Krivánska Malá Fatra (Nördliche Mala Fatra), Slowakei

 

 

 

1. Wanderbericht Wandersymbol für Wanderberichte

Die Ostslowakei – eine unbekannte Region Europas

Vom Dukla-Pass (Grenze zu Polen) bis Prešov (Preschau oder Eperies)

Im Jahre 2008 unterwegs auf den europäischen Fernwanderwegen E3 und E8

 aufgezeichnet von Felix  und Dirk

Dienstag 12.08. Heidelberg  Svidník (Swidnik)

 Reise zu der östlichen EU-Außengrenze

Kaum größer als Niedersachsen ist die Slowakei und besonders der Osten des Landes ist weitgehend unbekannt. Aber auch diese gebirgige Region hat mit seinen historischen Städten und abwechslungsreichen Landschaften einiges zu bieten. Auch uns, die Wandergruppe Meluhn, Dirk, Harald, Klaus, Wolfgang und mich, führte die Fortsetzung des „Eisenach-Budapester“-Fernwanderwegs (EB) zu diesem abgelegenen Reiseziel.
„
Dort drüben ist schon Russland“, sagte uns der Wirt der Pension „Opal“ im Ort Zámutov, nachdem er auf eine gegenüber liegende Bergkette der Ukraine zeigte. Heute ist hier auch die EU-Außengrenze.Zugschild für den IC Slovenka von Bratislava nach Kosice

Treffpunkt für unsere diesjährige Tour war, wie immer, der Heidelberger Hauptbahnhof.

Erwartungsfroh fuhren wir von dort aus um 6.00 Uhr mit einem Kleinbus zum Frankfurter Flughafen. Bei Bilderbuchwetter mit herrlicher Aussicht flogen wir dann um 08:45 Uhr nach Wien, wo wir vorzeitig bereits um 10:10 Uhr landeten. Zügig weiter ging es dann wieder mit einem Kleinbus ins 65 km entfernte Bratislava.
Der Anblick der trutzigen Burg und des Martinsdoms ist uns mittlerweile bestens vertraut. 500 km Fahrt – quer durch die ganze Slowakei – standen uns jetzt bevor. Der Zug war wie gewohnt brechend voll und die Platzreservierungen sind Gold wert.
Richtige Slowakeiexperten sind wir mittlerweile geworden:
Žilina (Sillein), Strečno mit der Burg, Súľovské vrchy (Sulower Felsen), die Váh (Waag), Liptovský Mikulᚠmit dem Stausee und vor allen Dingen die Berge der Hohen Tatra weckten schöne Wandererinnerungen. Wie Perlen sind die 2.500 m hohen Gipfel aneinander gereiht. Auch der Kriváň (Krümmling) mit seinem schiefen Gipfel war sehr gut vom Zugfenster aus zu erkennen. Ihm wollte ich in wenigen Tagen alleine „aufs Dach steigen“, da von meinen Mitwanderern keiner bereit war, „die Höhenluft des Kriváň zu schnuppern“. In Kysak mussten wir noch einmal umsteigen und um 19:00 Uhr waren wir in Prešov (Preschau) angekommen. Nach weiteren 1,5 Stunden Busfahrt durch eine ländliche Gebirgsregion mit kleineren Orten erreichten wir unser Tagesziel Svidník (Swidnik). Es war bereits dunkel, als wir uns im Hotel „Rubin“ einquartierten. Der Koch wollte gerade Feierabend machen, als er jedoch unsere hungrigen Gesichter sah, brachte er den Küchenherd doch noch einmal auf Trab.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zugschild für den
 IC 511 Slovenka von Bratislava nach Košice

 

 

 

 

 

 

Mittwoch 13.08. Dukliansky priesmyk   Svidník (Swidnik)

 Ein Heldenweg, Kriegsdenkmäler und T 34-Panzer

Bis zu 27 ° C wurde es heute warm. Da jedoch immer wieder größere Waldstücke durchquert werden mussten, spürte man die Hitze nicht zu sehr. Hinzu kam, dass es eigentlich immer leicht abwärts oder eben durch das Gelände ging. Allerdings führte uns der Wanderweg mehrfach auch längere Teerstraßen entlang. „Zum Einlaufen“, wie wir einstimmig feststellten, war die Strecke jedoch ideal.

Die Kleinstadt Svidník (Swidnik) im Norden der Niederen Stadt-Zentrum von SvidnikBeskiden lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche, sodass sich heute in der Gemeinde so gut wie keine historischen Gebäude mehr finden.
Die üblichen Plattenbauten prägen das Bild. In der Fußgängerzone ist das Museum der ukrainisch - ruthenischen Kultur zu finden. Es ist das einzige seiner Art, das über Geschichte und Kultur zweier Minderheiten des Landes umfassend informiert. Trachten, Alltagsgegenstände, Sakralkunst und eine Sammlung literarischen Schaffens aus der Region werden auf mehreren Etagen gezeigt. Die Mitte des 14. Jh. aus der Ukraine in die Nordostslowakei eingewanderte Volksgruppe der Ruthenen stellt heute noch einen Anteil von 0,4 % (ca. 25.000 ) an der Gesamtbevölkerung der Slowakei. In Svidník (Swidnik) bilden die Ruthenen heute die Mehrheit der Einwohner. Trotz vieler Gemeinsamkeiten mit den Ukrainern (ca. 11.000 ebenfalls im Osten der Slowakei ansässig), die ruthenische Sprache gilt als ukrainischer Dialekt, sind die Ruthenen darauf bedacht, ihre kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren. Einer der prominentesten Vertreter der modernen Kunstszene ist der Ruthene Andy Warhol (geboren als Andrej Warhola 1928, gestorben 1987). Er ist allerdings nie in der Heimat seiner Eltern, dem Dorf Míková unweit von Medzilaborce, gewesen. Noch vor seiner Geburt emigrierte die Familie in die USA (Pittsburgh). 1991 entstand auf Betreiben seines Bruders Paul in Míková ein Warhol-Familienmuseum. Etwa 15.000 Besucher pilgern jährlich aus Europa und Übersee hierher. Neben Originalen von Andy Warhol, z.B. Campbell´s Suppendosen, sind Werke seines Bruders Paul, seines Neffen sowie Fotografien und Kleidungsstücke aus der Familiengeschichte zu sehen.
 

Ausgangspunkt zu unserer heutigen sechsstündigen Wanderung war der Svidníker Busbahnhof. Der Bus zum 21 km entfernten Dukliansky priesmyk (Dukla-Pass) war voll besetzt. Grenzübergang zwischen Polen und der Slowakei am Dukla-PassBei der Durchfahrt des Dorfes Hunkovce wurden wir auf einen deutschen Soldatenfriedhof aufmerksam.3.000 Gefallene fanden hier ihre letzte Ruhe. Kurz hinter Komárnik erreichten wir die Endstation Dukliansky priesmyk (Dukla-Pass), direkt an der polnischen Grenze. Grenz- und Zollgebäude waren auf beiden Seiten besetzt und es finden offensichtlich noch Kontrollen statt. Es war wenig los und nur ca. alle 10 Minuten passierten 1 – 2 LKWs die Landesgrenze. Nur hier trafen wir auf drei andere slowakische Wanderer. Sie wollten mit  Zelten eine Mehrtagstour auf dem Cesta hrdinov (Wanderweg der Helden) unternehmen.

