Wanderung durch Polen

 

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Wanderung durch die polnischen Beskiden

(8) Durch das Gorce-Gebirge: Von Krościenko nad Dunajcem bis Rabka-Zdrój

Im Jahre 2014 unterwegs auf dem  Fernwanderweg Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg)
 aufgezeichnet von Harald, Felix  und Wolfgang 

 Sonntag 10.08. Fahrt von Kraków nach Krościenko nad Dunajcem
 

Land unter und nasse Rucksäcke

 

Seit 3 Jahren wandern wir (Felix, Klaus, Harald, Dirk und unser Wanderführer Wolfgang) durch den Süden Polens. In diesem Jahr hatten wir uns vorgenommen, das letzte Teilstück des 519 km langen Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg) zu erwandern.

Wie im Vorjahr flogen wir mit der ersten Lufthansa-Maschine von Frankfurt nach Kraków (Krakau). Bereits gegen 10:00 Uhr empfing uns Krakau mit heißen Temperaturen und einer unangenehmen Schwüle. Wir waren deshalb froh, um 13:30 Uhr mit einem klimatisierten Bus nach Krościenko nad Dunajcem in den Pieninen fahren zu können.

Kaum hatten wir Krakau verlassen, fing ein derart heftiges Gewitter an und der Starkregen überschwemmte die Gegenfahrbahn. Der Verkehr kam dadurch auf der Gegenfahrbahn zum Erliegen. Wir konnten von unserem Bus aus sehen, dass Fahrzeuge bis zu den Türen im Wasser standen. Unserem Bus schien das nichts auszumachen.
Die letzten 15 km fuhr der Bus entlang des Gebirgsflusses Dunajec, der uns vom letzten Jahr durch eine Floßfahrt bestens vertraut war.

Oszczypek-Stand (geräucherter Schafskäse) am Marktplatz von Krościenko nad DunajcemAm Zielort Krościenko nad Dunajcem übergab uns der Busfahrer unsere Rucksäcke mit den Worten: „bardzo dużo wody”. Er hatte leider recht, die Rucksäcke, die wir während der 2-stündigen Fahrt im Unterbodenraum des Busses deponiert hatten, waren im Wasser gelegen.
Gleich zu Beginn eine schöne Bescherung.
Am Marktplatz gönnten wir uns in einem Biergarten das erste polnische Bier, bevor wir am Fluss Dunjec entlang zu unserem Hotel wanderten.
 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oszczypek-Stand (geräucherter Schafskäse) am Marktplatz von Krościenko nad Dunajcem

Montag 11.08. Gorce-Gebirge: Dębno Podhalański  →  Schronisko na Turbaczu

 

Ein UNESCO-Weltkulturerbe, Konditionsrückstände
und ein erster Wandergenuss

 

