichs und Frankreichs nach der Schlacht von Austerlitz den Frieden von Preßburg.
Auffallend an dem Gebäude ist der große schwarze Kardinalshut auf einer Figur auf dem Dach.
Schräg gegenüber befindet sich das Hummel-Haus, das Geburtshaus des bedeutenden europäischen Barockkomponisten Johann Nepomuk Hummel (1778-1837). Hummel erhielt als 8-jähriger Bub zwei Jahre Musikunterricht bei Wolfgang Amadeus Mozart, später lernte er bei Joseph Haydn. Er komponierte Opern, 7 Konzerte für Klavier und Orchester, Kammer- und Kirchenmusik.

Der Gebäudekomplex des Stará radnica (Altes Rathaus) war unser nächstes Ziel. Es ist der Hauptsitz des Stadtmuseums und hier befindet sich auch der barocke Uhrenturm. Der Innenhof wirkt südländisch und ist mit Arkaden geschmückt. Das Rathaus bildet eine Seite des rechteckigen Hlavné námestie (Marktplatz).

Blick auf den Marktplatz/Hauptplatz von Bratislava

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er ist der zentrale Ort der Altstadt -  umgeben von schönen Gebäuden im Jugendstil mit Geschäften, Cafés und Restaurants. Tische und Bänke standen vor den Häusern und waren gut besetzt.  Ein napoleonischer Soldat lehnt an eine Parkbank auf dem Hauptplatz in BratislavaJetzt wurde uns bitter bewusst, wie schön der Altstadtbesuch am Vorabend wohl geworden wäre, wenn die Panne mit SkyEurope nicht stattgefunden hätte.

Blickfang auf der rechten Seite des Hauptplatzes ist eine Bank, an der ein napoleonischer Soldat (Bronzefigur) lehnt. Man meint, es sei Napoleon persönlich. Napoleons Armee griff Bratislava zweimal an und der französische Kaiser selbst besuchte die Stadt 1809.

In einigen Häusern rund um den Hauptplatz sieht man heute noch französische Kanonenkugeln aus diesen kriegerischen Jahren stecken.

Bratislava
(Preßburg)

 

Sehenswürdigkeiten:

Stará radnica
(Altes Rathaus)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Primaciálny paláce
(Primatial-Palais)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hlavné námestie
(Marktplatz)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Napoleonischer Soldat
Auf dem Marktplatz von Bratislava

Unser Wafü im Gespräch mit dem napoleonischen Soldaten auf dem Hauptplatz in BratislavaUnser Wanderführer behauptet, er stamme vom französischen Adel ab. Durch die französische Revolution sei dieses Adelsgeschlecht jedoch verarmt. Wie man auf dem neben stehenden Bild sieht, hat er mit dem napoleonischen Soldaten sofort Freundschaft geschlossen. Unstrittig ist auch, dass er adlige und ritterliche Tugenden besitzt.


In einer Seitenstraße standen wir dann plötzlich vor einerDer schöne Naci, ein Nobelstadtstreicher während des 2. Weltkriegs in Bratislava weiteren kuriosen Figur aus Metall. Der "schöne Naci" (Pekný Náci Ignác) – ein Denkmal für einen Bonvivant.  Er grüßt mit seinem Zylinder in der Rybárska brána. Ignác Lamar war ein bekannter Preßburger Gentleman, der während des 2. Weltkriegs sein ganzes Vermögen verlor, aber das Auftreten und die Manieren eines Herrn von Welt bewahrt hatte. Die Stadtbewohner versorgten ihn mit Essen. Er revanchierte sich und überreichte vorbeigehenden Damen Blumen.

 

 Der am meisten in Bratislava fotografierte Mann: Der Gaffer

An der Ecke der Straßen Panská und Rybárska brána sahen wir dann ein seltsames Straßenverkehrs-schild mit der Warnung „Man at work“. Darunter blickt aus einem Gullyschacht Čumil ("Der Gaffer“). Er gilt als der berühmteste und meist fotografierte Mann in Bratislava. Als stiller Beobachter  schaut er vorbeigehenden Frauen unter die Röcke. Dem Gaffer wurde bereits zweimal von Lieferwagen der Kopf  abgefahren, deshalb hat man das Warnschild "Man at work"Der Paparazzi ständig auf dr Lauer in Bratislava angebracht.

 

 

Der napoleonische Soldat, der schöne Naci, der Gaffer und der Paparazzi,  bereichern die Altstadt und sind mit die Hauptattraktionen für die Touristen.
Der Paparazzi steht vor dem gleichnamigen Restaurant an der Ecke Laurinská Straße in der pešia zóna (Fußgängerzone).

 

 

 

Weiter führte uns Frau Kutlikova am Slovenské národné divadlo (Slowakisches Nationaltheater) und am Slowakisches Nationaltheater mit GanymedbrunnenGanymed-Brunnen vorbei.
Über den Prachtboulevard Gork
ého, links war eine Mauer mit Erinnerungstafeln berühmter Persönlichkeiten, die Bratislava besucht hatten, z. B. Thomas Alva Edison (1841-1931) 1.100 Patente meldete er an und war damit der produktivste Erfinder seiner Zeit.

 

 

 

Dann erreichten wir rasch das Ende des alten Teils der Stadt und sahen die Donau mit der futuristischen Nóvý most (Neue Brücke).Die novy most (Neue Brücke) von Bratislava mit der Bratislavaer Burg im HintergrundNeue Brücke mit dem Mittelpfeiler, der wie ein gerade gelandetes UFO aussieht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Mittelpfeiler scheint ein UFO gelandet zu sein, dabei handelt es sich um in Café, von dem man aus den besten Rundblick auf Bratislava und Umgebung genießen kann.

Auf einem Felsen über der Altstadt thront das Wahrzeichen von Bratislava, die kantige Bratislavský hrad (Bratislavaer Burg) mit vier Türmen. Sie war lange Zeit auch ungarischer Regierungssitz. Dort befindet sich auch eine originalgetreue Kopie der Stephanskrone (König Stephan gründete im Jahre 1000 n. Chr. den ungarischen Staat).

An die alte Stadtmauer grenzt in Sichtweite der Burg der Dóm sv. Martina (St.-Martins-Dom). Im 14. Jh. begann man den gotischen dreischiffigen Dom zu errichten. Wegen der teilweisen Besetzung Ungarns durch die Osmanen wurden in der Zeit von 1563 bis 1830 hier acht ungarische Könige sowie einige ihrer GemaDer Martinsdom von Bratislavahlinnen gekrönt. Der Dom erhielt eine üppige barocke Ausstattung, um den aufwändigen Zeremonien den entsprechenden Rahmen zu verleihen. Auch Kaiserin Maria Theresia wurde hier zur Herrscherin über Ungarn gekrönt. Gerade unter ihrer Regentschaft entstanden in Preßburg viele bedeutende Bauten. Man sprach sogar von der „Vorstadt von Wien“.

Clementia und Justitia (Sanftmut und Gerechtigkeit) war ihr Lebensmotto, und das mit 13 Kindern.

 

Nach dem Dóm sv. Martina (St. Martins-Dom) zeigte uns dieDas letzte erhaltene Stadtor von Bratislava - das Michaelstor Stadtführerin das einzige - von ehemals vier - noch erhaltenen Stadttoren, das Michalská brána (Michaelstor). Auf der Spitze des 50 m hohen Turms thront die Statue des Erzengels Michael im Kampf mit einem Drachen. Die Ventúrska Michaelská –Straße war selbst am frühen Vormittag mit Fußgängern sehr belebt. Links und rechts reihen sich kleine Geschäfte und Straßenlokale auf.
Hier kommt keine Langweile auf.

 


An der WeinstubeDer Franziskaner-Mönch erinnert die Zecher an die beschränkte Öffnungszeit der Weinstube Veľki františkáni verabschiedeten wir uns von Frau Kutlikova und damit auch von der Altstadt und ihrem Flair. Nicht ohne einen Blick auf den Franiskaner-Mönch zu richten, der oberhalb des Weinlokals die Zecher daran erinnert, dass die Öffnungszeit im Lokal beschränkt ist und nicht vergessen werden soll, auch die gegenüberliegende Františkánsky kostol (Franziskanerkirche) zu besuchen.

Auf dem Weg zum Hlavná stanica (Hauptbahnhof) kamen wir an dem Barockschloss des Grafen Grassalkovičov paláce (Grassalovich-Palais)Der Grassalkovich-Palast - auch Presidenten-Palast -  am Randes der Altstadt von Bratislava (Preßburg) vorbei. Der Park im hinteren Teil ist für Besucher geöffnet. Heute residiert in diesem Palast der slowakische Präsident.

Anschließend fuhren wir mit dem Zug nach Vrútky. Dankbar waren wir über die reservierten Plätze, denn der Zug war mit Fahrgästen überfüllt. Überhaupt sind in der Slowakei Busse und Bahnen in der Regel sehr voll. Viele Leute haben kein Auto und die Fahrpreise sind günstig. In Vrútky wurden wir von einem Mitarbeiter des Berghotels Martinské Hole, oberhalb von Martin (St. Martin in der Turz), abgeholt.
Sehr angenehm überrascht Das Berghotel Martinske hole nach der Renovierung im Jahre 2006waren wir vom Erscheinungsbild des Hotels. Welch ein Kontrast zum Jahr vorher. Es war renoviert und außen und innen neu gestrichen. Vom fünften Stock aus war eine herrliche Aussicht bei dem schönen Wetter über Fichtenwälder hinweg auf die Berge der Westtatra. Niemand verschwendete noch einmal einen Gedanken an die „Sintflut“ vom letzten Jahr, wo Nebel und Regen keine Fernsicht ermöglichten.