Sonst begegneten uns während der gesamten Sommertour 2008 keine weiteren Wanderer.
Die Ostslowakei ist offensichtlich als Wandergebiet noch kaum bekannt.  Der Dukla-Pass war im Winter 1914/15 und im Herbst 1944 schwer umkämpft.
In den Berghügeln ringsum fielen alleine im September und Oktober 1944 bei der so genannten Karpaten-Dukla-Operation 90.000 sowjetische, über 50.000 deutsche und 6.500 tschechoslowakische Soldaten.

Direkt unterhalb des polnischen Grenzpostens beginnt der Cesta hrdinovWanderweg der Helden“). Die Rote Armee drang in diesem hügeligen Terrain erfolgreich gegen deutsche und ungarische Wehrmachtsverbände in die Slowakei ein und wurde als Befreier begrüßt.
Auch Napoleon wurde hier beim Rückzug vom Russlandfeldzug schon von russischen Soldaten verfolgt.
Zur Erinnerung an die verlustreiche Schlacht am Dukla-Pass wurde dieses Kriegsdenkmal errichtet
Ein Heldenfriedhof mit einem Mahnmal aus den 60-iger Jahren im Stil der damaligen Zeit erwartet den Besucher am Anfang. In sozialistischer Zeit gehörte ein Besuch zum Pflichtprogramm von Schulklassen aus der gesamten früheren Tschechoslowakei.
Weiter geht es dann auf einem schmalen Teerweg neben der Landstraße (E 371). Kriegsgerät der Roten Armee aus dem Zweiten Weltkrieg ist hier ausgestellt. Wir besichtigten einen T 34-Panzer, ein Jagdflugzeug sowie verschiedene Artilleriegeschütze und Mörser.
Im dichten Buchenwald begann jetzt endlich aber auch das richtige Wandern. Der weiche Waldboden, die schmalen gut gekennzeichneten Pfade und das angenehme sonnige Wetter sorgten für beste Stimmung. Kolkraben krächzten in der Luft und zweimal flüchteten Rehe vor uns. Gegen Mittag erreichten wir den kleinen Ort Medvedie.
T 34 Panzer markieren den Frontverlauf im September/Oktober 1944 beim Dukla-PassHier sagen sich wirklich noch Fuchs und Hase gute Nacht. Wir freuten uns schon auf ein erfrischendes Getränk, es gab jedoch keine Gaststätte in der ca. 150-Seelen-Gemeinde. Auch im nächsten Ort war unsere Suche vergeblich. Kurz vor Kapišová sahen wir dann 12 T 34-Panzer an strategisch günstigen Punkten in dem teilweise mit Büschen bewachsenen hügeligen Gelände verteilt aufgestellt. Durch seine breiten Ketten war der T 34 auch auf morastigem und sumpfigem Untergrund sehr beweglich. Man konnte sich gut vorstellen, welche Zerstörungskraft die stählernen Ungetüme im Kampf entwickelten. In Kapišová konnten wir dann tatsächlich auch noch ein kühles Bier genießen.
Junge Kletterkünstler am Militärdenkmal Dukla  bei Svidnik

Am Westrand von Svidník (Swidnik) trafen wir im weiteren Verlauf der Strecke auf das sowjetische Ehrenmal für die gefallenen Rotarmisten des II. Weltkrieges. Einige Jugendliche nutzten, wenig respektvoll, eine Mauer mit Heldendarstellungen für Kletterübungen.
Nur etwa 150 Meter weiter stößt man auf das Militärmuseum, das 1969 zum 25. Jahrestag der Kämpfe um den Dukla-Pass eröffnet wurde. Es dokumentiert den Befreiungskampf in der Karpaten-Dukla-Region am Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Außenbereich des Museums stehen Panzer, ein im  Kriegsgebiet eingesetztes C-47 Dakota-Flugzeug und anderes Kriegsgerät.

Übernachtet wurde wiederum im Hotel „Rubin“.

 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Krieg wurde
Svidník (Swidnik) weitgehend zerstört. Deshalb besteht das Zentrum heute nur aus Beton.

 

 

 

 

 

 

 

Campbell´s Suppendose
Bild entnommen vom
"The Andy Warhol Museum", Pittsburgh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grenzübergang zwischen Polen und der Slowakei am Dukla-Pass

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Denkmal der tschechoslowakischen Armee am Dukla-Pass.
Zur Erinnerung an die schweren Kämpfe im Zweiten Weltkrieg

 

 

 

 

 

 

 

T  34-Panzer in der Landschaft bei Kapišová markieren den Frontverlauf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kletterkünstler am Militärdenkmal Dukla bei Svidník (Swidnik)

Donnerstag 14.08.  Svidník (Swidnik)   Andrejová

 

Schlammwege, Blutsauger und ein böser Sturz

 

Die Wetterfrösche hatten Recht behalten. Bei leichtem Nieselregen marschierten wir kurz nach acht Uhr durch die noch etwas verschlafene Fußgängerzone von Svidník. 15 Minuten später war derDer Aussichtsturm am Cierna hora (Schwarzen Berg)wurde vom Blitz getroffen Stadtrand erreicht und im Fichtenwald ging es zunächst unter den tropfenden Bäumen recht steil nach oben. Buchen lösten nach längerer Zeit die Fichten ab und der Pfad führte sanfter ansteigend nach rechts weiter hinauf. Eine dreiviertel Stunde später war der Ostrý vrch auf 599 m Höhe erreicht. 300 m Aufstieg hatten wir relativ zügig, aber ganz verschwitzt, bewältigt. Auch der Regen hörte jetzt auf. Kurz unter der Kuppe stießen wir auf das Grab eines unbekannten sowjetischen Soldaten. Harald entzifferte die Inschrift. Blumen, Kränze und Grableuchten verrieten, dass das Grab auch hier, vom nächsten Ort weit entfernt, noch gepflegt wird. Wie der Soldat ums Leben kam, war jedoch nicht zu erfahren. Auf einem noch leicht ansteigenden Kammweg, immer im Wald, kamen wir auch weiterhin gut voran.  Auf einer Bank mit einem Schutzdach am Ĉierna hora (Schwarzen Berg), 667m, gönnten wir uns eine halbstündige Mittagspause.

