Wanderbericht Rothaarsteig

9. Etappe: Von  der  Fuchskaute nach Haiger (Bahnhof)

erstellt von Felix und Wolfgang - Bilder von der Wandergruppe

 

Freitag, 14. August Fuchskaute 657 m Haiger-Bahnhof

 

Fuchskaute 657 m 0,0 km – Abzweigung Dreiländereck 4,0 km – Rabenscheid 564 m 6,1  km – Wildweiberhäuschen 11,1 km – Abzweigung vom Rothaarsteig nach Haiger 16,2 km – Eduardsturm 390 m 17,8 km  – Haiger-Süd 280 m 19 km - Haiger-Bahnhof  20 km 

 

Sektfrühstück, "Wilde Weiber" und ein betuchter Spender

 

Wir sind schon weit gewandert....
Ein so reichhaltiges Frühstücksbuffet und dazu noch Säfte und Sekt wie in dem Hotel Fuchskaute, hatten wir auf unseren Wanderungen noch nie.

Wie am gestrigen Tag wanderten wir im Hohen Weserbergland durch eine Hügellandschaft mit vielen Wiesen und wenigen Waldflächen.
Zunächst ist der Rothaarsteig für einige Meter mit dem  Westerwaldsteig  identisch.
Kurz vor dem Dreiländereck Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz biegt der Rothaarsteig südlich zum Ort Rabenscheid ab. Auf diesem Abschnitt trafen wir auch auf den einzigen Wanderer der Westerwaldvariante des Rothaarsteigs.

Auf einem Hinweisschild am Ortsrand von Rabenscheid wurden  wir informiert, dass Scheid eine gerodete Fläche innerhalb eines Waldgebiets bedeutet und das Wort Raben im Mittelalter auf die sehr verbreiteten Kolkraben hinweist. Die Kolkraben waren in der Sagenwelt der Germanen die "klugen Vögel" Wotans. Rabenscheid ist somit das "Dorf im Wald der klugen Vögel".

Irgendwo hatten wir innerhalb des Orts eine Abzweigung des Rothaarsteiges verpasst. Wir kamen zwar an der sehenswerten Wehrkirche des Ortes vorbei (war leider geschlossen) . Aber im Ortszentrum war das Wanderzeichen nicht aufzufinden. Erst ein Gemeindearbeiter zeigte uns, wie wir wieder auf den richtigen Weg gelangen können.
Nachdem wir eine schmale Brücke passiert hatten, ging der Rothaarsteig dem schmalen Aubach entlang bis kurz vor den Ort Langenaubach.
Dort lebten einst in einer Höhle des Wildweiberhäuschens die "Wilden Weiber", die allen guten Menschen halfen.
Dass sie auch anders sein konnten, hatte ein Bauer leidvoll erfahren müssen, der ihnen ein Hemd stahl. Sie zerrten den armen Dieb an den Haaren und machten einen derartigen Lärm, dass sein Haus einstürzte. Heute sind diese guten Geister - man vermutet wegen dem Lärm der Steinbrüche - nicht mehr anzutreffen. Zu den Wochenenden ist an dem Rastplatz "Wildweiberhäuschen" eine  Hütte bewirtschaftet.

Die Gemeinde Langenaubach hatte wohl zu viel Geld in der Gemeindekasse, denn nach dem Wildweiberhäuschen ist der Wanderweg mit grobem Splitt aufgefüllt. Kein Wunder, dass die Wanderer links und rechts des Splittweges einen neuen Wanderweg "getrampelt" haben.

9,2 km vor Dillenburg mussten wir den Rothaarsteig verlassen. Wir wollten unbedingt am Nachmittag einen Zug nach Heidelberg erreichen und für ein Weitergehen bis Dillenburg wäre uns die Zeit zu knapp geworden.

Das war der Grund, warum wir den Rothaarsteig verließen und auf dem Zubringerweg nach Haiger wanderten.

Ein gut "betuchter" Urlauber - ein Tuchhändler namens Eduard Schumacher - schenkte der Stadt Haiger eine größere Geldsumme für den Bau eines Aussichtsturmes auf seinem "Lieblingsplatz".
Das geschah Ende des 19. Jahrhunderts und zum Dank an den edlen Spender nennt man ihn Eduardsturm. Von der Turmspitze hat man einen Panoramablick auf Haiger.

In Haiger sahen wir in einer Zeitung die Schlagzeile:

"Ein Wandervergnügen

Schönster Laufweg Deutschlands: der  Westerwaldsteig".

Unser Wanderführer hat diesen neuen Wanderweg schon als eines unserer nächsten Ziele ins Auge gefasst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die dicken Mauern zeigen, dass es sich in Rabenscheid um eine  Wehrkirche handelt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eduardsturm

Aussichtsturm oberhalb von Haiger

 

 

 

  8. Etappe auf dem Rothaarsteig: Von Wasserscheide zur Fuchskaute