 

 

Unser Wanderführer im Gespräch mit seinem "Exlandsmann"

 

 

 

 

 

 

 

 

Pekný Náci Ignác

Der "schöne Naci" Ignaz

 

 

 

 

 

Čumil  
(
"Der Gaffer“)

Hinweisschild: Man at work

Verkehrsschild für den "Gaffer"

 

 

 

 

Der Paparazzi

auf Lauer nach tollen Fotomotiven

 

 

 

 

 

 

 

 

Slovenské národné divadlo mit
Ganymed - Brunnen

(S
lowakisches Nationaltheater)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nóvý most
(Neue Brücke)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bratislavský hrad 
(Bratislavaer Burg)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Dóm sv. Martina
 (
St.-Martins-Dom)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Michalská brána
(Michaelstor)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veľki františkáni (Großer Franziskaner)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grassalkovičov palác
(Gra
ssalkovich-Palais)

Sitz des slowakischen Präsidenten

 

 

 

 

 

 

 

 

Berghotel
Martinské
Hole
Nach der Renovierun
g

Sonntag 20.08. Martinské Hole Strečno

Wahren Genuss von einer Reise hat nur der Fußwanderer“, stellte bereits in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts Karl Baedeker fest. Spaß an der Bewegung und der Reiz des Einfachen – zum Wandern braucht´s gar nicht viel, nur einen Fuß vor den anderen setzen, und dabei spürt man die elementaren Dinge des Lebens: Wärme, Kälte, Sonne und Regen. Verkehrslärm und viel Asphalt nerven uns Wanderer, genauso langes Gehen durch triste Wohnsiedlungen. Beste Wanderbedingungen bietet der Europäische Fernwanderweg E3. Stille, naturbelassene Wege auf Waldboden, Gras oder Erde, schmal, kurvig, abwechslungsreich und mit reichlich Ausblicken.

„Wandergenuss pur“ war auch heute endlich bei uns angesagt. Gut ausgeschlafen liefen wir zunächst von unserem Hotel (1.250 m) die Kurz nach dem Velka Luka sieht man unten im Tal die Stadt St. Martin in der Turzvom Vorjahr bekannte gelb markierte Asphaltstraße hinauf zum Sender Križava (1.457 m). Zu unserer Freude graste auch wieder die große Kuhherde mit Glocken um den Hals am Wiesenhang. Auf dem Kamm der Lúčanská Malá Fatra (Lutschauer Kleine Fatra), unweit des Gipfels Veľká Lúka (1.476 m), trafen wir dann auf den schmalen Höhenpfad des E3 und folgten seiner roten Markierung. Der Nebel lichtete sich langsam und gelegentlich hatten wir herrliche Aussicht auf die unter uns liegenden Täler,Heidelbeersammler auf unserem Weg nach Strecno Orte und entfernte Berge. Rispengras, Zwergkiefern, Heidelbeer- und Preiselbeerbüsche prägen die Landschaft.
Immer wieder stießen wir an diesem Tag auf Gruppen von Heidelbeersuchern, darunter auch auffallend viele junge Leute. Mit großen Drahtkämmen werden die Beeren von den Sträuchern „gekämmt“. Viele 10-Liter Eimer waren bis oben hin gefüllt. Die Drahtkämme sind in Deutschland und auch in der Slowakei aus Naturschutzgründen verboten.
In der Slowakei gibt es im Sommer fast in jedem Restaurant Heidelbeeren als Nachtisch, z.B. mit Palatschinken.
Am Berg Mincol in der Mala FatraÜber leichtes Gefälle ging es bergab in die Tannen- und Fichtenwaldzone, und danach begann der steile Aufstieg zum Gras bedeckten Minčol (1.364 m). Hier machten wir Rast und genossen die grandiose Rundumsicht. 
Auf dem Weitermarsch kurz danach besichtigten wir einige Flakgeschütze und Granatwerfer der slowakischen Partisanen aus dem Jahre 1944. Von hier oben aus konnte das strategisch bedeutende obereIn diesem Gebiet der Mala Fatra begann August 1944 der Aufstand gegen das Tiso-Regime in der Slowakei Waagtal – ein wichtiger Verbindungsweg zwischen Žilina (Sillein) und dem Osten – kontrolliert werden.

Kurz vor dem Sedlo Javorina (967 m) ging es dann sehr steil hinunter, Geröll und Baumwurzeln erschwerten das Wandern zusätzlich. Weiter abwärts war bald darauf der Pass Sedlo Rakytie (712 m) erreicht. Knie und Oberschenkel wurden dann im Schlussabschnitt durch das extreme Gefälle bis zu einer Teerstraße noch einmal stark belastet.

Ein frisches Starobrno-Pivo (Tschechisches Bier) hob jedoch wenig später in einer Gaststätte am Ortseingang von Strečno unsere Stimmung. Bei dem schönen Wetter konnte man im Freien sitzen und Penzion Irenka in dem kleinen Ort Strecno liegt direkt am Fluss Waagauch viele Einheimische waren unterwegs.
Übernachtet wurde in der Penzión Irenka, wo wir auf der Terrasse, direkt am Fluss Váh (Waag) gelegen, den Abend ausklingen ließen.

1.000 m Abstieg hatten wir heute bewältigt und wir schliefen wie die Murmeltiere.

 

                          Wanderetappe: 18 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von
der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

Vom Wanderweg (rote Markierung) Blick ins Tal nach St. Martin in der Turz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heidelbeersammler

 

 

 

 

 

 

 

Rundumsicht vom Berg Minčol

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Erinnerung an den Slowakischen Nationalaufstand
im August 1944

 

 

 

 

 

 

 

 

Penzión Irenka in Strečno

Montag 21.08.  Strečno Chata pod Suchým

Dort, wo die Waag sich tief in die Kleine Fatra eingegraben hat, entstand im 14. Jh. hoch über der Flussschleife die Burg Strečno. Die Strecno Burg hat im Laufe der Zeit schon öfters ihren Besitzer gewechselt. Sie galt als uneinnehmbar.Sie ist Blickfang und Touristenziel Nr. 1 in dem Ort. Betrachtet man die wehrhafte Burg auf dem steilen Felssporn vom gegenüber liegenden Waagufer aus, sieht man drei sich versetzt nach oben erstreckende Burgbereiche. Direkt unterhalb zwängt sich zwischen dem Fluss und dem Berg der Zug- und Straßenverkehr von Žilina (Sillein) in den Osten der Slowakei hindurch.
Im Mittelalter trieben hier Raubritter ihr Unwesen. Im 17. Jh. wurde in der Burg ein Aufstand gegen die Habsburger vorbereitet. Nach dessen Niederschlagung durch kaiserliche Truppen wurde sie gesprengt. Sie ist nationales Kulturdenkmal und seit 1993 für die Allgemeinheit zugänglich. Im Inneren befinden sich zwei Museen und allein schon wegen der wunderbaren Aussicht lohnt sich ein Besuch.
In Strečno gibt es auch eine Fußgängerbrücke und eine    
Gierseilfähre zum anderen Waagufer, wo sich auch ein Teil des Ortes befindet. Für uns stand heute noch ein besonderes Erlebnis bevor - eine Floßfahrt auf der Váh (Waag). Floßfahrt auf der Waag. Vor allem an den Wochenenden herrscht hier viel BetriebUm 10:00 Uhr morgens fuhren wir mit drei jungen Männern in einem Kleinbus etwa sechs Kilometer flussaufwärts. Dort bestiegen wir ein aus geschälten Fichtenstämmen zusammengezimmertes Floß von etwa 8 m Länge und 4 m Breite. Zusätzlichen Auftrieb erhält das Floß durch angehängte Fässer. Auf hölzernen Sitzbänken ohne Rücken- bzw. Armlehnen nahmen wir Platz. Unsere zwei Begleiter trugen jetzt eine slowakische Flößertracht. Einer übernahm das Steuerruder am Heck, der andere das Ruder am Bug. Nach wenigen Ruderschlägen befanden wir uns in der Mitte der Waag, die hier ungefähr 30 m breit ist. Schwimmwesten hatten wir keine bekommen, denn das Wasser ist jetzt im August je nach Wetterlage nur zwischen 40-60 cm tief. Gefährlich war die Fahrt also nicht.

Der Fluss windet sich jedoch durch mehrere Schlingen Flossfahrt auf der Waag. Harald hat das Ruder von dem Steuermann übernommenund in den Kurven, wo das Wasser schneller fließt, gibt es kleinere Stromschnellen. Überschwappendes Wasser und Wasserspritzer, je nach Sitzplatz, sind als Gaudi im Fahrpreis inbegriffen. Auch wir selbst durften kurzzeitig das Ruder übernehmen. Besonders unser Wanderführer und Harald legten sich mächtig ins Zeug. Überwiegend ließen wir uns aber von der Strömung langsam treiben. Fischreiher lauerten im Uferwasser auf Beute, auch viele Bachstelzen und einen Kormoran konnten wir beobachten. Ein Angler hatte seine Angelschnur ausgeworfen. Die mächtigen Felswände rechts und links des Tales zeigten deutlich, wie stark das Wasser im Laufe von Millionen das harte Gestein der Malá Fatra ausgewaschen hatte.
Wie ein Schwalbennest am steilen Berg wirkte die „Starý hradDie Stary hrad (Alte Burg) thront auf einem Felssporn über dem Fluss Waag (Alte Burg). Im 13. Jh. war sie Zentrum eines Herrengutes. Durch Umsiedlung des Geschlechts im 16. Jh. verfiel die Burg allmählich. Im Schlussteil der Floßfahrt wurde noch einmal die beherrschende Lage der Burg von Strečno deutlich. Eine Schar Gänse begleitete uns von der Anlegestelle ein Stück des Weges zur Pension zurück. Mit den Rucksäcken marschierten wir wenig später über die Fußgängerbrücke. Unter uns sahen wir Forellen im Wasser der Váh (Waag). Sie ist mit ca. 400 km Länge der längste Fluss der Slowakei und mündet bei Komárno (Komorn) im Süden des Landes in die Dunaj (Donau). Zügig schritten wir voran, denn es stand ein Aufstieg von 320 m auf 1.075 m bevor. Rechts rauschte die Waag, links wechselten sich Kartoffel-, Bohnen-, Erbsen-, Rüben- und Kleefelder ab. Unter zwei Eisenbahnbrücken ging es hindurch und dann recht bald steil einen engen Hangweg hinauf. Von der Stary hard bei Strecno hat man einen tollen Blick in das WaagtalEinen atemberaubenden ersten Ausblick auf das Waagtal hatten wir von der  Starý hrad (Alte Burg). Heute morgen genossen wir die Aussicht direkt tief unter uns vom Floß aus nach oben, jetzt nach unten. Wie Spielzeugautos sahen die Fahrzeuge auf der gegenüber liegenden Fahrstraße aus. Beim weiteren sehr steilen Aufstieg blieb uns die gute Sicht noch eine Weile erhalten, allerdings floss jetzt auch der Schweiß in Strömen. Nach einer Pause an einer Wegkreuzung fing es an zu regnen, 15 Minuten später sahen wir jedoch bereits durch die Bäume vor uns oben amUnser Tagesziel ist errreicht: Die Chata pod Suchym in der nördlichen Mala Fatra Bergabhang unser Tagesziel – die Hütte Chata pod Suchým (1.080 m). Wir erfrischten uns an kühlem Quellwasser aus einem hölzernen Rohr und ließen noch einmal den Blick in die Täler und auf die Fatra-Berge schweifen.
Die Landschaft steht seit 1988 unter Naturschutz und ist mit 226 km
2 als Národný park Malá Fatra (Nationalpark Kleine Fatra) eingestuft.
Übernachtet wurde im Blick zurück von unserm 3-Bettzimmer in Richtung Strecno und dem Fluss WaagDreibettzimmer, Strom und warmes Wasser fehlen. Um 21:00 Uhr wurde ein Dieselmotor, der bis um 22:00 Uhr Strom für die Beleuchtung liefert, angeworfen. Pünktlich um 22:00 Uhr geht das Licht aus. Gekocht wird mit Gasflaschen auf vier Herdplatten. Das einfache Speisenangebot, z.B. Suppen oder Gulasch mit Knödel, gab keinen Grund zur Klage. Im Dunkeln nachts die Holztreppe hinunter und den Flur entlang zum WC war ein hervorragendes Training, um alle Sinne zu schärfen.