Auf einem schräg abwärts führenden Weg im dichten Buchenwald änderte sich kurz danach unsere gute Laune. Eine starke Regenfront mit Sturm war im Anmarsch. Rast an der Schutzhütte am Cierna hora mit Klaus und HaraldDie Kronen des Laubwaldes wurden heftig hin und her bewegt und die Regentropfen trommelten auf das Laubdach der Buchen. Blätter und auch das Unterstellen unter zwei dicken Bäumen boten nur kurzfristig Schutz. Nur auf den Schirm, den Regenumhang, die Gamaschen und die guten Lederwanderschuhe war jetzt Verlass. Als wir eine sumpfige Wiese mit hohem nassem Gras überquerten, wurde es plötzlich noch erheblich unangenehmer. Von vorne blies uns der Wind den heftigen Regen ins Gesicht und zusätzlich quälte uns nun auch noch ein Heer von Bremsen und Stechmücken.
In kurzer Zeit hatte ich mehrere Stiche auf den unbedeckten Händen und Wadenbeinen. Heftiges Umsichschlagen verbesserte die Situation kaum. Geschickt suchten einige der Quälgeister sogar unter unseren Schirmen Schutz. Im Gegensatz zu Stechmücken ist der Biss durch Bremsen deutlich schmerzhafter, da die Mundwerkzeuge wesentlich größer sind. Bremsen können sogar durch Kleidung stechen. Bei Stechmücken und Bremsen saugen jedoch nur die Weibchen Blut. Nach der Befruchtung durch die Männchen müssen die Weibchen eine Blutmahlzeit zu sich nehmen, da sie Protein benötigen, um Eier zu bilden. Mit Hilfe eines Stechrüssels wird die Ader eines Warmblütlers aufgebohrt. Anschließend wird ein gerinnungshemmendes Sekret injiziert, welches ein Weiterbluten nach dem Blutsaugen verursacht. Bremsen können bis zu 0,2 ml Blut saugen. Erheblich lästiger ist die kurz nach dem Stich auftretende und gewöhnlich auf die Einstichstelle begrenzte allergische Reaktion, die mit starkem Juckreiz verbunden sein kann. Ausgelöst wird beides von den Proteinen, welche in die Saugstelle eingespritzt werden, um das Blut vor dem Gerinnen zu bewahren. Oft bildet sich an der Einstichstelle für einige Stunden eine Quaddel. Diese Quaddeln entstehen nach dem Stich durch die Ausschüttung von körpereigenem Histamin.

Erst nach ungefähr 10 Minuten gelangten wir über einen sehr matschigen Feldweg auf eine Teerstraße. Auch die Blutsauger waren urplötzlich verschwunden und der Regen hörte auch auf. Im nahen Ort Kurimka hofften wir, noch etwas Warmes zu essen zu bekommen. Von 12.00 – 14.00 Uhr war aber die kleine Gaststätte mit dem Lebensmittelladen geschlossen. So trotteten wir im Gänsemarsch mit gedämpfter Stimmung wiederum durch nasses verschlammtes Gras, nasse Büsche und unter tropfenden Bäumen steil zum 520 m hohen Kohútov  empor. Leider gab es während des Aufstiegs auch wieder Bremsen und Stechmücken, die uns wiederum einige Stiche versetzten.
Oben frohlockten wir schon, Schlamm und Pfützen auf dem europäischen Fernwanderweg in der Ostslowakeida jetzt nur noch auf dem Höhenweg entlang und am Schluss noch längere Zeit abwärts zu gehen war. Der Pfad war jedoch kaum begangen, mit Schlamm und Pfützen übersät und wir mussten immer wieder durch dichtestes nasses Gebüsch, über umgestürzte Bäume und umherliegende größere Äste. Besonders zeitraubend erwies sich auch öfters die fehlende Wegmarkierung. Wanderzeichen waren längere Zeit nicht auffindbar. Ab Spalený vrch, 642 m, folgten wir dann einem steinigen, glatten, sehr morastigen Holzabfuhrweg nach unten. Er war nur schwer begehbar und wir kamen nur langsam voran. Plötzlich rutschte Wolfgang, der direkt vor mir lief, aus und lag mit einem Schreckensschrei am Boden. Ich dachte schon, er habe sich das Bein gebrochen. Hilfe zu holen in dieser abgelegenen Gegend würde sicherlich nicht einfach werden. Glücklicherweise gab er gleich Entwarnung, er hatte sich nicht verletzt. Der Vorfall gab mir jedoch zu denken und ich habe mittlerweile meine Erste-Hilfe-Ausbilderkenntnisse wieder auf Vordermann gebracht. Funktioniert Haralds Notrufhandy mit der Rettungsnummer?  Verstehen die Rettungskräfte deutsch bzw. englisch? Zusätzlich möchte ich beim sommerlichen Grillfest auch einmal eine Rettungsübung – Abseilen oder Abschleppen über eine längere Strecke – einplanen. Sage und schreibe 8,5 Stunden waren wir dann an der Bushaltestelle am Ortseingang von Andrejová unter erschwerten Bedingungen gelaufen. Es war die härteste Strecke
Basilika des Hl. Ägidius auf dem Rathausplatz in Bardejov (Bartfeld)auf der gesamten Sommertour 2008 gewesen. Keine zwei Minuten hatten wir zum Verschnaufen, da traf auch schon der letzte Bus nach Bardejov (Bartfeld) an der Haltestelle ein.
Vom Busbahnhof in Bardejov (Bartfeld) waren es dann noch 15 Minuten zu Fuß bis zum Hotel ŠARIŠ. Überqueren mussten wir dabei das Herzstück der Stadt, den mittelalterlichen, mit Felssteinen gepflasterten und von schmucken Bürgerhäusern gesäumten Rathausplatz. Die Basilika des Hl. Ägidius mit zwei großen davor stehenden alten Kirchturmglocken sowie das aus dem Mittelalter stammende Rathaus in der Mitte des Platzes fallen besonders auf.
Bardejov (Bartfeld) ist die Perle der Nordostslowakei.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

Durch Blitzschlag beschädigter Aussichtsturm am Čierna hora (Schwarzen Berg)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittagspause an der Schutzhütte vom Berg Čierna hora

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlamm und Pfützen sind oft anzutreffen auf dem europäischen Fernwanderweg E3 und E8  in der Ostslowakei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Rathausplatz von Bardejov (Bartfeld) steht die Basilika des Hl. Ägidius

Freitag 15.08.  Andrejová   Bardejov (Bartfeld)

 

Fahnenflucht, seltsame Holztransportmittel, Kurnostalgie und Kaiserin Sisi

 

Glücklicherweise war uns Petrus heute wieder hold. Zwar waren Wiesen, Sträucher und Wanderpfade morgens vom Regen des Vortages noch sehr nass, aber nachmittags lachte sogar die Sonne.

Pünktlich um 8.00 Uhr holten uns zwei Taxen vom Hotel ab und brachten uns nach Andrejová zurück. Gestern endete hier unsere anstrengende Schlamm- und Blutsaugertour.Blick auf den kleinen Ort Zborov

Zunächst marschierten wir über feuchte und ab und zu auch morastige Wiesen aufwärts, bis uns dichtestes Gebüsch den Weg versperrte. Etwa eine halbe Stunde suchten wir vergebens den richtigen Weg in das Dickicht. Erst als wir eine längere Strecke wieder zurückliefen, trafen wir weiter oben versteckt wieder auf das Wanderzeichen. 15 Minuten danach standen wir vor dem eingezäunten Funkturm.
Im Wald ging es dann sanft abwärts, bis wir wieder eine große Wiese erreichten. Unten im Tal sah man die Siedlung Zborov und am linken Waldrand die gleichnamige verfallene Burg
hrad Zborov.
Über einen äußerst matschigen Holzabfuhrweg, das Regenwasser konnte hier überhaupt nicht ablaufen, gelangten wir dann zur Burgruine, die auch Mohnkopf genannt wird. Der Zutritt erwies sich als nicht ungefährlich. Überall waren Schuttberge
Die Mauern der Burg Zborov oberhalb dem kleinen gleichnamigen Ortund baufällige Mauern. Wenigstens für unsere Mittagsrast fand sich ein geeignetes Plätzchen. Die Zborover Burg war die nördlichste Bastion an der Grenze nach Polen und wurde kurz nach 1317 errichtet.
1684 wurde sie von der kaiserlichen Armee erstürmt und zerstört. 1915 kam es in und um die Burgruine zwischen russischen und österreichisch ungarischen Truppen zu schweren Kämpfen. Das komplette  28. Prager Regiment  mit 1.400 Männern der österreichisch-ungarischen Armee lief zu den Russen über. Kaiser Franz Joseph I. bezeichnete diese Fahnenflucht als die größte Demütigung seiner Armee.

