Wanderbericht Rothaarsteig

4. Etappe: Schmallenberg-Schanze zum Rhein-Weser-Turm

erstellt von Felix und Wolfgang - Bilder von der Wandergruppe

 

Dienstag, 02. November
Schmallenberg-Schanze
Rhein-Weser-Turm

 

Schmallenberg-Schanze 715 m Latrop 410 m — Millionenbank 660 m  [wieder zurück auf dem  Rothaarsteig-Hauptweg] —  Jagdhaus 630 m — Sombornquelle 680 m  Rhein-Weser-Turm 675 m  =   22km

 

Zunächst führte der Weg entlang des Schladebachs leicht talabwärts. Wald, Weg und Wiesen waren nass und feucht. Gelegentlich setzte ganz leichter Nieselregen ein. Ein weiteres Relikt der heidnischen Sachsen – der Altarstein – erschien plötzlich auf der rechten Seite hinter dem aufgestauten Bach. Ein hölzerner Steg führte hinüber. Ähnlich wie beim Heidenstock wurde hier im Geheimen auf dem Steinaltar ein Opfer dargebracht. Ausgesucht wurde dafür ein gesundes Fohlen. Die Drude, eine weise Priesterin, versah den Dienst im wallenden Leinengewand.

 

Weiter ging es abwärts dem Bach entlang. Nach einer Wegkreuzung mit eLatrop - einer der schönsten Orte in Deutschlandiner mächtigen Eiche erreichten wir den kleinen Ort Latrop (200 Einwohner), eines der "schönsten Dörfer der Bundesrepublik Deutschland".
Kurz vor einem steilen Aufstieg zum Hauptweg auf den Kamm des Berges testete ich mit Hilfe von Luftballons die Puste meiner Mitwanderer. Erstaunlicherweise brachte Dirk, unser Raucher, seinen Luftballon als Erster zum Platzen. Den zweiten Platz erreichte Wolfgang.
Jetzt aber beim Anstieg zur Millionenbank (Schutzhütte) war kräftige Puste gefragt. Dirk, „der in meiner Gewichtsklasse spielt“, beSchutzhütte Millionenbank auf dem Rothaarsteigwies auch hier am Berg Biss. Harald, “zwei Gewichtsklassen tiefer“, war mit seiner trainierten Lunge als Erster oben. Der Name „Millionenbank“ soll 1923 in der Inflationszeit entstanden sein. Eine Buche war gefällt worden und ihr Wert ging in die Millionen. Das Geld war jedoch wertlos und so wurde aus ihrem Holz eine Bank errichtet.

 

Auf der Anhöhe erreichten wir dann nach kurzer Zeit „Jagdhaus“(80 Einwohner). Hier wurde Mittagsrast gemacht. Auf einem schmalen Pfad im Tannenwald entfernten wir uns nachmittags von dem Dorf. Gespenstige Nebelfetzen hingen zwischen den Bäumen und der Nebel wurde mit der Zeit immer dichter. Motorsägenlärm in der Ferne erinnerte an das Holz- und Weihnachtsbaumgeschäft.
 Gastraum vom Rhein-Weser-Turm Vorbei ging es an der Sombronquelle und an frisch geschlagenen großen Holzstämmen. Kurz hinter einem Fernsehturm und einer Fahrstraße tauchte dann endlich unser Tagesziel auf, der Rhein-Weser-Turm, heute Restaurant, Wanderherberge und Aussichtsturm.
Der Turm steht genau auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser und wurde in den Jahren 1931/1932 von einem freiwilligen Arbeitsdienst errichtet. Er verfügt über acht Stockwerke und ist 748 m hoch.

 

Geleitet wird das qualitätsbewusste Haus von einem jüngeren dynamischen Wirtsehepaar. Bei dem umfangreichen kulinarischen Spezialitätenangebot hatten wir die Qual der Wahl vor dem Abendessen. Ich entschied mich für „Turmtaler“. Gebratene Bloodworscht mit Zwiebeln und Bauernkartoffeln – eine regionale Spezialität.
Bei Kerzenschein, funkelndem Rotwein und den erlesenen Speisen wurde das Mahl für die Gruppe zu einem Hochgenuss der Sinne.

 

"Bei der nächsten Frau wird alles anders! "

Einige Wanderkameraden verrieten in diskreter Runde, wenn sie noch einmal heiraten würden, könnte die Hochzeitsnacht und die Feier im Rhein-Weser-Turm stattfinden.

 

Kurz vor dem Einschlafen hörten Wolfgang und ich hinter unserer Zimmerwand lautes Geraschel. Offensichtlich haben sich dort Siebenschläfer einquartiert. Nach zehn Minuten kehrte jedoch absolute Ruhe ein und ich erinnere mich gerne an dieses nette Erlebnis.

Übernachtung

Berggasthof
Rhein-Weser-Turm
57399 Kirchhunden-Oberhunden

www.rhein-weser-turm.de

Tolle Lage und auch tolles Ambiente; wir waren sehr zufrieden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Latrop

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Millionenbank - die Talvariante trifft wieder auf den Hauptweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gastraum vom

Rhein-Weser-Turm

 

 

5.  Etappe auf dem Rothaarsteig: Vom Rhein-Weser-Turm nach Ginsberg

 

3. Etappe auf dem Rothaarsteig: Winterberg zur Schmallenberg-Schanze