Die Zips (slowakisch Spiš)

Von der Stadt Poprad (Deutschendorf) entlang des gleichnamigen Flusses nach Nordosten bis zur polnischen Grenze und östlich bis zur natürlichen Landkarte der Zips von 1939 - ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKENGrenze des Bergrückens Branisko erstreckt sich die Zips, slowakisch Spiš.
Es ist eine Region, die aufgrund von Zusammenschlüssen von Städten besonders von deutschen Kolonisten geprägt wurde. Sie folgten im 11. – 13. Jh. dem königlichen Ruf, hier eine neue Heimat zu finden.

Durch Handwerk und Handel machten sie aus ehemals slawischen Siedlungen wohlhabende Städte.
Bei vielen Städten, z.B. Kežmarok (
Käsmark), Levoča (Leutschau) und Spišská Nová Ves (Zipser Neudorf) verrät der heutige slawische Stadtname noch die lautliche Angleichung an die ehemalige deutsche Bezeichnung. 1317 bildeten auf der Grundlage der 1271 erteilten Stadtprivilegien 30 der größeren Gemeinden einen ersten Bund der Zipser Sachsen. Anfang des 14. Jahrhunderts verkleinerte sich der Bund zur berühmten „Provinz der 24 Zipser Städte“.

Verwaltet wurden die Kommunen nach der so genannten „Zipser Willkür“, einem von eingewanderten Zipser Sachsen mitgebrachten und durch die madjarischen (ungarischen) Einflüsse abgewandelten Verwaltungsrecht. Als König Sigismund von Luxemburg 1412 wegen eines kostspieligen Kriegs in finanzielle Schwierigkeiten geriet, verpfändete er 16 der wohlhabenden Zipser Städte für 740.000 Kaisergulden an den polnischen König Wladislaw II. Dieser Betrag wurde übrigens niemals zurückgezahlt.

Die Städte mussten mehr als 350 Jahre hohe Einnahmenanteile an den polnischen Herrscher abführen und trotzdem gelang ihnen der wirtschaftliche Aufstieg. Auch heutigen Besuchern entgeht dieser ehemalige Reichtum nicht.
Die Zips ist eine wahre Schatzkammer besonders gotischer Kunst. Es gibt sogar eine Gotická cesta (
Gotische Straße), gekennzeichnet mit einem großen „G“. Kein Tourist, der an Kunst interessiert ist, sollte daran vorbei fahren.