Ein Blick beim Frühstück aus dem Fenster stimmte uns zuversichtlich: trocken, Sonnenschein, blauer Himmel.
Pünktlich um 9:00 Uhr fuhr das bestellte Taxi vor und zunächst ging die Fahrt entlang dem  See Jezioro Czorsztyńskie, einem Rückhaltebecken von 9 km Länge und 1,5 km Breite für den Fluss Dunajec.UNESCO-Weltkulturerbe: św. Michała Archanioła (St. Erzengel Michael) in Dębno Podhalański Unser Ziel war das UNESCO-Weltkulturerbe, die Pfarrkirche św. Michała Archanioła
(St. Erzengel Michael) in Dębno Podhalański, eine Holzkirche aus dem Jahre 1490. Beim Eintritt in die Kirche waren wir überwältigt von der Bemalung mit pflanzlichen Motiven der Decken und Holzwände, die  aus dem 16. Jahrhundert stammen. Welche der heutigen Betonkirchen wird in 600 Jahren noch so vollständig erhalten sein?
Eine Frau informierte uns durch Abspielen einer CD über die Geschichte und die Bedeutung der einzelnen Kunstwerke der Kirche. Auch heute noch werden in der Kirche an Wochenenden Gottesdienste für die örtliche Bevölkerung abgehalten. Leider durfte in der Kirche nicht fotografiert werden.
Blick vom Gorce-Gebirge auf die Hohe Tatra
Weiter ging es dann zum 846 m hohen Sattel Przełęcz Knurowska, wo uns das rote Wanderzeichen des Beskiden-Hauptwegs erwartete. Weidenröschen, Salbei, Heidelbeeren, Himbeeren waren am Wegesrand zu sehen und das schuf eine gute Stimmung.
Zunächst ging es gemächlich über kleine Wiesen und durch Fichtenwäldchen. Dann begann jedoch recht bald ein längerer, sehr steiler unangenehmer Aufstieg, der all unsere Kondition erforderte.
Oben angelangt war jedoch nicht jeder mit seiner körperlichen Fitness zufrieden.
Nachdem wir ein Hochplateau erreicht hatten
, wurde der Wanderweg wieder recht bequem mit schönen Aussichten auf den 1.211 m hohen Lubań und einige andere der umliegenden Berggipfel. Auch der See Jezioro Czorsztyńskie war im Tal gut zu sehen. Leider konnten wir die Hohe Tatra aufgrund des mittäglichen Dunstes nur schemenhaft erkennen.
Während unserer ausgiebigen Mittagsrast auf einer Bergwiese liefen erstaunlich viele – teilweise wandermäßig gut ausgestattete - junge Wanderer an uns vorbei.
Vor uns zogen auf einmal dunkle Regenwolken auf, so dass wir unsere Mittagspause abrupt beendeten.
Bei einem weiteren Aussichtspunkt am 1.282 m hohen Berg
Kiczora kamen wir mit zwei polnischen Wandererern ins Gespräch. Einer sprach sehr gut Deutsch. Er erzählte, er habe nach seiner Tätigkeit beim polnischen Militär in Würzburg und in Dresden gearbeitet.
 
Długa Hala (Lange Heide) mit der Schronisko na Turbaczu Bald sahen wir auch auf einer Alm unser Tagesziel, die Schronisko na Turbaczu. Wir waren überrascht von der Größe der Unterkunft. Auffallend war das sehr groß geschindelte Dach.

Schlagartig gegen 18:00 Uhr zog eine Nebelwand auf und kurz darauf fing es an kräftig zu regnen - mit gelegentlichem Blitz und Donner.
Wir waren froh bei diesem Wetter nicht dr
außen unterwegs sein zu müssen.
Leider schloss die Hüttenküche schon um 20.00 Uhr, so dass wir alle frühzeitig unsere „Kojen” aufsuchen mussten.
 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

UNESCO-Weltkulturerbe:
św. Michała Archanioła
(St. Erzengel Michael) in Dębno Podhalański

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei besserem Wetter hätten wir diesen Blick auf die Hohe Tatra

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Długa Hala (Lange Heide), im Hintergrund die Schronisko na Turbaczu

Dienstag 12.08. Gorce-Gebirge: Schronisko na Turbaczu Rabka-Zdrój

 

Nebelbänke, sterbende Wälder und schnuckelige Berghütten

 

Wanderhinweise an der Schronisko na TurbaczuDie heftigen Regenfälle in der Nacht waren bei unserem Abmarsch von der Schronisko (Berghütte) vorbei. Bereits nach 10 Minuten hatten wir mit 1.310 m den höchsten Gipfel des Gorce-Gebirges, den Turbacz, erreicht.
Aussicht bestand nicht, weil nach den Regenfällen die Landschaft noch in Nebel eingehüllt war.
Auch hier waren ab einer Meereshöhe von 900 m sehr viele Bäume abgestorben und niemand konnte uns Auskunft über die Gründe der Waldschäden geben.