Sehr interessant sind die menschlichen Begegnungen auf Berghütten, die aufgrund der Enge der Räumlichkeiten zwangsläufig zustande kommen. Am Spätnachmittag kamen wir mit einer Wiener Wandergruppe ins Gespräch. Auch die Österreicher sind wie wir von der Fatra und der Tatra begeistert und öfters hier unterwegs.
Die Hüttenwirtin teilte uns mit, sie habe schon öfters Braunbären aus der Ferne gesehen. In den harten Wintern seien auch schon Bärenspuren direkt an der Hütte im Schnee gesehen worden. Gestern sei in den Nachrichten gekommen, ein Braunbär habe einen 63-jährigen Wanderer ganz in der Nähe bei Ružomberok angegriffen und getötet.
Mir schien der Aufenthalt in der Baude ideal für stressgeschädigte, überreizte Menschen. Kein Fernsehen, Ruhe und viel Natur. Beim Holzhacken und Wandern käme auch die sportliche Fitness nicht zu kurz.

Wanderetappe: 8 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder der
Wanderung

 

Burg Strečno
beim gleichnamigen Ort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Floßfahrt auf der
Váh (Waag)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Steuermann Harald hat das Ruder übernommen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Starý hrad

(Alte Burg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Starý hrad (Alte Burg) Blick in das Waagtal

 

 

 

 

 

 

 

 

Chata pod Suchým

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick aus dem Fenster der Chata pod Suchým

Dienstag 22.08. Chata pod Suchým Vrátna Dolina

Eine Traumstrecke!
Für mich der Höhepunkt der gesamten Sommerwanderung. Der Aufstieg zum höchsten Gipfel der Kleinen Fatra, dem Veľký Kriváñ (1.709 m), bietet höchsten Wandergenuss.

Eier und Speck, unser Lieblingsfrühstück, und dazu war uns auch noch Petrus hold. Bei diesen idealen Ausgangsbedingungen waren wir nicht die Einzigen, die kurz nach 09:00 Uhr von der Berghütte aus aufbrachen. Im Eingangsflur, wo die Wanderschuhe aller Übernachtungsgäste in Regalen standen, herrschte rege Betriebsamkeit.
Zunächst schritten wir an einem Grashang eines Skiliftes mit sehr starker Steigung hinauf. Konditionell war unsere Truppe gut in Form, sodass schon nach 20 Minuten ein steiniger waldbedeckter Höhenpfad erreicht wurde. Kleine An- und Abstiege wechselten sich jetzt ab. Plötzlich war der Wald zu Ende und Aufstieg vom Sedlo Vrata zum 1.513 m hohem Stratencwir standen vor einer mächtigen sandigen Felswand. In Serpentinen ging es dann im Gänsemarsch hinauf zum Sedlo Vráta (1.462 m). Hinter uns sah man die Veľká lúka mit dem Sender Krížava und die Einschnitte des Waagtals, vor uns den Malý Kriváñ und den Veľký Kriváñ.

Der E3-Fernwanderweg verläuft hier oben direkt auf dem Kamm der Berge mit phantastischem Ausblick rundum, ein Wandertraum wird wahr. Durch Zwergkiefern führte uns jetzt ein Felsenpfad hoch zum Malý Kriváñ (1.671 m). An der Nordwand (links vom E3)Der Kammweg durch die nördliche Mala Fatra bietet viele Ausblicke befinden sich fast senkrecht abfallende Lawinenhänge. Oben gönnten wir uns eine kleine Ruhepause und genossen das zauberhafte Panorama, das umliegende Gebiet aus der Vogelperspektive. Wunderschön und gut überschaubar ist auch der Blick auf den weiteren Kammweg des E3 hinüber zum nur 38 m höheren Veľký Kriváñ. Auch zahlreiche andere Wandergruppen waren zwischen dem Kleinen und Großen Kriváñ unterwegs. Im Indianermarsch wanderten wir weiter auf Der Kammweg zum Krivan verläuft auf einem schmalen Pfaddem Grat des Berghanges entlang. Kleinere Felsgruppen mussten durchklettert werden. Nach einem kleinen Abstieg machten wir im Schutz von einigen Felsblöcken auf der Wind abgewandten Bergseite in einer Wiese Mittagspause.
Gut ausgeruht und tatendurstig traten wir dann zum Endspurt über einen lang gestreckten Steilhang hinauf zum höchsten Berg der Fatra an. Mit den anderen Bergwanderern hielten wir vom Schritt her gut mit und überholten sogar einige. ADer Große Krivan ist erreicht! Felix am Gipfelkreuzb einer Wegkreuzung, von der aus man die Bergstation der Seilbahn sah, gesellten sich auch viele Ausflügler zu uns. Eine wahre Völkerwanderung war an diesem Tag zum Gipfel unterwegs.
Die Hänge des Veľký Kriváñ bedecken großteils Wiesen, stellenweise auch Knieholz. Von den Aussichtsgipfeln können ein großer Teil der Nordslowakei und selbst die höchsten Bergspitzen Nordmährens (Altvater, Schneekoppe) bewundert werden.

Beim zehnminütigen Abstieg zur Seilbahnbergstation fing es langsam an zu regnen. Auf der Fahrt nach unten schüttete es dann aus allen Kübeln. Glücklicherweise befand sich die Chata Vrátna, unser Hotel, direkt an der Talstation.
Die Dusche war gewöhnungsbedürftig und auch nachts im Dunkeln zum WC zu tappen, hatten wir glücklicherweise bereits auf der Berghütte am Tag zuvor geübt. Am nächsten Morgen fand Klaus die Ursache. Ein Hauptstromschalter hätte vorher im Flur eingeschaltet werden müssen.
Zum Abendessen probierte ich das slowakische Nationalgericht Bryndzové halušky. Kartoffelnocken in Form schwäbischer Spätzle, die jedoch aus einem Teig à la Gnocchi gemacht werden. Sie werden mit frischer bryndza (Schafsfrischkäse) vermengt, den man auf Deutsch Brimsen nennt. Darüber kommt eine Portion Grieben, ausgelassener Schweinespeck. Es war ein gutes Abendessen.

Wanderetappe: 13  km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder der
Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Sedlo Vráta

auf den Stratenec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kammweg in der nördlichen Malá Fatra.

 

 

 

 

 

 

Auf und ab verläuft der Kammweg in der nördlichen
Malá Fatra.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gipfel des Veľký Kriváñ (Malá Fatra)
ist erreicht!.
Gipfelfoto mit Felix

Mittwoch 23.08.  Vrátna Dolina Štefanová

Es gibt nicht nur einen „schmutzigen Donnerstag“, auch ein Mittwoch kann richtig schmutzig sein.

Seilbahn vom Vratna - Tal auf die Berge der Mala FatraHeftige Regenschauer klatschten an die moderne Seilbahngondel, als wir morgens bei 8° C von der Chata Vrátna (750 m) wieder hinauf zur Bergstation (1.490 m) fuhren. Da wir die einzigen Fahrgäste waren – bei diesem schlechten Wetter kein Wunder – hatten wir schon befürchtet, die Bergbahn sei eventuell heute nicht in Betrieb. Jetzt bewährten sich unsere Gamaschen und die speziellen Regenponchos. Gestern herrschte noch beste Fernsicht, heute betrug die Sichtweite jedoch nur noch etwa 10 – 15 m. Nebel wohin man auch blickte. Hinzu kam ein starker Wind, der immer wieder neue Regenwolken und Nebelschwaden mitbrachte. Nach wenigen Schritten  erreichten wir den Pass Snilovské sedlo (1.524 m). Der Veľký Kriváň rechts hinter uns ließ sich in der Nebelwand nur erahnen. Wir bogen nach links ab (nach Nordosten) in den rot markierten E3-Kammpfad, auf dem Stangenmarkierungen die Orientierung erleichtern. Durch Knieholz (Krüppelkiefern), größere Felsgebilde und Gras ging es im Wechsel hinauf  zum Gipfel des Chleb (1.646 m). An steilen Lawinenhängen vorbei wurden nicht lange danach die Felsspitzen des Hromové (1.636 m) erreicht. Ganz kurz rissen jetzt die Nebelwände auf das Tal hin etwas auf und wir sahen den Ort Štefanová (625 m) und etwas oberhalb davon unser Etappenziel - das Hotel „Boboty“.
Auf dem steinigen Felsenpfad hinunter zur Wegekreuzung Poludňový
grúň (1.460 m) begegneten uns im dichten Nebel zwei schlecht ausgerüstete junge Männer. Am Stohové sedlo (1.230 m) endete der steinige felsige Wanderpfad und jetzt, am Fuße des Stoh (1.608 m), war das Gelände schlammig und damit sehr rutschig. Wenigstens löste sich jetzt weiter unten langsam der Nebel auf, es gab aber immer wieder Regenschauer.
Mal rechts, mal links von dem morastigen Hangpfad hangelten wir uns rutschend in Serpentinen von Busch zu Busch aufwärts. Unangenehme Erinnerungen an letztes Jahr – an den Aufstieg zum Veľká Lúka - wurden wach. Der weiche Boden hatte das viele Regenwasser aufgesaugt wie ein Schwamm. Nach ca. 15 Minuten zweigte links ein ganz schmaler Weg zum sedlo Medziholie (1.185 m) ab. Um die Rutschpartie zu beenden, beschlossen wir den Gipfel des Stoh auszulassen und der Abzweigung zu folgen.