Über einen gut begehbaren Wiesenweg mit schönem Blick ins Tal und hinauf zur Burgruine erreichten wir dann unten am Bach den Ortseingang von Zborov. Hinter einer Teerstraße ging es gleich auf einem breiten Forstweg im  Roma transportieren Brennholzgegenüber liegenden Wald weiter. Mehrere junge Männer, Roma, kamen uns mit seltsamen Transportmitteln entgegen. Auf einer metallenen Achse mit zwei Rädern wurden Holzstangen, lange Äste und abgestorbenes Wurzel- und Stammholz von hinten voran geschoben. Offensichtlich handelte es sich um Leseholz, das im nahen Ort als Vorrat für den strengen Winter gelagert oder vielleicht sogar verkauft wurde.

Die Vorfahren der heute rund 5 Millionen Roma, die als Minderheit in den Ländern Ost- und Mitteleuropas leben, waren in der Vergangenheit seit ihrer Auswanderung zwischen dem 9. und 14. Jh. aus Indien öfters Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Laut Schätzungen leben heute ca. 500.000 Roma in der Slowakei. Viele verschweigen aus Angst vor Benachteiligung bei Volkszählungen ihre Identität. Durch eine höhere Geburtenrate  und eine wesentlich geringere Lebenserwartung unterscheiden sich die Roma von den Slowaken. Auch der Lebensstandard bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit (ca. 90 %) liegt bei den Roma weit unter dem Durchschnitt des Landes. Sie sind vor allem in der Ostslowakei auf geringe staatliche Sozialleistungen angewiesen. Wer die miserablen Wohn- und Lebensbedingungen in Roma-Siedlungen sieht, erkennt den dringenden Handlungsbedarf. EU und Weltbank wollen im Rahmen der so genanntenNachwuchs Pilzsucher zeigen uns ihre Funde „Integrationsdekade“ bis zum Jahr 2015 die Assimilierung der Roma in Europa fördern und den sozialen Abstand zur Mehrheitsbevölkerung abbauen.

Die Slowakei ist ein sehr waldreiches Land und das Holzgewerbe bietet auch für Roma eine Chance. Holz ist sicher im Winter das am häufigsten genutzte Heizmaterial. Auch an anderen Tagen sahen wir Roma bei der Waldarbeit und einmal sogar beim Holztransport mit einem Traktor.

75 Minuten brauchten wir den lang gezogenen breiten Waldweg hinauf zum 600 m hohen Pod Magurou. Unterwegs zeigten uns begeisterte Pilzsammler, eine Mutter und ihre zwei Kinder, ihr umfangreiches Fundgut. Während einer Rast auf einem umgestürzten Baumstamm entdeckte ich drei Exemplare der seltenen Einbeere

Wir erkundeten eine alte Holzhütte an einem abgelegenen Seitenpfad und erfrischten uns an frischem Quellwasser. Die Wege wurden immer besser und wir erreichten das Kurareal von Bardejovské kúpele (Bad Bartfeld). Liebespärchen schlenderten den Liebespfad um einen kleinen See entlang. In dem Heilbad gibt es 10 kalte Mineralquellen, die bei Atemwegsbeschwerden,Sisi-Denkmal im Kurpark von Bardejov Kupele (Bad Bartfeld)in der Slowakei Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen Linderung verschaffen. Polnischer und ungarischer Adel fand sich in früherer Zeit hier sehr häufig ein.
Sehr stolz ist man auf berühmte Kurgäste wie den russischen Zaren Alexander I., Kaiser Josef II. und die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sisi). Ein Denkmal, die Kaiserin aus Stein im Alter von 18 Jahren, erinnert den Spaziergänger im Kurpark an Al
žbety (Elisabeth).
Einige Bauten vom Beginn des 20. Jh. , z.B. das neoklassizistische Astoria, lassen den ehemaligen Pomp noch erahnen. Das Kurareal ist für den Autoverkehr gesperrt und ein Rundgang lohnt sich. Promenadenkonzerte, Hallenbäder und Trinkhallen bieten den Gästen Abwechslung.
Ein schönes Café, wie man es aus Österreich oder Deutschland kennt, suchten wir jedoch vergeblich.

Sehenswert ist das angrenzende Freilichtmuseum. Die früheren Lebensbedingungen werden anhand von alten Bauernhäusern und Wirtschaftsgebäuden dokumentiert. Besonders hübsch sind zwei im 18. Jh. Holzkirche im Freilichtmuseum beim Kurpark von Bardejov Kupele (Bad Bartfeld)erbaute griechisch-orthodoxe Holzkirchen.
Holzschindeln schützen vor der Witterung. Im Inneren kann man in dem dreiteiligen Balkenbau mit Tempera auf Holz gemalte Ikonen (Ikonostase) bewundern. Bei einer Kirche ist sogar die Holzfassade außen bemalt.

Über einen schmalen Kurweg aufwärts im Wald verließen wir Bardejovské kúpele in Richtung Bardejov (Bartfeld). Schon nach 15 Minuten erreichten wir eine Anhöhe mit einer wunderbaren Fernsicht auf die mittelalterliche Stadt. Über Felder und Wiesen wanderten wir jetzt nur noch abwärts. Kurz vor den ersten Häusern führte der Weg an Datschen mit kleinen Gärten vorbei.

Auf der Terrasse eines kleinen Lokals ließen wir bei dem herrlichen Wetter den Tag noch einmal Revue passieren und abends unternahmen wir noch einen Bummel zum Rathausplatz. 8,5 Stunden waren wir auch heute wieder auf Schusters Rappen unterwegs.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siedlung Zborov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die hrad Zborov oberhalb der gleichnamigen Siedlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roma transportieren Brennholz  auf einem zweirädrigen Karren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stolz zeigen uns Nachwuchs-Pilzsucher ihre Funde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Denkmal im Kurpark von Bad Bartfeld:
"Zur Erinnerung des Aufenthaltes der Kaiserin Elisabeth, Königin von Ungarn"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bemalte Holzkirche im Freilichtmuseum von  Bad Bartfeld stand ursprünglich in der Ortschaft Zboj.

Samstag 16.08. Stadtbesichtigung Bardejov (Bartfeld) und Bardejovské Kúpele

 

 Mittelalterliches Flair, ein nacktes Hinterteil und eine Freibadüberraschung

 

Herr Saláta, Kinderarzt und ehemaliger Leiter einer Kinderklinik, holte uns morgens im Hotel zur Stadtführung ab.