Gegen 11:30 Uhr erreichten wir die kleine Berghütte Schronisko na Starych Wierchach. Es war an diesem Tag recht kühl. Deshalb machten wir eine kleine Rast und stärkten uns mit Tee.
2 Wanderer auf dem Weg zum Berg Turbacz machten hier ebenfalls eine Pause. Sie hatten mehrere netzstielige Hexenröhrlinge gefunden. Leider konnten sie mit den Pilzen nichts anfangen und entsorgten sie zu unserem Erstaunen in einer Mülltonne.
Schronisko na Maciejowej
 



Bereits 1 ½ Stunden später konnten wir auf 842 m Höhe in der Schronisko na Maciejowej unsere Mittagspause machen. Die kleine Berghütte machte auf uns einen sehr gemütlichen Eindruck. Es roch nach frisch gebackenen Kuchen. Auch die frisch zubereiteten Speisen mundeten uns.

In weniger als 1 ½ Stunden erreichten wir unser heutiges Ziel, die Pension Amber in Rabka-Zdrój
(Bad Rabka). 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

Wanderhinweise an der Schronisko na Turbaczu. Da kann man sich nicht verlaufen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schronisko na Maciejowej

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Mittwoch 13.08. Gorce-Gebirge: Rabka-Zdrój  (Bad Rabka)

 

Zug unter Dampf, Stadt ohne Zentrum und jede Menge Kinder

 

Wenige Kilometer südlich von Rabka-Zdrój (Bad Rabka) – an der Bahnlinie Krakau nach Zakopane –befindet sich am Bahnhof von Chabówka das Skansen Taboru Kolejowego , das größte Eisenbahnmuseum Polens.
Gleich am Morgen planten wir eine Besichtigung.

Wir waren überrascht über die vielen Besucher, die  bei regnerischem Wetter hierher kamen. Auch hatten wir uns nicht vorstellen können, wie viele alte Dampflokomotiven, Eisenbahnwaggons zur Personenbeförderung in der 2. und 3. Klasse sowie Güterwaggons hier zu besichtigen sind. Leider waren die meisten Exponate nicht zugänglich. An einem alten Bahnbetriebswerk waren mehrere Bahnarbeiter dabei, eine alte Dampflok zu restaurieren. Auf Hinweistafeln wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass in der Hauptsaison an mehreren Tagen in der Woche Nostalgie-Eisenbahnfahrten von Chabówka nach Mszana Dolna angeboten werden.
 

Den Nachmittag verbrachten wir im Zentrum von Rabka-Zdrój (Bad Rabka).
Auffallend waren die vielen jungen Eltern mit ihren Kindern. Rabka-Zdrój (Bad Rabka) ist in Polen als der größte Kinderkurort des Landes bekannt. Der Springbrunnen "Fontanna ze słoniami", immer von Kindern umlagert
Während der sozialistischen Zeit wurden speziell Kinder mit Atemwegserkrankungen aus den Kohlerevieren Polens hierhergeschickt. Auch Kinder aus dem verstrahlten Gebiet von Tschernobyl (Weißrussland) werden nach wie vor in jedem Jahr hier  gepflegt.
Überrascht waren wir, dass der Ort kein erkennbares urbanes Zentrum hat.
Der riesige Kurpark nimmt den größten Teil der Stadt ein.
Im nördlichen Teil des Kurparks in der Straße Władysława Orkana befindet sich der Springbrunnen "Fontanna ze słoniami", der mit Elefantenfiguren eingerahmt ist. Eine Attraktion nicht nur für Kinder …..
Gut gefallen haben uns die Wasserspiele am Abend, wenn die Fontänen farbig angestrahlt werden und sie sich entsprechend der Musik auf und ab bewegen.
 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

Museum für Fahrzeuge und Bahntechnik in Chabówka (Skansen Taboru Kolejowego)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Springbrunnen "Fontanna ze słoniami", immer von Kindern umlagert

 

 

 Wanderbericht:   (7) Wanderung um Krościenko nad Dunajcem

 

  Wanderbericht:   (8) Wanderung von Krościenko nach Zakopane

 

Wanderbericht:  (11) Wanderung von Rabka-Zdrój  nach Żywiec