Wir kamen aber vom Regen in die Traufe. Das viele Regenwasser konnte auf dem schmalen Pfad quer zum Berg nicht ablaufen. Riesige Pfützen, Schlammlöcher und viele Baumwurzeln Jugendliche aus Kattowitz in Polen auf Wanderung in der Mala Fatramachten das Gehen sehr unangenehm. Weitsprünge und große Schritte halfen kaum. Links vom Weg ging es steil nach unten und rechts steil nach oben. Bald waren unsere Schuhe, Gamaschen und Hosen mit Dreck und Schlamm völlig verschmutzt. Besonders Harald mit seinen leichten Wanderhalbschuhen zahlte Lehrgeld und holte sich bei einem Sturz eine blutige Schramme an der Stirn. Auch ich rutschte aus und fiel seitlich in den Schlamm, glücklicherweise auf den Rucksack. Größere glitschige Felsplatten mussten überquert werden. Am Anfang eines glatten, steil abfallenden Felshangs trafen wir auf junge Leute aus Kattowitz/Polen. Auch sie waren ganz verdreckt, erschöpft und kamen nur schwer voran.
15 Minuten später hatten jedoch auch die Polen und wir den Bergsattel Medziholie erreicht. Der Regen hörte nun wieder einmal auf und ein breiter Weg führte uns, wenn auch größtenteils auf rutschigem Gras,  rasch bergabwärts.

Die Felswände des Velky Rozsutec

Bald sahen wir hinter uns die mächtigen Felswände des Veľký Rozsutec (1.610 m). Gerade als ein starker Regenschauer die Schleusen des Himmels wieder öffnete, erreichten wir ein Gasthaus am Ortsrand von Stefanova. Ein frisches Bier hob sofort unsere Stimmung. Schnell war der kleine Ort durchquert und über einen Wiesenhang das große Hotel Boboty erreicht.
150 Gästebetten warten hier auf zahlende Kundschaft. Zu unserer großen Freude fanden wir vor dem Hotel an einem großen Eingang zum Dreisterne Hotel Boboty in StefanovaSteintrog einen Wasserhahn mit Schlauch und zwei grobe Bürsten, somit konnten wir einigermaßen sauber das Dreisternehotel betreten. Fünf Stunden waren wir heute gewandert. Die warme Dusche weckte schnell wieder unsere Lebensgeister und bestens gelaunt genossen wir dann den grandiosen Blick vom Balkon des Zimmers auf Štefanová
und die dem Hotel gegenüberliegenden Berge. Stoh, Hromové, Chleb und Veľký Kriváñ grüßten.

Von den zunehmenden Autoimmunerkrankungen – das Immunsystem greift den eigenen Körper an - scheinen wir nach dieser Schlammtour nicht gefährdet zu sein. Neueste Forschungen machen die hohe Sauberkeit und Hygiene des modernen Menschen dafür verantwortlich. Er kommt zu wenig mit Keimen und Bakterien in Kontakt. An diesem schmutzigen Mittwoch hatten wir unser Immunsystem bestimmt mächtig auf Trab gebracht.

Wanderetappe: 17 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder der
Wanderung

 

Seilbahn von der Chata Vrátna  auf die Berge der
Malá
Fatra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jugendliche aus Kattowitz in Polen auf Wanderung in der Malá Fatra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Felswände des Veľký Rozsutec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Tagesziel das Hotel Boboty in Štefanová

Donnerstag 24.08. Štefanová    Zázrivá

Štefanová ist der ideale Ausgangspunkt für Touren zum Rozsutec. Dieses Gebiet ist ein nationales Naturreservat. Geschützt wird ein Landschaftskomplex mit Schluchten, Wasserfällen, Felswänden und Klippen. Im Reservat findet man zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter mehrere Endemiten, d.h. nur hier vorkommende. Zum Reservat gehört auch das Klammsystem (Felsschluchten mit Wasserläufen) Diery, das aus zwei geschlossenen Teilen besteht: Dolné diery und Horné diery.

Sonnenstrahlen weckten uns im Hotel Boboty, herrliches Wander-wetter.
Die Felsenklamm Horné diery war heute eines unserer Tagesziele. Fast zeitgleich mit uns startete vom Hotel eine 15-köpfige deutsche Touristengruppe von Wikinger-Reisen.
Blick von Stefanova auf die Bergkette der Mala Fatra: Velky Krivan, Hromove, ChlebZunächst marschierten wir im Indianermarsch einen steilen Anstieg im Wald hinauf. Dann ging es am Waldrand auf Bergwiesen weiter. Wir genossen noch einmal den Blick auf Štefanová und unser Übernachtungshotel. Von 600 m im Tal bis hinauf zum 1.709 m hohen Veľký Kriváñ schweifte der Blick über das Bergmassiv.
Nach einem kleinen Abstieg besichtigten wir auf  einer Wiese eine offene Holzhütte. Im Inneren befinden sich eine Feuerstelle und HSchutzhütte oberhalb von Stefanovaolzbänke. Weiter abwärts erreichten wir dann hinter der Hütte eines Wandervereins den Einstieg in die Klamm. Der Wildbach führte um diese Jahreszeit nicht viel Wasser, etwa 10 cm. Kaskadenartig bahnt er sich seinen Weg durch das Massiv des Rozsutec. Geologisch besteht das Gestein aus Granit, kristallinem Schiefer (Gneise), Kalkstein und Dolomiten. Glitzern verriet auch öfters einen gewissen Erzgehalt.

Die steilen Felsen rechts und links, teilweise überhängend, sind im Hinblick auf Steinschlag nicht ganz ungefährlich. Zweimal kamen kleinere Steine herunter.Die Klamm Diery ist durch Leitern, Stahlseilen und Ketten gesichert Ein Helm kann deshalb sehr hilfreich sein. Der Aufstieg mit Hilfe von Ketten und Stahlseilen über bis zu 15 m lange Leitern erforderte Kraft und Schwindelfreiheit. Auf glitschigen schrägen Felsvor-sprüngen mussten wir langsam nacheinander emporklettern und der Blick nach unten sorgte automatisch für größte Vorsicht.

Außer den „Wikingern“ waren auch noch zahlreiche andere Touristen unterwegs. Vor den langen Leitern bildeten sich Schlangen, denn sie wurden in der Regel nur von einer Person betreten. Aufsehen erregte die slowakische Bergführerin der „Wikinger“. Sie hatte „Muskelpakete“ an den Beinen und Armen wie Baumstämme und hätte in jedem Bodybuilding-Wettbewerb vordere Plätze belegt. Die kühle Luft, das Rauschen des Baches, die Wildheit  und Urwüchsigkeit der Klamm erzeugt beim Besucher ein Glücksgefühl. Hinzu kam das Gemeinschaftserlebnis und die Erfahrung, stark genug zu sein, auch schwierigere Kletterstrecken zu bewältigen. Fast zwei Stunden dauerte der Anstieg in der Felsenschlucht und war einer der Höhepunkt der gesamten Sommerwanderung. Im oberen Teil erreichten wir dann eine große Bergwiese unterhalb des  sedlo Medzirozsutce (1.200 m) am FußeDer Maly Rozsutec ist nur wenige Meter vom Sattel Medziholie entfernt des Malý (Kleinen) Rozsutec (1.343 m) und des mächtigen Veľký (Hohen) Rozsutec (1.610 m). Ein idealer Platz für eine Mittagsrast bei traumhaftem Sonnenschein. Auch viele andere Bergwanderer u. a. die „Wikinger“ legten sich in die Sonne und genossen das herrliche Bergpanorama. Sonnencreme war bei jedem unbedingt notwendig.
Zu unserer Überraschung erreicht auch eine Gruppe mit zwei Hunden die Bergwiese, und zwar wie wir über die Leitern durch die enge Klamm. Wir nahmen zunächst an, dass die Hunde getragen worden waren, dabei handelte es sich um speziell ausgebildete Rettungshunde, die die Leitern aus eigener Kraft bewältigt hatten.

Eine halbe Stunde ging es dann einenSilberdisteln auf der Almwiese vor dem Berg Maly Rozsutec breiten Höhenweg entlang, auf dem wir wieder auf die E3 -Streckenmarkierung trafen. Die gute Aussicht blieb uns noch eine ganze Weile erhalten. Bergblumen wie Enzian und verschiedene Distelarten, u. a. die Silberdistel, standen in voller Blüte und lockten Schmetterlinge und Hummeln an. Bald mündete das rot-weiße Wanderzeichen rechts in einen schmalen, teilweise zugewachsenen Pfad ein.


Wir kamen an zwei etwa 50 Jahre alten Buchen vorbei, bei denen sämtliche Blätter an der Oberseite
Gallen aufwiesen.
Diese Gallen (Cecidien) sind abnorme Veränderungen von Pflanzenteilen wie Wucherungen, Verdickungen oder blasige Gebilde auf Blättern, an Stängeln oder Wurzeln. Auch an einer wilden Heckenrose war eine spezielle Form einer Galle zu sehen. Die charakteristischen Gallen der Gemeinen Rosenblattgallwespe treten etwa ab Mai an Blättern und anderen Organen verschiedener Wildrosenarten auf.