Bardejov (Bartfeld) ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Šariš (Scharosch) und hat heute 33.000 Einwohner. Die Altstadt von Bardejov und das westlich gelegene ehemalige jüdische Viertel sind seit dem Jahr 2000 in der Liste des UNESCO – Weltkulturerbes aufgenommen. Außerdem bildet Bardejov mit den Zipser Städten Stará Ľubovňa (Alt-Lublau), Levoča (Leutschau) und Kežmarok (Käsmark) den Zusammenschluss „Slowakische Königstädte – Renaissance“ als Magnet für Besucher.

Trotzdem hält sich die Zahl der Touristen in Bardejov noch sehr in Grenzen.

1320 bekam der Ort die Stadtrechte und 1376 wurde Bardejov freie Königsstadt. Angeworbene Kolonisten, vor allem zugewanderte Tuchmacher aus Sachsen, brachten Wohlstand und Ansehen in die Stadt. Handel und Handwerk blühten und in Bardejov bildete sich eine der landesweit größten Zünfte. Bedingt durch den Reichtum der Stadt spielten Kultur und Bildung eine große Rolle. Der Bardejover Leonard Stöckel (1510-1560) kehrte nach einer Ausbildung in Košice, Breslau und Wittenberg als Schüler des Reformators Martin Luther (1483-1546) und des Theologen Philipp Melanchthon (1497-1560) in seine Heimatstadt zurück. Als Rektor des Humanistischen Gymnasiums (Humanistická škola) lockte er mit seinen modernen Unterrichtsmethoden Schüler aus ganz Ungarn an und die Schule erhielt einen bedeutenden Ruf. In der Zeit der Rathausplatz von Bardejov (Bartfeld)antihabsburgischen Aufstände, begleitet von Plünderungen und der Pest, verlor Bardejov nach und nach an Bedeutung. Auch die geographische Randlage veranlasste viele dazu, der Stadt den Rücken zu kehren. Im späten 18. Jh. erholte sich die Stadt wirtschaftlich. In dieser Zeit entwickelte sich auch das jüdische Viertel mit ca. 5.000 Bewohnern von insgesamt etwa 11.000 Einwohnern.

Heute leidet Bardejov unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Tausende arbeiten auswärts in Tschechien, Deutschland, Italien und Großbritannien.

Nach diesen allgemeinen Informationen zeigte uns Herr Saláta das imposante Befestigungssystem der Stadt. Landesweit zählt es zu den am besten erhaltenen Schutzmauern, die den gesamten Stadtkern umgeben. Weiter ging es dann zum Mittelpunkt der Stadt, dem rechteckigen Rathausplatz - einem mittelalterlichen Juwel. Er ist von schmucken Bürgerhäusern aus dem 14. bis 16. Jh. gesäumt, Historisches Rathaus auf dem Rathausplatz von Bardejov (Bad Bartfeld)als die Niederlassung nach der Ankunft deutscher Siedler ihre Blütezeit erlebte.

In der Mitte des Platzes steht das 1509 fertig gestellte und gut erhaltene historische Rathaus. Das Gebäude der Spätrenaissance war Sitz des Stadtrats und Zentrum des kulturellen Lebens. Das Erdgeschoss diente dem Handel. Als Symbol der Gerechtigkeit blickt die Plastik des Ritters Roland vom Giebel herunter. Auch andere kleine Statuen zieren das Dach. Eine zeigt einen Jungen, der sein nacktes Hinterteil genau in die Richtung streckt, wo der damalige Bürgermeister wohnte. Es soll die Rache eines Baumeisters gewesen sein, der vom Stadtrat  seinen vereinbarten Lohn nicht rechtzeitig erhielt. Im Sitzungssaal kann man die Wandmalerei „Das jüngste Gericht“ bewundern. Heute ist in Vom Giebel des historischen Rathauses in Bardejov schaut Ritter Rolanddem Gebäude ein Museum mit Sammlungen zur Stadtgeschichte.
 

An der Nordseite des Platzes steht die monumentale katholische Basilika des hl. Ägidius. Sie ist im 15. Jh. entstanden und dreischiffig.
Die Kirche zählt zu den wertvollsten nationalen Kulturdenkmälern der Slowakei. Außer dem Hauptaltar erwarten den Besucher noch elf weitere Flügelaltäre aus den Jahren 1460-1520, ein Bronzetaufbecken, Senatorenbänke und Mobiliar im Stil der Renaissance und des Frühbarock. Bezahlt wurden die Altäre von den Zünften, je wohlhabender die Zunft, desto prunkvoller der Altar. Erwähnenswert sind auch die Kreuzigungsgruppe „Golgatha“ unter dem Triumphbogen und der Grabstein des ehemaligen Herrn der mittlerweile zur Ruine verfallenen Burg Zborov,
Juraj Seredy, unter der Altarstatue der Marienkapelle. VWetvoller Seitenaltar in der Basilika des h. Ägidius in Bardejov (Bartfeld)or der Basilika sind zwei ältere Kirchturmglocken platziert und die Statue des hl. Florian. Als Schutzpatron der Feuerwehr soll er an das 1774 wütende Feuer erinnern, durch das zahlreiche Häuser am Rathausplatz und Teile der Basilika in Flammen aufgingen.

Heute laden rund um den Rathausplatz zahlreiche Restaurants, Kneipen und Geschäfte zum Bummeln und Verweilen ein. Abends treffen sich hier besonders die Jugend und die Schickeria. Es gibt ganzjährig verschiedene Veranstaltungen und Feste.

„Ich fühle mich wohl und frisch, und ich hoffe, dass dieses Gefühl jeder Kurgast erlebt

Dies schrieb die Kaiserin „Sisi“ 1889 während ihrer Kur, nach dem Selbstmord ihres Sohnes, in Bardejovské Kúpele (Bad Bartfeld). Dieses kaiserliche Wohlgefühl wollten auch wir heute erleben. Gleich nach der Stadtführung fuhren wir mit dem Taxi in das 4 km entfernte Bardejovské Kúpele, das wir am Vortag schon kennen gelernt hatten. Ziel war das dortige Freibad, das jetzt am Samstagnachmittag nur spärlich besucht war. Nachdem wir tatendurstig ins Wasser sprangen, trauten wir unseren Augen nicht. Selbst an der hintersten Stelle war das 25 m lange Schwimmbecken nur 1,25 m tief. In diesem Flachwasser hielt sich das Schwimmvergnügen doch sehr in Grenzen. Schon eine dreiviertel Stunde später zwangen uns und die anderen Badegäste heftige Regenschauer fluchtartig das Badeareal zu verlassen.
An der Bushaltestelle sprach uns ein junger Mann auf Deutsch an. Er wollte wissen, woher wir kämen, er habe in Hamburg Elektrotechnik studiert und arbeite jetzt bei der Firma Telekom in Košice. Wenn wir nach Košice kämen, müssten wir unbedingt den Dom besuchen. Rathausplatz von Bardejov (Bartfeld) am Abend

Zurück in Bardejov fanden wir am Rathausplatz ein wegen des schlechten Wetters sehr volles, aber gutes Café. Abends gönnten wir uns im Restaurant „Roland“ ein ausgezeichnetes Vier-Gänge - Menü. Auf dem Rathausplatz war eine Bühne aufgebaut und junge Nachwuchsrockgruppen „heizten den Zuschauern kräftig ein“. Besonders ein Elton-John-Double erhielt für seinen bravourösen Auftritt viel Beifall. So stellte sich jetzt am Abend bei uns doch noch ein „kaiserliches Wohlgefühl“ ein.

