Stechmücken

Bei Stechmücken (Culidicae)
besitzen die Männchen gar keinen Stechrüssel, sondern nur einen Saugrüssel. Er dient zum Aufsaugen von Flüssigkeiten wie z.B. Wasser und zuckerhaltigen Pflanzensäften, vor allen Dingen von Nektar.

Stechmücken gelten nur bei zwei Arten von Pflanzen, der Orchidee und dem Ohrlöffel-Leimkraut (Nelkengewächs), als effektive Bestäuber. Die Stechmücken finden bestimmte von den Blüten produzierte Duftstoffe attraktiv. Bremsen und Stechmücken werden vor allen Dingen durch ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid und Körperdüfte (Schweißinhalte wie Fettsäuren und Ammoniak) zu ihren Blutwirten gelockt. Beim Stich können mit dem Speichel der Stechmücke und der Bremse auch Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Malaria, Gelbfieber u. a. ) übertragen werden. Auch in Europa kommen von Stechmücken und Bremsen übertragene Viruserkrankungen vor, die sich in Form von Fieber, Hautausschlägen und Gelenkschmerzen bemerkbar machen (Norwegen, Schweden, Finnland, russisch Karelien).

 Stechmücke in Aktion, © Lutz Haberecht; www.pixelio.de

 

Das Leben einer Stechmücke gliedert sich in vier verschiedene Stadien:

    Ei Larve Puppe Imago (das ausgewachsene Tier)

Die Eier werden entweder einzeln oder in Eipaketen auf der Wasseroberfläche oder in Wassernähe abgelegt. Stehende Gewässer werden von den meisten Arten bevorzugt. Bereits kleinste Wassermengen wie in Baumhöhlen, Felsmulden oder in Fangbehältern von insektenfressenden Kannenpflanzen genügen. Meistens sind die Stechmückeneier in solchen Eiablageplätzen sogar trockenheitsresistent und überstehen ein Austrocknen. Viele Stechmückenarten, z.B. die Rheinschnake, legen ihre Eier in feuchte oder sumpfige Biotope. Bei einer Überschwemmung schlüpfen dann die Larven. Sie leben nur im Wasser und haben am Hinterleib ein Atemrohr, durch das sie an der Wasseroberfläche hängend atmen.
Mikrooganismen dienen als Nahrung, die mithilfe bürstenartiger Mundwerkzeuge herbeigestrudelt und dann gefressen werden. Bei Störung tauchen Stechmückenlarven schnell von der Wasseroberfläche ab. Die Dauer des Larvenstadiums ist abhängig von der Art, Temperatur und dem Nährstoffgehalt des Larvenbiotops. Manche Arten überwintern als Larve.

Es gibt vier Larvenstadien, mit der vierten Häutung schlüpft die Puppe. Stechmückenpuppen sind ebenfalls beweglich und tauchen bei Gefahr ebenfalls schnell von der Wasseroberfläche ab. Schon nach wenigen Tagen endet das Puppenstadium und das ausgewachsene Tier (Imago) schlüpft innerhalb weniger Minuten aus einem Riss in der Puppenhaut. Nach etwa einer Stunde ist das Imago flugfähig.

Seit 1987 wird entlang des Oberrheins das Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) zur Bekämpfung von Stechmücken (Rheinschnake) eingesetzt. Das Mittel wird großflächig mit Hubschraubern als Eisgranulat ausgebracht und führt zu einem Absterben der Mückenlarven durch Schädigung des Verdauungstrakts. BTI ist jedoch umstritten, da es auch die für die Nahrungskette wichtigen Grünalgen abtötet.

Allgemein kann jeder dazu beitragen, Stechmücken zu bekämpfen, indem Regentonnen oder andere Wasseransammlungen regelmäßig geleert oder abgedeckt werden.