Kurz danach führte der E3 einen rutschigen, sehr steil abfallenden bewaldeten Berghang hinunter. Eigentlich für Wanderer ein unzumutbarer nicht ungefährlicher Abstieg.
Selbst Eugen, der mit seinen Wanderstöcken den Abhang bravourös und schnell meisterte, fand sich einmal auf dem Hosenboden wieder. Im Zick-Zack-Kurs von Busch zu Busch – mittlerweile haben wir darin schon Erfahrung – rutschten wir eine halbe Stunde abwärts. Hier fehlen Stahlseile und Serpentinen, um den Steilhang gut begehbar zu machen. Über Wiesen mit schönem Fernblick (sedlo Príslop nad Bielou 810 m) geht es anschließend weiter.
Jede Menge Pilze waren entlang des E3 Wanderwegs zu sehenIn einem Waldstück begegneten wir Pilzsammlern, eine Mutter mit ihrem Sohn und ihrem Vater. Die Frau sprach sehr gut deutsch und sagte, 2006 sei ein sehr gutes Pilzjahr. Sommersteinpilz, Maronen, Butter- und Birkenpilz, Hexenröhrling und Pfifferling wüchsen sehr zahlreich. Sie seien oft im Wald auf der Suche nach Beeren und Pilzen. Sie selbst und ihr Vater hätten sogar schon einmal in diesem Gebiet einen Bären gesehen.
Bald war der Wald zu Ende und über eine Kreuzung erreichten wir das Dorf Zázrivá am Rande der nördlichen Malá Fatra. Der Ort ist noch sehr bäuerlich geprägt. Ziegen, Hühner, Enten, Gänse und ein kleines Sägewerk waren zu sehen. Alte slowakische Holzhäuser mit blühenden Bauerngärten, besonders Ringelblumen und Klee, boten einen idyllischen Anblick. Apfel-, Birn- und Pflaumenbäume Ein Junge mit Futter für die Ziegen unterwegs auf der Haupstraße in Zazrivatrugen reichlich Früchte.
In einer Gaststätte direkt an der Ortstraße genossen wir eine Erfrischung und konnten dem dörflichen Leben zuschauen. Bürgersteige gibt es keine. Zwei Betrunkene, kamen jeweils innerhalb von 15 Minuten auf der Straße schwankend vorbei, besorgten sich neuen Stoff und überquerten die Straße geradezu lebensgefährlich. Der Alkoholis-mus scheint in dieser Region der Slowakei ein großes Problem zu sein.
Die Inhaberin des Hotels
Veľká Havrania holte uns dann mit dem Auto ab. Das Berghotel Veľká Havrania ist ca. 5 km von Zázrivá entfernt und liegt oberhalb eines Tals. Blick vom Berghotel Havrania auf die Mala Fatra mit den Bergen Stoh und Rozcutec
Zuerst mussten wir uns einmal an der schönen Aussicht satt sehen. Es scheint ein Wintersportparadies zu sein. Zwei Skilifte befinden sich in der Nähe. Nach dem guten Abendessen unterhielten wir uns noch etwas mit dem deutsch sprechenden Inhaber. Der dynamische Jungunternehmer umwirbt besonders deutsche Gäste. Durch die EU-Mitgliedschaft der Slowakei sieht er eine erhebliche wirtschaftliche Stärkung der einheimischen Gastronomie.

Wanderetappe: 16 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

Im Tal der Ort Štefanová, im Hintergrund die Berge der Malá Fatra mit dem Veľký Kriváñ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schutzhütte für Hirten oberhalb von Štefanová

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Klamm Diery ist mit Leitern, Kletten und Stahlseilen gesichert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenige Meter sind es vom Sattel Medzirozsutce zum Malý  (Kleinen) Rozsutec

 

 

 

 

 

Beobachtungstipp:


Schließen sich die Hüllenblätter bei Silberdisteln, dann ist Regen zu erwarten, bei Sonnenschein öffnen sie sich. Bereits ein fünf- bis zehnmaliges An-hauchen genügt, um die Aufrichtbewegung auszulösen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Galle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2006 war ein gutes Pilzjahr in den Bergen der Malá Fatra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Junge mit Futter unterwegs auf der Dorfstraße von Zázrivá

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund sind von links nach rechts die Berge Stoh, Veľký Rozsutec und Malý  Rozsutec

Freitag, 25.08.   Zázrivá    Dolný Kubín (Unterkubin)

Bei einem kurzen Rundgang frühmorgens unterhalb des Hotels fühlte ich mich an eine längst vergangene Zeit erinnert. Vor einem Holzhaus im alten slowakischen Baustil graste eine Kuh, die an einem Pfahl angebunden In den Dörfern der Slowakei überwiegen Holzhäuserwar. Eine alte Frau mit Kopftuch, ganz in Schwarz gekleidet, hackte Holz. Hühner suchten nahe am Haus nach Futter. An einer Schnur auf der Wiese war Wäsche aufgehängt. Der große Holzstoß vor dem Haus ließ erahnen, welche langen und strengen Winter in dieser Gegend herrschen.

Bei bedecktem Himmel, aber trocken, fuhr uns nach dem Frühstück wieder die Inhaberin des Hotels zurück in die Ortsmitte von Zázrivá. Auch ein Betrunkener war schon wieder unterwegs. Rasch waren wir am Ortsrand und es ging auf einer asphaltierten Straße aufwärts. Eine riesige Halle, ein Stall, offensichtlich von einer ehemaligen LPG, war leer. Eine halbe Stunde weiter oben hörte der geteerte Weg auf und es wurde im lichten Tannen- und Fichtenwald sowie auf Wiesen weiter gewandert.
Glockenklang machte uns auf eine sehr große grasende Hirte mit seiner Kuhherde unterhalb des Bergs MincolRinderherde aufmerksam. Ein älterer, wettergegerbter Hirte mit einem Hund bewachte die Tiere. Er erlaubte uns ein Bild von ihm zu machen. Seine Herde machte einen gut genährten und sauberen Eindruck und war wohl in dem großen Stall weiter unten untergebracht.
Etwas später fand ich die Knochen eines Hirschbeines. Hatte hier ein Bär einen Hirsch gerissen? An der Abzweigung Hlásna
skalka (928 m) machten wir eine kurze Pause, denn jetzt stand der steile Anstieg zum Minčol (1.396 m) bevor.

Von Zázrivá (600 m) aus hatten wir dann knapp 800 m Aufstieg bewältigt. Im dichten Fichtenwald führte der Weitwanderweg E3 nun einen schmalen Pfad hinauf. Nach einer Stunde war das größte Stück der Steigung bewältigt und wir erreichten schweißgebadet den Gipfel. Hier liefen wir bequem durch Heidelbeerbüsche und auf Wiesenterrain weiter.Am Berg Mincol verläuft der europäische Fernwanderweg nordöstlich nach Zakopane/ Polen Sendeanlagen und ein Skilift waren zu sehen. Eine gute Fernsicht belohnte uns für den anstrengenden Aufstieg.
Vom Berg Minčol /
Kubínska hoľa verläuft der europäischen Fernwanderweg E3 nordöstlich zur polnischen Grenze und umrundet anschließend die Vysoké Tatry (Hohe Tatra). Wir haben hier den E3-Weg verlassen und werden erst wieder am Dukla-Pass auf ihn treffen.

 

Dolný Kubín (468 m), unser Tagesziel, war weit unten in der Ferne zu Dolny Kubin - unser Etappenziel -ist bereits in Sichterkennen. Insofern mussten wir noch über 900 m lang hinunter marschieren. Leichter Regen setzte jetzt ein und es wurde unangenehm windig. Etwa 3 km abwärts befand sich jedoch die normalerweise bewirtschaftete „Chata na Kubínskej holi“ und wir freuten uns schon auf ein Essen. Als wir ankamen, renovierten Handwerker gerade Räume in einem Anbau. Im eigentlichen Gastraum fand ich den Vorarbeiter schnarchend am Tisch vor. Ich grüßte und fragte, ob es etwas zu essen und zu trinken gäbe. Er wachte auf und gab mir durch Zeichen zu verstehen, es sei geschlossen.


Sehr enttäuscht mussten wir wieder Schusters Rappen satteln und gerade jetzt regnete es auch noch stärker. Hinzu kam der schwer begehbare Pfad, der dicht mit Brombeerranken überwuchert war. Der Brombeerstrauch kann Waldgebiete sogar undurchdringlich machen und nur seine Früchte sind bei Wanderern begehrt. Dreimal hing ich im Dornengestrüpp fest und musste wieder zurück, um wieder neu vorwärts zu kommen. Endlich erreichten wir eine Teerstraße, die aber bei uns auch keine Wertschätzung genießt. Durch Wiesen und Felder –Fußgängerbrücke über den Fluss Orava in Dolny Kubin immer auf Asphalt – gelangten wir dann, am Schluss wieder im strömenden Regen, zum City Hotel Park in Dolný Kubín. Die Stadt hat 20.000 Einwohner und liegt am Fluss Orava, der nach 112 km in Kraľovany in die Váh (Waag) mündet. Besuchen sollte man die Fußgängerbrücke. Sie besteht aus Holzplanken, die an Seilen hängen. Als wir sie überquerten, begann sie fürchterlich zu schaukeln.

Dolný Kubín ist auch der Lebens- und Sterbeort des berühmten slowakischen Dichters Pavol Országh, der unter dem Pseudonym Hviezdoslav schrieb. Sein umfangreiches Werk enthält auch Übersetzungen von Goethe, Schiller und Shakespeare. Er selbst ist für Lyrik, realistische Dramen und Versepen aus dem slowakischen Volksleben bekannt.
Sein berühmtestes Werk ist der 1884 erschienene Roman „Hájnikova žena“ („Die Frau von Heger“). Erzählt wird das Schicksal eines jungen Waldhegers und seiner Frau Hanka aus den Karpaten. Ihr Glück wird durch einen zudringlichen Gutsbesitzersohn zerstört. Leider ist die Literatur Hviezdoslavs noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Etwas Einblick in das feinfühlige Lebensempfinden dieses Lyrikers vermittelt folgender Text:

  Lebst du denn Mensch, noch immer in dem Glauben,
  du seist zu Recht der Herrscher der Natur?
  Beherrsche dich erst selbst!
  Bezähme nur Gewalt und Macht!
  Dann kannst du dir erlauben, der wahren Freiheit Held zu sein.
 

Uneingeschränkt teilen wir seine Bewunderung, Achtung und Respekt der Natur gegenüber.
Erst wenn wir Menschen friedlich mit uns selbst und anderen umgehen, haben wir das richtige Gespür für den Umgang mit der Natur.