Als wir sehr spät ins Hotel zurückkamen, wurde dort gerade eine deutsch-slowakische Hochzeit gefeiert, und die slowakische Braut wurde von allen wegen ihrer Schönheit bewundert.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rathausplatz von Bardejov (Bartfeld);
im Hintergrund die Basilika des Hl. Ägidius

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historisches Rathaus von Bardejov (Bartfeld)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ritter Roland schaut von dem Giebel des historischen Rathauses in Bardejov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seitenaltar in der Basilika  Hl. Ägidius  von Bardejov (Bartfeld)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rathausplatz von Bardejov (Bartfeld) am Abend

Sonntag 17.08.  Bardejov (Bartfeld)     Hradisko

 

Holzkirchen, Aussichtspanorama und dynamische Wirtsleute

 

Holzkirchen sind eine der Hauptsehenswürdigkeiten in den waldreichen Karpaten.

Im Nordosten der Slowakei, zwischen dem Fluss Poprad und der ukrainischen Grenze, gibt es heute noch über 50 dieser sakralen Bauwerke der Volksarchitektur. 1968 wurden sie zum nationalen Kulturdenkmal und stehen heute unter Denkmalschutz. Die größte Gruppe bilden die Gotteshäuser nach östlichem Ritus, entweder griechisch-katholisch oder orthodox. Die ältesten sind römisch-katholisch, deren Grundriss orientiert sich an der Gotik orientiert. Mit wenigen Die älteste Holzkirche in der Slowakei in Hervartov ist dem Hl. Franz von Assisi geweihtAusnahmen blieben die Holzkirchen auf dem Land erhalten, die meist ein wenig abseits der Dörfer liegen. Für den Bau wurde aufgrund seines hohen Harzgehaltes früher fast ausschließlich Lärchenholz verwendet. Es ist am wetterbeständigsten. Der hölzerne Aufbau steht auf einem niedrigen Steinsockel. Bei der Balkenkonstruktion des Gebäudes durften keine Nägel verwendet werden, da Christus damit ans Kreuz geschlagen worden war. Eichenholzkeile dienten als Ersatz. Das große überhängende Dach wurde mit Holzschindeln verkleidet, die oft sogar dekorativ verziert waren. Drei Räume wurden in west-östlicher Richtung hintereinander angeordnet. Das Schiff, der mittlere Raum,Adam und Eva Darstellung im Inneren der Holzkirche von Hervartov ist am größten. Im Osten liegt das Presbyterium (Chorraum) und im Westen der so genannte Weiberraum (babinec). Jeder der drei Räume hat ein eigenes Dach. Auf den kegelförmigen Dächern befinden sich barocke Zwiebeltürmchen oder so genannte „Mohnköpfchen“, auf denen noch Metallkreuze angebracht sind.

Vor der heutigen Wanderetappe, die mit einem steilen Kreuzweg eröffnet werden sollte, war der Kirchgang angesagt, und so fuhren wir wir am frühen Sonntagmorgen mit dem Taxi zu der gut erhaltenen und sehr wertvollen Holzkirche in Hervartov (Herbertsdorf). Sie wurde um 1500 errichtet und ist in der Slowakei die älteste ihrer Art. Der römisch-katholische Sakralbau ist dem heiligen Franz von Assisi geweiht. Wertvolle Wandmalereien aus dem 17. Jh. zieren den Innenraum. Darstellungen Blick in den Innenraum der Holzkirche von Hervartovvon Adam und Eva im Paradies, der Sündenfall, der hl. Georg im Kampf mit dem Drachen sowie die klugen und törichten Jungfrauen sind an den Seitenwänden. Zentralbild ist die Jungfrau Maria unter den Heiligen. Der Altarraum wird von dem übrigen Kirchenteil durch Ikonostasen getrennt. Das sind Holzwände mit geweihten Tafelbildern. Die Ikonen zeigen Jesus, Maria mit dem Kind, Kirchenpatrone und den hl. Nikolaus, den in der orthodoxen Kirche am meisten verehrten Heiligen.

Über eine Holzleiter stiegen wir auf die Empore hinauf, wo man die Atmosphäre des Kirchenraumes besonders intensiv wahrnimmt.

Hervartov liegt am Fuße des Čergov–Gebirges, einem wahren Wanderparadies. Auch wir wollten heute die Naturschönheiten dieser Bergregion erkunden. An Kirchgängern vorbei war der kleine Ort nach der Kirchenbesichtigung rasch durchquert.

1,5 Stunden marschierten wir dann im dichten Wald einen 14 Stationen Nach dem Aufstieg hatten wir einen tollen Ausblickumfassenden Kreuzweg hinauf. Zunächst führte ein schmaler Pfad durch junge Kiefern sehr steil nach oben. Im Fichten- und Tannenwald ging es dann auf einem breiten nadelbedeckten Waldweg weiter. Wir entdeckten eine Kreuzotter am Wegesrand. Sie war gut getarnt und für ein ungeschultes Auge nur schwer zu entdecken.
Nach der zwölften Station wurde es noch einmal sehr steil. Schweißgebadet erreichten wir dann den Sedlo Žobrák am Ende des Kreuzweges. Von hier aus führte nur noch ein gering ansteigender Höhenweg auf den Sattel. Ein alter Holzaussichtsturm weckte unser Interesse. Rasch waren die zwei langen Leitern zur Aussichtsplattform erklommen. Belohnt wurden wir durch eine herrliche Fernsicht auf die umliegenden Berge und Täler mit kleinen Dörfern. Herzhäuschen am Sedlo Cergov
Beim Weitermarsch lösten jetzt Buchen die Fichten und Tannen ab. Am Bukový vrch 1.019 m informieren Hinweistafeln auch auf Englisch den Besucher über Tiere und Pflanzen der Umgebung, u. a. wurden Sperber (hawk), Eidechsen (lizard) und Buchen (beech) vorgestellt. Am Weg gab es jetzt auch immer wieder schöne Ausblicke, da Wiesen und kleinere Wälder sich abwechselten.
Am 1.021 m hohen Chochulka  trafen wir wieder auf das Wanderzeichen des europäischen Fernwanderweges E3. Der sehr angenehm zu gehende Höhenweg führte zum Sattel des Čergov–Gebirges. Der Wald wurde wieder dichter und plötzlich erspähten wir etwas versteckt eine alte Holzdatscha. Daneben waren Holzbänke um einen Lagerfeuerplatz aufgestellt. Es war der ideale Rastplatz für uns. Etwas abseits stand einladend ein hölzernes Aborthäuschen mit einem sehr gekonnt geschnitzten Liebesherzchen auf der Tür, was allgemeine Heiterkeit auslöste. Pension Boudica in Gregorovce
Bald danach kamen wir  zum sedlo Čergov, wo man in der "turistická chata" wegen privater Nutzung nicht mehr einkehren kann. In der kleinen abgelegenen Siedlung stehen nur wenige Wochenendhäuschen (Datschen). Nach weiteren 2-3 Kilometern machten wir noch einmal am Waldrand auf Buchenstämmen eine weitere Pause und kamen mit einem einheimischen Pilzsammler auf Englisch ins Gespräch. Er klagte,  2008 sei kein gutes Pilzjahr. An Bergwiesen entlang, links und rechts hatte man wieder beste Aussicht, marschierten wir dann weiter bis Hradisko 606 m hinunter. Hier holten uns die Inhaber der Penzión BOUDICA aus Gregorovce ab, wo wir heute übernachteten. Störche vor der Pension Boudica weckten uns am nächsten Morgen

Die neue Innenausstattung der Unterkunft und der Service sind vom Feinsten und ließen nichts zu wünschen übrig. Zum Abendessen gab es Gulasch nach Art des Hauses, ein ausgezeichnetes Mahl. Die jungen Wirtsleute bieten auch Räumlichkeiten für Festlichkeiten aller Art, z.B. Hochzeiten, an. Sie sprechen sehr gut deutsch und wirken sehr dynamisch.

