Wanderbericht Rothaarsteig

3. Etappe: Winterberg nach Schmallenberg-Schanze

erstellt von Felix und Wolfgang - Bilder von der Wandergruppe

 

Montag, 01. November  Winterberg →   Schmallenberg-Schanze  

 

Winterberg 670 m — Naturschutzgebiet Kahler Asten 841 m — Lenneplätze 769 m   Langwiese 730 m — Hoheleyer Hütte 729 m (geöffnet 11:00 - 19:00; montags Ruhetag; keine Übernachtungsmöglichkeit.)  — Albrechtsplatz 729 m
 — [Talvariante] Schmallenberg-Schanze 715 m 
∑ =   20 km

 

Winterberg hat 4.500 Einwohner und ist heilklimatischer Kurort. In der Innenstadt von Winterberg haben  viele Häuser ein Schieferdach. Ein Schieferdach ist absolut dicht und hält mindestens 100 Jahre. Es ist aber teurer als Kunstschiefer aus Eternit.

Der bedeckte Himmel und die grauen Schieferhäuser ergaben eine eigenartige Atmosphäre an diesem Morgen, als wir durch den Ort Richtung Kahler Asten wanderten. Überall Kneipen, Hotels und Textilgeschäfte, Rodelbahnen, Skilifte und eine Bobbahn. Winterberg lebt vom Wintersport.
Holländische Fahnen und Informationstafeln in holländischer Sprache lassen die zahlreichen niederländischen Wintersporttouristen den Aufenthalt im Ausland vergessen. Schnee wird hier ab Mitte November erwartet. An der St.-Georg-Schanze ging es vorbei zum Halbstundenkreuz. Hier wehrten im Jahre 1639 die Winterberger Stadtschützen den Angriff der Schweden erfolgreich ab. Zu Fuß benötigt man von hier aus bis zur Stadtmitte ca. eine halbe Stunde. Früher sollen  die Frauen ihre Männer begleitet bis hierher  Nebel kurz vor dem Kahlen AstenNebelbild von Eugen auf dem Kahlen Astenhaben, wenn diese auszogen, um Handel zu treiben. Jetzt begann der Aufstieg zum Kahlen Asten, dem zweithöchsten Berg Nordrhein-Westfalens, 841 m hoch. Vorbei am Blutstein, einem alten Grenz- und Markstein, (passierte ein zum Tode Verurteilter diese Stelle unbemerkt, konnte das Todesurteil nicht mehr vollstreckt werden, er war wieder frei) marschierten wir auf einem schmalen Pfad zügig nach oben.
Nebel zog auf und wurde immer dichter. Heidel- und Preiselbeeren, Birken, Vogelbeeren und Weiden säumten den Weg.  Die durchschnittliche Temperatur hier oben beträgt 4,9° C. Kein Baum ist wegen der Winterkälte höher als 8 m. Die höchste gemessene Schneehöhe betrug 2,39 m. Viele Fichten weisen wegen der starken Westwinde „Fahnenwuchs“ auf. Auf dem Gipfel befinden sich eine Wetterstation und ein Aussichtsturm mit Hotel und Restaurant. Heute am Feiertag war geschlossen. Der Nebel verhinderte die Fernsicht auf den Brocken im Harz, die Wasserkuppe auf der Rhön und den Feldberg im Taunus. Hungrig und ohne Pause liefen wir dann zur nahe gelegenen Lennequelle. Kein Wunder, dass hier im Sauerland das Brauereigewerbe floriert, aus mehr als 1000 Quellen kann ein weiches Brauwasser geschöpft werden. „Warsteiner“ genießt bei Bierkennern einen ausgezeichneten Ruf.

Mittagsrast im Gasthof Graberhof in HoheleyeNach ca. 8 Kilometern machten wir dann im Gasthof „Graberhof“ in Hoheleye (25 Einwohner) Mittagsrast. “Sauerländischer Sauerbraten", ein Gedicht!
An der Wand in der Gaststätte hing auch ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt:
    „Der große Mann geht seiner Zeit voraus          Der Kluge geht mit ihr auf allen Wegen -
            Der Schlaukopf brütet sie gehörig aus -
               Der Dummkopf stellt sich ihr entgegen.“

 

Auf einem alten, zunächst sehr verschlammten Handelsweg schritten wir wacker weiter voran. Bald kamen wir zu einem 1832 errichteten Bildstock. Er wird heute noch als „Heidenstock“ bezeichnet. Um das Jahr 1000 wurden die hiesigen Dörfer durch die Franken christianisiert. Die heidnischen Sachsen flüchteten in unberührte Gegenden, wo sie ihren Göttern weiterhin Opfer brachten. Ihr Tun wurde verraten und am „Heidenstock“ wurden viele ermordet.

 

Gegen 16:30 Uhr erreichten wir unser Übernachtungshotel „Bräutigam-Hanses“ in dem kleinen Ort Schanze (52 Einwohner). Am Ortsrand kann man noch Reste alter Verteidigungsschanzen aus dem Mittelalter bestaunen. Beim wiederum hervorragenden Kaffepause auf dem RothaarsteigAbendessen wurde mir endgültig klar, mit der geplanten Gewichtsabnahme von  2-3 kg wird es auf dieser Wanderung nichts. Die hiesige Küche ist einfach zu gut. Hinzu kommt, dass die Wandergruppe doch überwiegend aus wackeren Zechern besteht, die einen guten Schluck und die Genüsse einer exquisiten Küche zu schätzen wissen. Garniert wurden die abendlichen Tafelfreuden mit Shakespeare-Zitaten unseres Wanderkollegen Roland.
Roland, bitte bleibe Shakespeare-Fan! Die gesellige Runde wird dadurch sehr bereichert.

Übernachtung

Gasthaus
Bräutigam-Hanses
Schanze 1
57392 Schmallenberg-Schanze

http://www.braeutigam-hanses.com/

Direkt am Rothaarsteig;
Unterkunft können wir empfehlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kahle Asten - voll im Nebel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gasthof Graberhof in Hoheleye

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einkehr im Gasthaus
Bräutigam-Hanses

 

 

4.  Etappe auf dem Rothaarsteig: Von Schmallenberg-Schanze zum Rhein-Weser-Turm

 

2. Etappe auf dem Rothaarsteig: Von Willingen nach Winterberg.