Wanderetappe: 20 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

 

In den Dörfern der Slowakei überwiegen Holzhäuser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zum Berg Minčol - Hirte mit seiner Kuhherde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Kubínska hoľa (Heide) am Berg Minčol haben wir den europäischen Fernwanderweg E3 verlassen

 

 

 

 

 

Unser Tagesziel -  Dolný Kubín -
ist im Hintergrund zu sehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fußgängerbrücke über dem Fluss Orava in Dolný Kubín

Samstag 26.08. Dolný Kubín (Unterkubin) Veľké Borové

Petrus war uns hold an diesem Tag.
Kurz nach acht Uhr marschierten wir wieder über die Orava, diesmal über die Hauptverkehrsbrücke. Im Fluss standen jeweils etwa 100 m versetzt Fliegenfischer mit langen Angelschnüren. Vorne befindet sich eine Fliegenattrappe und damit kein lebender Köder. Auch von der Brücke aus konnten wir im seichten Wasser Fische beobachten.
Mit dem Bus fuhren wir dann etwa 30 Minuten die Orava entlang nach Aussenansicht der Arwa-Burg vom Ort Oravsky PodzamokOravský Podzámok. Dort war die Oravský hrad (Arwaburg) unser Ziel. Sie ist eine der Hauptattraktionen der gesamten Region, ist auf einem steilen Felsen oberhalb des Dörfchens und des Flusses errichtet und bietet einen imposanten Anblick. Erbaut wurde sie als Grenzfestung zwischen den Königreichen Ungarn und Polen im 13. Jh. Im Mondschein bietet sie einen Grusel erregenden Anblick, für Draculafilme der ideale Ort. 1921 wurde hier der Film „Nosferatu“ von Fritz Murnau und auch 1979 das RemakeInnenhof der Arwaburg von Werner Herzog gedreht. Der Besucher benötigt gute Kondition, um die verschiedenen Terrassen zu erklimmen, auf denen die Burg im Laufe der Jahrhunderte errichtet wurde. Von der Romantik über die Renaissance bis zur Neugotik sind verschiedene Baustile erkennbar, je nachdem in welcher Zeit gerade gebaut wurde. Drei junge Leute, in einer alten slowakischen Volkstracht gekleidet, holten unsere Besuchergruppe am Eingangstor der Burg ab. Leider war die Führung nur auf Slowakisch. Durch drei Burgtore gelangten wir in den Haupthof. Eugen muss an den Pranger der Arwa BurgWunderschöne Räume wie z.B. die erste Burggalerie, der gemütliche rote Salon sowie der Jägersalon mit vielen Geweihen und Schnitzereien erwarteten uns. Im Korvinus-Palast bewunderten wir den Ritter-,  Wappensaal und die zweite Galerie. Gemälde der Adelsherren, z.B. Esterhazy, Wappen der Adelsgeschlechter, kostbare Schränke, Betten, Kachelöfen, Trachtenkleider und Waffen vermittelten einen guten Einblick in das Leben der ehemaligen Burgbewohner. Fast alle Tiere der Umgebung aus früherer Zeit konnten ausgestopft betrachtet werden, darunter Braunbär, Wolf und Luchs. Die  Folterkammer, das Gefängnis und die Zitadelle gehören zu den ältesten Teilen der Burg. Ganz oben auf der letzten Terrasse befinden sich eine Afrikaausstellung derMittelalterliche Musik mit Flöte und Geige in der Arwa-Burg Massai und ein Kinderland mit Zauberin, Gnomen und Märchengestalten. Die Ausstellung über die Massai scheint mir in dieser Burg weniger sinnvoll. Viel besser gefiel mir, dass zwei junge Mädchen in einem Wohnturm Flöte und Geige so ergreifend spielten, dass alle Besucher andächtig zuhörten.

Erobert wurde die Burg nie.  Ein Brand vernichtete jedoch im Jahre 1800 alle Holzteile der mittleren und unteren Burg. Nach der Erneuerung und Restaurierung der Burg von 1953-68 wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jährlich locken heute verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie z.B. Konzerte, Handwerkermärkte und eine Gespensternacht zahlreiche Besucher an. Auch an dem Tag unseres Besuchs war Hochbetrieb.

Nach der Besichtigung der Burg und einem Mittagessen fuhren wir wieder mit dem Bus nach Dolný Kubin zurück und danach zu dem höher gelegenen Ort Malatiná. Die Busse waren wie immer sehr voll, Teilstrecken mussten wir sogar stehen.

Von Malatiná aus wandertenWanderweg kurz vor Borove - im Hintergrund die West-Tatra wir dann einen wunderschönen Höhenweg entlang. Das sonnige Wetter ermöglichte eine traumhafte Aussicht auf die vor uns liegenden Berge der Westtatra, hinter uns waren Kriváň, Chleb und Stoh zu erkennen. Felder, Wiesen und Fichtenwälder wechselten sich ab. Erika und Wacholder wuchsen am Wegesrand. Nach einer Pause im weichen Waldgras bot sich nur wenig später ein malerischer Anblick. Eine große Schafherde überquerte vor uns mit klingenden Glöckchen den Weg. Ein Hund oder ein Schäfer war Schafherde vor den Chocske Gebirgeweit und breit nicht zu sehen. Durch einen dichten Fichtenwald mit vielen Fliegenpilzen erreichten wir danach eine große Bergwiese, von wo aus  wiederum beste Fernsicht herrschte. Unten im Tal grüßte uns das kleine Dorf Veľké Borové (übersetzt: Große Kiefer). Es ist ein Hufendorf. Die meisten Häuser stehen rechts und links der Ortsstraße. Ungefähr zwei Kilometer zieht sich der Ort hin. Mehrere Hunde kündigten unsere Ankunft an. Hühner mit einem Hahn befanden sich auf der Dorfstraße. Die Zeit Der kleine Ort Velke Borovescheint hier still zu stehen. Ein alter Mann trug einen Korb mit Gras in einen Stall. Auch in Borové stehen viele alte slowakische Holzhäuser. Die Häuser sind nicht mit Ziegeln, sondern mit Schindeln oder Blech gedeckt. Nur ein einziges Auto überholte uns bis zum Ortsende, wo wir in der Penzión Borovec Quartier bezogen. Im Freien erhielten wir zum Abendessen eine vorzügliche Gulaschsuppe serviert. Suppen muss man in der Slowakei extra heiß bestellen, sonst werden sie meistens wie landesüblich lauwarm gebracht. In der Abendsonne ließen wir den Tag noch einmal gedanklich Revue passieren und der schöne Sonnenuntergang war für alle ein Genuss.

Wanderetappe: 9 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

 

 

Im Ort Oravský Podzámok steht auf einem 112 m hohem Felsen die Oravský hrad (Arwa-Burg)

 

 

 

 

 

 

Haupthof der
Oravský hrad
(Arwa-Burg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eugen wurde in der Arwa-Burg an den Pranger gestellt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzert im Wohn-turm der Arwa-Burg

 

 

Türklopfer am Eingangsportal zur Arwa Burg

Türklopfer am Hauptportal der Arwa-Burg

 

 

 

Blick auf die Západné Tatry (West-Tatra)

 

 

 

 

 

 

 

Schafherde ohne Schäfer - im Hintergrund das Gebirge:
Chočské Vrchy

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor uns unser Tagesziel - der Ort: Veľké Borové

Sonntag 27.08. Von Veľké Borové durch die Klamm:
Prosiecka dolina und  Kvačianska dolina 

Beste Stimmung am Frühstückstisch. 15 knackige WürstchenKlaus schlägt beim Frühstück zu! lachten Klaus verführerisch an und unser Kletterspezialist griff wacker zu.
Beim Grillfest hatte er sich in der Streitsdöll in Oberscharbach im Odenwald von einem 15 Meter hohen Granitfelsen senkrecht in die Tiefe abgeseilt und gilt seitdem als der Reinhold Messner der Wandergruppe. Auch heute stand eine zweifache Schluchtendurchquerung bevor, wobei er mehrfach seine Kletterkünste, Kraft und Gewandtheit unter Beweis stellte.

Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir zunächst über Wiesengelände leicht aufwärts bis zur Wegkreuzung Kubín (1.000 m). Ein alter Bauernhof, wohl eine ehemalige LPG, am Wegesrand bot einen sehr renovierungsbedürftigen Eindruck. Das schöne Wetter lockte an diesem Tag auch viele Einheimische in die Die Prosieka dolina ist mit Leitern gesichertNatur, u. a. waren viele Familien mit Kindern unterwegs. Etwa 400 m Abstieg mussten jetzt von uns durch die Prosiecka dolina, eine Felsenschlucht, bewältigt werden. Rechts und links befinden sich hohe Steilfelsen, die teilweise bedrohlich wirken. Über eiserne Leitern, an Ketten und Stahlseilen kraxelten wir das Gefälle eines Trockenbachs hinunter. Wassertümpel ließen wohl im Herbst oder im Frühjahr höhere Wasserstände erahnen. Überall lagen Felsbrocken unterschiedlicher Größe herum. Sie bestehen aus sehr hartem Kalk- und Dolomitgestein. Von kleinen Felsplattformen hatte man gelegentlich einen guten Ausblick auf die Felsengipfel oben und auf den weiteren Schluchtenverlauf nach unten. Nach etwa 30 Minuten begleitete uns Bach im unteren Verlauf der Prosieka dolinaein munter rauschender Bach, der aus einer Karstquelle unter einem hohen Felsen entspringt. Mehrfach musste er auf kleinen Steinen überquert werden.
Am Ende der Schlucht wurden die Besucher auch auf Deutsch an Hinweisschildern über die Entstehung der Felsenschlucht informiert. Weiter ging es dann links am Waldrand eine sandige Wiese hinauf. Einer Vielzahl von Käfern, Heuschrecken, Grillen, Schmetterlingen und Eidechsen bot sich hier ein idealer Lebensraum. Viele Hecken bildeten wiederum beste Lebensbedingungen für Vögel, u. a. sah ich Zaunkönige und sogar einen Neuntöter. Dieser Vogel spießt viele seiner Beutetiere wie z.B. Heuschrecken, Käfer, Fliegen und Bienen an Zweigen auf und legt sich dadurch einen Nahrungsvorrat an.


Glockenklang aus der Ferne in den Wiesen machte uns auf grasende Kühe aufmerksam. Etwas unterhalb einer Anhöhe machten wir unser heiß ersehnte Mittagspause und erfreuten uns an der Die West Tatra und Niedere Tatra ist im Hintergrund zu erkennen

schönen Fernsicht auf die West-Tatra und Niedere Tatra, sowie auf zwei kleine Dörfer im Tal unter uns.


Weiter abwärts ereichten wir nach dem Überqueren eines Bergbachs auf einem schmalen Baumstamm einen Parkplatz an einer Teerstraße die vom Ort Kvačany 610 m herführte. Mit Bussen und PKWs waren viele Ausflügler angereist, um die breite, bewaldete Schlucht Kvačianska dolina mit dem Gebirgsbach zu besichtigen. Ein Bus hatte sogar ein Kennzeichen aus Šumperk (Mährisch Schönberg) in Tschechien. Ein breiter, gut begehbarer Waldweg führte uns zügig weiter, teilweise steil aufwärts.
Zahlreiche Ausflugsgruppen kamen uns  entgegen oder wurden von uns überholt. Immer tiefer verschwand links unten der rauschende Bach. Am Wegesrand konnte man sich über die hier lebende Flora und Fauna anhand von Schildern informieren. Hirsche, Wildschweine und Orchideen kommen vor. Für Medved, den Braunbären, soll es Am oberen Ende der Schlucht: Holzmühle Oblazydas ideale Biotop sein. Über einen abwärts führenden Pfad marschierten wir dann hinunter zum Wasser und erreichten dort die hölzerne Wassermühle „Oblazy“.