Auf einem alten Fabrikschornstein in der Nähe der Pension entdeckten wir ein sehr großes Storchennest und die Altvögel waren eifrig beim Klappern, was ja allgemein als ein Glückszeichen gilt.
Selten habe ich ein Storchennest mit solchen Ausmaßen gesehen.

In unserer Wandergruppe wird der Klapperstorch jedoch
- so wie es scheint - keine Arbeit mehr bekommen.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

Die älteste slowakische Holzkirche steht in Hervartov und ist dem Hl. Franz von Assisi geweiht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese  Wandmalerei von "Adam und Eva" befindet sich im Inneren der Holzkirche von Hervartov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick von der Empore in den Innenraum der Holzkirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Aussichtsturm am Sedlo Žobrák

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzhäuschen kurz vor dem Sedlo Čergov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Penzión BOUDICA in Gregorovce

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo kriegten wir die Kinder her,
Wenn Meister Klapper-storch nicht wär?

 Wilhelm  Busch:
"Die fromme Helene"

Bei unserer Wandergruppe schwächelt  der Klapperstorch

Montag 18.08.  Hradisko/Terňa Veľký Šariš

 

“Vom Weibchen vernascht” und hohe Braukunst

 

Frühmorgens fuhr uns das Wirtsehepaar in die ca. acht Kilometer entfernte Ortsmitte von Terňa (375 m). Eine größere Gruppe von Roma war gerade dabei, die Böschungen eines Baches zu säubern. Mit einer Motorsense wurde das hoch gewachsene Gras gemäht und mit Holzrechen für den Abtransport aufgehäufelt. Eine junge Frau, wahrscheinlich von der Gemeindeverwaltung, verteilte an jeden Helfer einen Beleg. Offensichtlich handelte es sich um einen von der Gemeinde angeordneten Arbeitseinsatz. Die zahlreichen Kinder der Gruppe schauten interessiert zu. Wir kauften zunächst einmal in einem kleinen Lebensmittelgeschäft Wanderproviant: Mineralwasser, Äpfel und Bananen, falls angeboten, bilden i. d. R. unseren Rucksackvorrat.

Ein kleiner Teerweg führte uns leicht abwärts am Bach entlang aus dem Dorf hinaus. Zwetschgenbäume lockten mit einer Fülle von reifen Früchten. Auf einer Wiese graste eine große Kuhherde. 86 Tiere zählte ich. Über einen Kilometer marschierten wir dann über eine Hangwiese Naturbelassene Wiese mit unzähligen Insekten bevölkertetwas aufwärts dem Waldrand zu. Die Vielfalt an Gräsern und Blumen verriet, dass hier noch nicht gedüngt und nicht gegen Unkräuter gespritzt wurde. Nur noch ca.6 Grasarten findet man heute z. B. auf gegen Unkraut behandelten und gedüngten Grasflächen in Deutschland. Entsprechend arm an Flora und Fauna ist eine solche Landschaft. Hier jedoch war das Gegenteil der Fall. Unzählige Heuschrecken, Käfer, Mücken, Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und Falter bevölkerten die Wiese. In kleineren sumpfigen Bereichen sahen wir auch Frösche.

Auf einem breiten Grashalm entdeckte ich eine Gottesanbeterin (Fangschrecke), die gerade eine Heuschrecke gefangen hatte. Sie war ca. 8 cm lang, grau-braun wie ein abgestorbener Halm und damit gut getarnt. Bekannt ist die Gottesanbeterin vor allem dadurch; dass sie nach der Begattung ihren Partner auffrisst („vom Weibchen vernascht“).

Nach dem Sattsehen an dieser reichen Artenvielfalt liefen wir aufwärts im Wald zum Sedlo Stáže (440 m). Nach einer weiteren Stunde abwärts, immer noch im Wald, war dann unten im Tal der sich über zwei Kilometer erstreckende Ort Kanaš (305 m) in Sicht. Zahlreiche kleine und große Hunde in den Gärten der Häuser begleiteten lautstark unsere Ankunft bzw. unseren Vorbeimarsch. Unangenehm wurde es aber jetzt noch einmal, da nur noch auf einer breiten Teerstraße, der Hauptstraße, längere Zeit gewandert wurde. Ansicht von Prešov (Eperies bzw. Preschau) in der SlowakeiEndlich kam die Stadt Veľký Šariš mit dem großen Brauereigebäude ins Blickfeld. Unweit der Šariš-Brauerei, neben einer großen Straßenkreuzung, machten wir ausgiebig Mittagsrast.
Das „Šariš“-Bier
genießt in der Region
einen guten Ruf und schmeckt ausgezeichnet. Es wird in der gesamten Ostslowakei, unter anderem auch in Svidnik, Bardejov und Prešov, ausgeschenkt. Mit dem Bus fuhren wir danach in das Zentrum der drittgrößten Stadt der Slowakei, Prešov.

Sie liegt am Zusammenfluss von Torysa und Sekčov. Nach 15 Minuten Fußmarsch quartierten wir uns in der 3-Sterne-Pension „El Dorado“ ein.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Naturbelassene Wiese mit unzähligen Bienen, Schmetterlingen  Hummeln und einer Gottesanbeterin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innenstadt von Prešov

Dienstag 19.08. Veľký Šariš/Malý Šariš   Prešov (Eperies, auch Preschau)

 

Während Felix sich seinen Wunsch erfüllte und auf den Gipfel des Kriváň wanderte, waren wir auf dem "Bergwanderweg Eisenach Budapest" unterwegs. Dirk berichtet:

Ein Tag mit mehr als einem Problem

Beim Frühstück wussten wir schon: Heute kann´s keine Probleme geben: Leichte Tour um die Stadt  Prešov (Eperies, seit 1939 auch Preschau) herum zum Kalvarienberg von Prešov. Von dort wieder zurück in die Stadt.

Wir sind rechtzeitig an der Bushaltestelle. 
Leider ist es die falsche Haltestelle, denn der Bus fährt vor unseren Augen an unserer Haltestelle vorbei. Wir hatten gar nicht bemerkt, dass es wenige Meter weiter noch eine  Haltestelle gab. Es bleibt uns also nur das Taxi, um an unseren Wander-Ausgangspunkt zu kommen. Also wandern wir zurück ins Hotel, wo der Wanderführer uns problemlos ein Taxi organisiert.