 

Einige Holzschuppen und -ställe sowie das alte Mühlengebäude stehen hier. Eine Gattersäge, die von Wasser angetrieben wurde, weckte unser Interesse. Einige junge Leute haben sich im Wohnraum der Mühle häuslich eingerichtet. Getränke gab es jedoch keine zu kaufen. Attraktion für die jungen Besucher waren zwei große weiße Ziegen, die mehrfach auf einem schmalen Brett Gastraum unserer Pension Borovecden Bach überquerten.
Zwanzig Minuten später hatten wir wieder etwas aufwärts unsere Pension vom Vortag in
Veľké Borové (893 m) erreicht. Hier lernten wir dann Siegfried Wagner und seine Bekannte Tatjana kennen. Sie sprechen sehr gut deutsch, waren an diesem Tag Pilze suchen gewesen und hatten einen großen Korb voll mit Sommersteinpilzen, Ziegenlippen und Maronen gesammelt. Spontan lud uns Siegfried abends zu sich nach Hause ein.
Er besitzt in Bratislava eine Mietwohnung und arbeitete dort als Musiklehrer bis zur Rente. Vor vielen Jahren hat er sich ein altes Holzhaus in
Veľké Borové gekauft und es sich mit Hilfe von Freunden schön hergerichtet. Besonders das Bad ist eine Augenweide. Tatjana arbeitete viele Jahre im Ausland, u. a. in Bagdad, im diplomatischen Dienst, wo sie auch heute noch in BratislavaSiegfried bietet uns seinen selbstgemachten Heidelbeerwein an beschäftigt ist. In Siegfrieds Haus lernten wir herzliche slowakische Gastfreundschaft kennen. Beide sind perfekte Gastgeber. Zunächst zeigte uns der Hausherr die Räumlichkei-ten und dann wurden wir ins Wohnzimmer gebeten.

 

Bei selbst gemachtem Heidelbeerwein wurde es ein gemütlicher Abend. Siegfried verriet uns sein Rezept: 1 Liter Heidelbeeren, 1 Liter Rum und 1 Pfund Zucker. Nachahmern wird empfohlen, nicht zu viel davon zu trinken, denn das Getränk hat es im Hinblick auf seinen Alkoholgehalt in sich. Als weitere Spezialität servierte uns Tatjana die frisch gesammelten Steinpilze, die ausgezeichnet schmeckten.


Zur Zeit des KommunSiegfried spielt auf der Hirtenflöte (Fujara)ismus hatte Siegfried Wagner wegen seines Namens große Schwierigkeiten und musste einen slowakischen annehmen. Erst nach der Wende durfte er wieder unter seinem alten Namen leben.
Als Höhepunkt des Besuchs spielte uns der Gastgeber etwas auf der slowakischen Hirtenflöte, der Fujara, vor. Das Instrument ist etwa 180 cm lang und hat am oberen Ende - dem Kopf - ein etwa 40 cm langes Verlängerungsstück. Dieses Mundstück ist mit einem Lederriemen befestigt. Der Klangkörper der Flöte wird in der Regel aus jungem Holunderholz gefertigt und ist mit traditionellen Ornamenten der slowakischen Kultur verziert. Im unteren Drittel des Klangkörpers sind drei Löcher. Die Flöte wird auf der Naturtonleiter gespielt. Je nach Blasstärke verändert sich die Höhe des Tons. Der schwermütige Klang weist auf das harte Leben der Hirten im Gebirge hin.

Wanderetappe: 18 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

Die Tour scheint anstrengend  zu werden:
Klaus schlägt zu!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wanderweg
durch die
Prosiecka dolina

ist mit Leitern und Ketten gesichert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bach durch die
Prosiecka dolina

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hintergrund Berge der West-Tatra und
Niedere
Tatra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die hölzerne Wassermühle Oblazy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gastraum unserer Penzión Borovec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegfried lädt uns zum Testen seines Heidelbeerweins ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegfried spielt auf der Fujara
(Hirtenflöte)

Montag 28.08. Veľké Borové   Zuberec

Auch heute erwartete uns blauer Himmel und Sonnenschein. Beim Frühstück lachte uns wieder eine größere Menge Würstchen an und so gestärkt wanderten wir zunächst die Ortsstraße entlang zu Tatjana und Siegfried.

Vor Siegfried Haus in Borove: Klaus, Harald, Felix, Eugen, Tatjana, Siegfried

Sie begrüßten uns wieder sehr herzlich und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal für die Einladung vom Vortag und die Gastfreundschaft bedanken. Auch Siegfrieds berühmter Heidelbeerlikör machte wieder die Runde, wurde von uns diesmal jedoch nur vorsichtig genossen, da uns die Wirkung bekannt war. Zum Abschied spielte Herr Wagner noch einmal auf der Fujara. Beim Weitermarsch auf einer Bergwiese hinauf hörten wir noch eine ganze Weile den schwermütigen fremdartigen Ton des Instruments. Von einer Anhöhe aus bot sich ein herrlicher Rundblick über das Dorf und die umliegenden Berge. Eine große Schafherde weidete am gegenüber liegendenKuh mit dem Namen unseres Wanderführers Berghang.
Vereinzelt sah man auch Kühe. Auch in der Slowakei haben die Kühe einen Namen, dass dieser aber identisch ist mit unserem Wanderführer, dürfte doch einmalig sein.

Die großflächigen Bergwiesen sind für Viehherden der ideale Standort. Die Tiere haben Auslauf und ohne sie würde der Wald sich immer mehr ausbreiten. Ohne Kunstdünger und Pestizide haben hier auch die selten gewordene Pflanzen wie Enzian, Herbstzeitlose, Kuhschelle und Disteln eine Überlebenschance.
Auch einen roten Milan konnten wir bei seinem Suchflug nach Beute beobachten. Im Jahr 2000 wurde er vom Naturschutzbund Deutschlands zum Vogel des Jahres gewählt, da sein Bestand gefährdet ist. Jeden kleinsten Aufwind nutzt dieser Meister der Lüfte. Mäuse, Regenwürmer, Ratten und Kleinvögel bilden den Hauptanteil seiner Nahrung. In der ruhigen abgeschiedenen Umgebung von
Veľké Borové findet er noch günstige Lebensbedingungen.

Weiter liefen wir dann eine längere Strecke einen breiten Höhenweg entlang, bevor es sehr steil im dichten Fichtenwald zum Kopec (1.251 m) hinauf ging. Von hier aus schritten wir etwa eine Stunde im Wald leicht abwärts weiter bis zur Abzweigung Prieková (1.165 m).
Hier am Waldrand ist eine ausgezeichnete Fernsicht auf die Westtatraberge, wo die polnische Grenze verläuft und wo sich nicht  Zuberec und die West-Tatra Berge im Hintergrundweit weg der berühmte polnische Wintersportort Zakopane befindet.
Spontan beschlossen wir auf einem Stapel von Baumstämmen Mittagspause zu machen. Ganz weit unten im Tal sahen wir auch schon unser Tagesziel, das Dorf Zuberec.
Gut erholt traten wir dann die Schlussetappe über eine abschüssige Kuhweide an. Dunkle Regenwolken tauchten jetzt am Himmel über dem Tatramassiv auf und wir befürchteten schon, unser Hotel  nicht mehr trocken zu erreichen. Doch Petrus war uns heute hold und der Himmel öffnete seine Schleusen erst später. Kurz hinter dem Ortseingang von Zuberec erwartete uns eine Überraschung. Aus dem Lautsprecher eines Andenkenladens erscholl die Melodie „Wo die Nordseewellen schlagen an den Strand…

Gesungen wurde es auf Slowakisch. In bester Laune tanzten wir dazu eine Weile auf der Straße, einige Einheimische schauten lachend zu.

In einer Seitenstraße überholte uns ein Unsere Übernachtungs-Pension Antares in ZuberecTraktor mit einem Anhänger, auf dem ganz hinten ein sehr dicker Mann saß. Plötzlich hörte ich einen Schrei und sah den Dicken quer auf der Straße liegen. Er war vom Anhänger gefallen. Der nachfolgende Bus konnte gerade noch rechtzeitig stoppen, um ihn nicht zu überfahren. Weiter vorne hielt Eugen den Traktorfahrer an und mit dessen Hilfe trug ich den  schweren lautstark schimpfenden Mann an den Straßenrand. Wegen seines vielen Specks war er glücklicherweise außer einigen Hautabschürfungen nicht verletzt. Kurz darauf erreichten wir unsere Übernachtungspension „Antares“. Kaum hatten wir die Haustür geschlossen, fing es Den Gipfel des Sivy vrch wollen wir ersteigendraußen fürchterlich an zu regnen. Auch der Wetterbericht verhieß für den nächsten Tag nichts Gutes. Deshalb war es fraglich, ob wir am nächsten Tag die geplante sechsstündige hochalpine Tour auf den Sivý vrch 1.805 m Höhe durchführen könnten. Als Alternative kam bei Regenwetter der Besuch des Museumsdorfs Oravskej dediny in Frage.

Wanderetappe: 17 km

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

 

 

Vor Siegfrieds
Haus in

Veľké
Borové:

Klaus, Harald, Felix, Eugen, Tatjana und Siegfried

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Außergewöhnlich!
Kuh mit dem Namen unseres Wanderführers

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuberec mit den West-Tatra-Bergen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pension Antares
in Zuberec

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gipfel des
Sivý vrch (rechts im Hintergrund) ist unser Ziel für den nächsten Tag

Dienstag 29.08. Zuberec Liptovský Mikuláš

Die Wetterfrösche behielten recht!
Es regnete den ganzen Tag über, teilweise auch sehr heftig. Die Höhentour ins Ostrý Roháč Massiv, das als Nationalpark ausgewiesen ist, musste also leider ausfallen.

Hinweisschild zum Museumsdorf Oravskey dedeinyNach dem Frühstück wanderten wir im strömenden Regen auf einem kleinen Waldweg parallel zur Fahrstraße in das 3 km entfernte Museumsdorf Oravskej dediny.
Hier befinden sich etwa 30 charakteristische Bauernhaustypen der Oravaregion. Sie stammen aus dem 17.-, 18.- und 19. Jh. und sind in einem malerischen Bergwaldgelände aufgebaut. Mitten hindurch fließt ein schäumender Wildbach. Glockenturm, Kirche, Imkerei, Schmiede, Schule, Töpferei, Stallungen, Wohnungen, Mühle mit Mühlrad, alles war aus Holz.

Zu besichtigendes Haus im Museumsdorf Oravskej dediny

 

 

Auch die landwirtschaftlichen Geräte, Werkzeuge, Behälter, Teller und Löffel bestehen aus diesem Material. Reiche Bauernhäuser wechseln sich mit Gebäuden von sozial schwächer gestellten Personen, z.B. Knechten, ab. Die Wände und Decken bildeten quer aufeinander genagelte Balken. Die Ritzen zwischen den Balken wurden mit Moos, Reisig und Erde abgedichtet. Im Mittelpunkt der Wohnungen stand immer eine Feuerstelle, jedoch ohne Kamin. Der Rauch wurde aus der Wohnung in den Speicher geleitet und dort sogar zum Räuchern von Fleisch verwendet.


Die Innenansicht eines Hauses im Museumsdorf Oravskej dedinyDächer der Häuser sind geschindelt. Kleine Fenster und niedrige Türen waren die Regel. Hölzerne Nägel am Eingang sollten Glück bringen. In einigen Ställen waren Pferde und Ziegen untergebracht. Gänse liefen auf den Wegen am Bach entlang. Auch die Leinenherstellung aus Flachs wird anschaulich in einer Holzscheune dargestellt. Aus einem Ziehbrunnen holte Klaus mit Hilfe eines Schlegels einen Eimer Wasser heraus.

 

Trotz der Idylle erhält der Besucher einen tiefen Einblick in das dörfliche Leben in früherer Zeit. Es war ein schweres und Andenken im Souvenierladen im Museumsdorf Oravskej dedinyauf die Existenzbedürfnisse ausgerichtetes Leben, das besonders im Winter sehr entbehrungsreich war.

Touristen können heute in verschiedenen Souvenirläden Keramik, Holzartikel und Textilien aus Leinen erwerben. Der heiße Tee  in einem kleinen Café tat uns bei dem Schmuddelwetter besonders gut.

Nach der Rückwanderung in die Pension Antares erlebten wir wieder eine Überraschung. Ein älteres gelbes Postauto der deutschen Bundespost fuhr vor. Es war unser Taxifahrer. Sein Sohn lebt und arbeitet in Deutschland und hatte seinem Vater dieses Auto besorgt. Die Fahrt mit dem Taxi führte an dem großen Stausee Liptovská Mara der Waag vorbei. Ausflugsboote waren auf dem Wasser und Campingplätze am Ufer zu sehen. Ziel war das Horský Hotel Mních (Berghotel Mönch). Es ist ein Zwei-Sterne-Hotel, ungefähr 5 km außerhalb von Liptovský Mikuláš (Liptauer St. Nikolaus). Innerhalb undBerghotel Mnich bei Liptovski Mikulas in der West-Tatra außerhalb des Hotels stehen mehrere Mönchsfiguren, die an einen nahen Felsen erinnern. Für mich war es das beste Hotel auf der gesamten Sommerwanderstrecke 2006. Besonders die Küche ist ausgezeichnet. Wolfgang ist auch sehr begeistert und hat deshalb sogar schon für die Sommertour 2007, die wir im Hotel Mních beginnen werden, ein spezielles Brötchen am Frühstücksbüffet reserviert. Harald bewies dann abends beim Billard- und Tischtennisspiel seine Extraklasse. Im Fernsehen liefen, da heute Nationalfeiertag war, Partisanenfilme während des slowakischen Nationalaufstands 1944.

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

 

Hinweisschild zum
Museumsdorf 
Oravskej dediny

 

 

 

 

 

 

 

Eintrittskarte für das Museumsdorf Oravskej dediny

Eintrittskarte für das  Museumsdorf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andenken in einem Souvenirladen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel

Horský Mních

Mittwoch 30.08.  Liptovský Mikuláš,  Freiheitshöhle

Nach einem umfangreichen Frühstücksbuffet fuhr uns ein Angestellter des Hotels Mních ca. 6 km in das städtische Zentrum der Tatra-Region, die 34.600 Einwohner zählende Stadt Liptovský Mikuláš. Ihr Name geht auf den heiligen Nikolaus zurück. Wir quartierten uns im Hotel „Steve“ ein und unternahmenSankt Nikolaus Kirche in Liptovsky Mikulas anschließend einen Bummel durch Fußgängerzonen zum  Hauptplatz Námestie osloboditeľov in der Nähe der St. Nikolaus-Kirche. Ein kleiner Wasserkanal mit Wasserspielen, Wassertreppen, Blumenrabatten und Bänken laden zum Verweilen ein. Am historischen Stadtplatz befindet sich das sehenswerte Múzeum Janka Kráľa (Janko-Kráľ-Museum). Eine Abteilung widmet sich dem Dichter der Romantik Janko Kráľ.     Andere Räumlichkeiten informieren über den Rebellen und Nationalhelden der Slowakei Juraj Jánošík. Im Gebäude war früher das Schiedsgericht der Region untergebracht. Deshalb können hier auch schaurige Folterinstrumente und der Eisenhaken bestaunt werden, an dem der Räuberhauptmann Jánošík 1713 sein Leben ließ.

Einige Querstraßen weiter erreichten wir das Bahnhofsgebäude der Stadt. In der Eingangshalle gingen wir zielbewusst auf einen Fahrkartenschalter zu. Als die Fahrkartenverkäuferin uns auf sich zukommen sah, erschrak sie und machte schnell die Schalterklappe zu. Wenig später konnte Wolfgang jedoch problemlos am Nachbarschalter Zugfahrkarten nach Bratislava für den nächsten Tag kaufen. Vom nahen Busbahnhof fuhren wir dann zur zwölf Kilometer entfernten Demänovská jaskyña Weg durch die Freiheitshöhle in der Nähe von Liptovsky Mikulasslobody (Demänová Freiheitshöhle).

Über 2.700 Karsthöhlen gibt es in der Slowakei. Viele dieser Kalksteinhöhlen sind für Besucher zugänglich.
1,85 km der insgesamt 8,4 km langen Freiheitshöhle sind begehbar. 120 m Anstieg müssen beim etwa 100 Minuten langen großen Rundgang bewältigt werden. Phantastisch wirkt das bizarre System aus kleinen und sehr großen, bis zu 70 m hohen Stalaktiten und Stalagmiten und die ungewöhnlich geformten Wasserfälle aus Sinter.
Gleich am Anfang ging es die Treppen hinunter in einen großen Raum mit sehr hoher Decke. Die unterschiedliche Farbenbeleuchtung der Kalksäulen, Kalkwände, die Decke und dieDie Freiheitshöhle Demänovska jaskyna slobody in der Nähe von Liptovsky Mikulas kleinen Wassertümpel ergaben eine Atmosphäre wie in einer Kirche. Andächtig lauschten dann alle dem Lied „Ballade pour Adeline“ von Richard Clydermann. Die Akustik hier unten ist einmalig. Unser weiterer Rundgang führte uns an dem unterirdischen Fluss Demänovka entlang, der uns mit seinem Plätschern noch längere Zeit begleitete. Dank Eugens Bitte erfolgte die Höhlenführung am Ende auch auf Deutsch. In einem Seitengang hatte man Knochen von Höhlenbären gefunden. Wunderschön erklang dann noch einmal in einem großen Höhlenraum der Gefangenenchor aus Nabucco von Guiseppe Verdi („Teure Heimat, wann seh´ ich dich wieder... “). Seit 1993 legen sich auch Menschen mit Atemwegserkrankungen zu Therapiezwecken in die Höhle, um deren mineralreiche Luft einzuatmen.

Die Busrückfahrt nach Liptovský Mikuláš erfolgte nach dem Höhlenrundgang im strömenden Regen. Vor dem schlechten Wetter flüchteten wir dann am Stadtplatz ins Café Veronika. Leider hatten der Regen und der süße Kuchen aber auch sehr viele Wespen in die Konditorei gelockt. Während des gesamten Aufenthalts befürchtete ich gestochen zu werden.

Unser Abschiedsessen in dem Liptauer Lokal LIPTOVSKA IZBAWie üblich besuchten wir am letzten Abend unserer Sommer-Wandertour ein einheimisches Spezialitätenlokal, um bei einer kleinen Abschlussfeier die zurückgelegte Wanderstrecke noch einmal zu besprechen. Das „Liptovská izba“ Restaurant erwies sich jedoch als Enttäuschung. Wir ließen uns jedoch die Stimmung nicht verdrießen und auch mit Gulasch, Knödel und Bier wurde es ein angenehmer Abend.

 

 

Wanderführer Wolfgang hatte wieder eine Glanzleistung vollbracht. Bis ins kleinsteBodenplatte für unseren Wanderführer auf dem Walk of Fame Detail war die Wanderstrecke 2006 meisterhaft ausgetüftelt. Kein Wunder, dass er schon auf dem  "Walk of Fame" zu sehen ist.
Eventuelle Abwerbeversuche von Studiosus- und Wikinger-Reisen müssen wir hiermit entschieden entgegen treten.

Er ist unverkäuflich und wir bedanken uns noch einmal bei ihm für sein unübertreffliches Engagement.

Unterkunft und
Wanderstrecke

 

Weitere Bilder
der Wanderung

 

 

 

 

St. Nikolaus Kirche in Liptovský Mikuláš

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine der schönsten Schauhöhlen in der Slowakei, die Demänovská jaskyña slobody (Demänová Freiheitshöhle)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschiedsessen  im Liptovská izba (Liptauer Zimmer)

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Wanderführer auf dem
 "Walk of Fame"

Donnerstag 31.08. Rückreise nach Heidelberg

Schon um 06:15 Uhr schrillte der Wecker.
Das Frühstück nahmen wir gemeinsam mit einer Gruppe Australier ein. Auch ihnen gefiel die Fatra- und Tatraregion der Slowakei und sie waren schon mehrmals zum Wandern hier.


Mit dem Zug fuhren wir dann über Žilina nach Bratislava, u. a. ging es im Waagtal an der Burg Strečno vorbei.
Von Bratislava flogen wir weiter nach Prag und von dort aus nach Stuttgart. Ab Stuttgart hatten dann an diesem Tag alle Züge eine Stunde Verspätung.

Kurz nach Mitternacht konnte ich dann aber mit meiner Frau doch noch ein Glas slowakischen Hubertsekt in unserem Wohnzimmer genießen.
Auch im Sommer 2007 wird die Wandergruppe wieder auf den Fährten der Braunbären am Fernwanderweg nach Budapest in der slowakischen Tatra- und in der Zipser Region unterwegs sein.

 

 

Fortsetzung Wanderbericht Hohe Tatra und Region Zips

 

Vorheriger Wanderbericht: Vom Altvater zur Mala Fatra (Kleinen Fatra)

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