In Malý Šariš angekommen finden wir sofort das Wanderzeichen, undNeue Autobahn zwischen Presov und Poprad unerbricht die europäischen Fernwanderwege E3 und E8 wir wandern los. Aber bereits nach 5 Minuten, nachdem wir das Taxi in Malý Šariš verlassen haben, stehen wir vor dem nächsten Problem. Das Zeichen geht durch ein Privatgelände, von dem uns eine Anwohnerin verscheuchen will.

Aber hinter dem Privatgelände gibt es einen Bauzaun.
Wir schauen nach. Da hat man doch tatsächlich eine neue Autobahn mitten durch die europäischen Weitwanderwege E3 und E8 gelegt!

Wir queren die Baustelle.  Bäume auf der anderen Seite sind natürlich längst gefällt und damit sind auch die Wanderzeichen verschwunden. Wolfgang sucht das Wanderzeichen und  findet es auch - Gott sei Dank. Es geht weiter. Nach ein paar Hundert Metern treffen wir auf einen jüdischen Friedhof. Auch das ist für uns eine neue Erfahrung, über einen jüdischen Friedhof zu wandern.

Roma haben direkt auf dem Weitwanderweg ihre Zelte aufgebautJetzt wird es aber richtig schön auf dem europäischen Fernwanderweg. Also ein richtig normaler Wanderweg.
Aber bald sehen wir auf vor uns aus Stofffetzen errichtete  Zelte.
Mein erster Gedanke war, sicherlich eine katholische oder evangelische Jugendgruppe, die hier ihre Zelte aufgebaut hat.

Aber bald erkennen wir auch die Bewohner der Zeltsiedlung, es sind Roma, die hier auf dem Wanderweg campieren.

Wir wandern links an den Zelten vorbei. Nur wenige Bewohner waren zu sehen. Müllplatz direkt am E3-Weg bei Prešov (Eperies bzw. Preschau) in der SlowakeiDoch nach wenigen Metern stehen wir vor einer ca. 2 m hohen  Blechwand, die uns die Fortsetzung des markierten Weges versperrt.
Das wäre schlimm, denn nun hätten wir wieder durch das Roma-Lager zurückwandern müssen. In der Blechwand war noch ein kleiner Durchstieg zu sehen, anscheinend der Zugang der Roma zur Müllhalde der Stadt Prešov. Nun war alles klar: Die Roma waren auf dem Müllplatz als Recyler  tätig.

Zum Glück gibt es rechts neben der Blechwand einen schmalen, kaum begangenen, aber mit Brennnesseln zugewachsenen Weg.
Wir bevorzugen diesen Weg entlang der Blechwand, denn eine Wanderung über den Müllberg der Stadt Prešov kam uns nicht verlockend vor. Und auch für den  Rückweg durch das  Roma-Lager konnten wir uns nicht begeistern.
Ein Müllmann der Stadt Prešov wundert sich genauso über die Wandergruppe wie zuvor die Bauarbeiter an der Autobahn. 

Am Ort Cemjata bei Presov trennen sich die beiden europäischen Fernwanderwege E3 und E8Der Asphalt hatte uns wieder. Die nächsten 30 Minuten mussten wir auf  einer nicht gerade wenig befahrenen Landstraße entlang bis Cemjata  wandern. Der Ort war ein Rehabilitations-Zentrum mit nur wenigen Privathäusern. Vor uns hielt der Stadtbus der Linie 18  von Prešov. Es stiegen einige Wanderer aus, die bald in dem Wald verschwanden.
Jetzt hieß es Abschied nehmen von dem europäischen Fernwanderweg E8.  Der E8 beginnt an der polnisch-ukrainischen Grenze. Wir waren auf diesem Weitwanderweg ab der slowakischen Grenze zu Polen, am Dukla-Pass,  5 Tage unterwegs. Der E8 verläuft westlich vorbei an
Košice (Kaschau), über Bratislava, Wien, Linz, Regensburg, durch unsere Heimat nördlich von Heidelberg, bis in die Niederlande.
Wir bleiben aber auf dem europäischen Fernwanderweg E3, der uns zunächst wieder
zurück nach Prešov (Eperies oder seit 1939Dirk versorgt uns mit Mineralwasser aus der Quelle Kvašná voda bei Eperies Preschau ) und anschließend zur ungarischen Grenze auf den europäischen Fernwanderweg E4 führen soll.

Der Rest der Tour war sehr schön.

Wir erreichten nach einer Wanderung durch den Stadtwald von Prešov eine Quelle mit dem Namen "Kvašná voda". Zunächst konnten wir mit dem Namen Kvašná nichts anfangen aber nachdem uns Dirk mit dem Quellwasser versorgt hatte, wussten wir Bescheid: Es handelt sich um eine Mineralquelle mit sehr saurem Wasser.
Um die Mittagszeit war es sehr heiß an diesem Tag und wir rasteten einige Zeit an der Quelle. Oft konnten wir Kinder beobachten, die mit großen Plastikbehältern Wasser von der Quelle holten.Wallfahrtskirche des Heiligen Kreuzes in Presov

Am Nachmittag erreichten  wir unser Ziel, die Kostol na Kalváríí (Wallfahrtskirche des Heiligen Kreuzes am Kalvarienberg) südwestlich von Prešov.  Nach der Zurückdrängung des Protestantismus wurde in den Jahren 1721 bis 1769 der Gebäudekomplex errichtet. Von einer Plattform aus hatten wir einen schönen Blick auf die unter uns liegende Stadt Prešov. Danach ging es abwärts  an den 14 Stationen des Leidensweges Christi vorbei und in wenigen Minuten erreichten wir wieder unser Hotel in Prešov.

Prešov liegt an dem alten Handelsweg zwischen Ungarn und Polen. St. Nikolaus-Kirche in Presov (Eperies) im Osten der SlowakeiSie erzielte ihren Reichtum  durch die Produktion und den Handel mit Leinenprodukten und Salz aus der nahen Salzmine von Solivar (Salzburg).
Durch die Teilnahme an mehreren Aufständen gegen die Habsburger wurde ihr der Salzhandel verboten. Die Bevölkerung verarmte und viele Bürger verließen ihre Heimat. Dadurch verlor die Stadt an wirtschaftlicher Bedeutung.

Es gibt in Prešov nur wenige Sehenswürdigkeiten, die sich alle am linsenförmigen Marktplatz befinden. Hervorzuheben ist das älteste Gebäude der Stadt, die St. Nikolaus-Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem  66 m hohen Turm.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine neue Autobahn quert die europäischen Weitwanderweg E3 und E8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roma-Lager direkt auf dem europäischen Fernwanderweg E3 und E8

 

 

 

 

 

 

 

Der europäische Fernwanderweg passiert die Müllhalde der Stadt Prešov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An dem kleinen Ort Cemjata trennen sich die europäischen Fernwanderwege E3 und E8 wieder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dirk versorgt uns mit frischem Mineral-wasser aus der Quelle Kvašná voda

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wallfahrtskirche des Heiligen Kreuzes am Kalvarienberg von Prešov

 

 

 

 

 

 

Am Markplatz von Prešov (Eperies) steht die gotische St. Nikolaus-Kirche

 

Fortsetzung des Wanderberichts

Unterkünfte und Wanderstrecke