Krivánska Malá Fatra (Nördliche Mala Fatra), Slowakei

 

 

 

 

          Wanderbericht 2. Teil Wandersymbol für Wanderberichte

Leutschau, die Perle der Zips und das Slowakische Paradies

Im Jahre 2007 auf dem Weitwanderweg in Richtung Budapest - aufgezeichnet von Felix

 

Montag 27.08. Levoča (Leutschau) + Spišský hrad (Zipser Burg)

Meister Paul und eine Burg wie aus dem Märchenland


Um 9:00 Uhr holte uns Frau Dana Palza am Hoteleingang zur Stadtführung ab. Levoča (Leutschau) hat 14.300 Einwohner. Die Arbeitslosigkeit beträgt 19 %.
Für leichte Vergehen wurden vor allem Frauen für 24 Stunden in den Schandkäfig von Levoca gesperrt17 % der Bevölkerung sind Roma.
Im 13. Jh. wurde die Stadt durch einen Mongoleneinfall zerstört. Danach besiedelten deutsche Kolonisten die Stadt und brachten sie durch Handel und Handwerk zum Blühen.
Die erste Attraktion des Rundgangs am Hauptplatz ist ein mittelalterlicher Schandkäfig. Frauen, die ohne männliche Begleitung nach 20:00 Uhr noch unterwegs waren, mussten für 24 Stunden in den Pranger und wurden dort zur Strafe zur Schau gestellt. Zusätzlich für diese Schande wurden die Delinquentinnen auch noch verhöhnt und angespuckt.

Unter Arkadenbögen, vorbei an einer Comenius-Gedenkstätte, gelangten wir ins Rathaus. Es ist ein Renaissancebau, der zwischen 1550 und 1615 erstellt wurde. Ein Museum zeigt Exponate zurEingang zum alten Rathaus von Levoca (Leutschau) Geschichte der Stadt, u. a. Rüstungen, Waffen, Folterinstrumente, alte Stadtkarten sowie keltische Funde. Im Sitzungssaal hängt ein Leuchter aus Bergkristallen, ein ehemaliges Geschenk der Stadt Venedig.

Ein großes Bild an einer Tür zeigt die "Weiße Frau von Levoča". Zu sehen ist eine Frau in einem weißen Kleid. Sie steht an einer Tür und öffnet gerade den kaiserlichen Truppen eine geheime Eingangstür zur Stadt. Juliana Korponay-Giczy lebte von 1680 -1714. Sie war verheiratet mit einem Anführer der Kuruzen. 1709 war Levoča von kaiserlichen Truppen umstellt, da die Stadt mit den Aufständischen (Kuruzen) von Franz II. Rakoczy verbündet war.  Da die Stadt nicht erobert werden konnte, kam es zu Friedensverhandlungen. Der Legende nach, soll die weiße Frau aus Liebe die Stadt Levoca 1710 an die kaiserliche Armee verraten habenDer Anführer der aufständischen Kuruzen Stefan Andrassy nahm an den geheimen Friedensgesprächen teil.

Der Geliebte der angesehenen und verheirateten Adeligen Juliana war Kommandant der kaiserlichen Truppen. In der Nacht des 13. Februar 1710 soll sie den kaiserlichen Truppen in Levoča Einlass gewährt haben. Damit habe sie angeblich ihre Heimatstadt verraten. Gedankt hat ihr der Liebhaber die Tat nicht, im Gegenteil, er ließ sie verhaften und am 25.09.1714 wurde sie auf kaiserlichen Befehl in Györ enthauptet. Vieles scheint jedoch an dieser Frauengeschichte bis heute zweifelhaft und widersprüchlich.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

Die Region Zips

 

 

Der Schandkäfig im Zentrum von Levoča

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang zum alten Rathaus von Levoča  - heute ein Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die "Weiße Frau" von Levoča ─
sie soll aus Liebe ihre Heimatstadt verraten haben

 

Nach dem Rathausbesuch führte uns Frau Palza in die gotische St. Jakobs-Kirche. Sie ist von hochrangiger Bedeutung im Bereich der sakralen Kunst. Der dreischiffige Bau mit Kreuzgewölbe Das alte Rathaus von Levocva (Leutschau) - beherbergt heute das Zipser-Museumsowie die Kapelle des hl. Georg errichtete man bis zum Jahr 1400. Der Turm ist neugotisch, da der ursprüngliche 1848 durch Brand vernichtet wurde. Die größte Sehenswürdigkeit im Inneren ist der Hauptaltar des hl. Jakob d. Ä. Mit einer Gesamthöhe von 18,62 m ist er der höchste gotische Altar auf der ganzen Welt. 1508-1517 wurde er von dem berühmten Holzschnitzer Meister Paul aus Levoča angefertigt. Zentrale Figuren des Altars sind die 2,47 m große Gottesmutter mit Kind, der heilige Jakob 2,32 m und der hl. Johannes 2,30 m. Alle drei sind jeweils aus einem Stück Lindenholz geschnitzt. Die meisten der schönen Epitaphe (Grabmal mit Inschrift) an den Kirchenwänden sind der bedeutendsten Adelsfamilie Levočas, den Thurzos, gewidmet.
Vom Rathausbalkon blickt man auf den Meister Pavl Platz
Anschließend zeigte uns Frau Palza noch einige schön renovierte alte historische Gebäude am Hauptplatz. Investoren werden gesucht, um die alte wertvolle Bausubstanz wieder zur Geltung zu bringen. Unsere Stadtführerin plant, ein privates Touristikinformationszentrum in Levoča zu eröffnen. Wir wünschen ihr von dieser Stelle aus noch einmal viel Glück bei diesem Vorhaben. Bedanken möchten wir uns bei Frau Palza noch einmal für ihre "lebendige" und informative Führung durch Levoča.

 

 

 

Altes Rathaus mit seinen Arkaden in Levoča

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historische Häuser am Námestie Majstra Pavla (Meister Paul Platz)

Nach dem Stadtrundgang fuhren wir dann mit dem Bus nach Spišské Podhradie (Kirchdrauf) zur Spišský hrad (Zipser Burg). Die Zipser Burg gehört zu den größten Burganlagen Europas - zählt seit 1993 zu den UNESCO-WeltkulturerbenSie ist mit über vier Hektar eine der größten Burganlagen Europas. Seit 1993 ist sie Unesco-Weltkulturerbe. Auf einem lang gezogenen Travertinfelsen erhebt sie sich auf 634 m Höhe oberhalb eines Talkessels wie ein Riff aus der Brandung. Auch das imposante Mauerwerk besteht überwiegend aus Travertin. Travertin ist verdichteter Kalktuff. Aus kalkhaltigem fließendem Wasser entsteht durch Entweichen von Kohlensäure der poröse Kalkstein. Der Weg zur Burg hinauf von Spišské Podhradie muss zu Fuß zurückgelegt werden. Bereits nach 20 Minuten waren wir oben. Am Eingangsportal hing ein Schild mit dem Hinweis, evtl. anzutreffende fliegende Die Zipser Burg steht auf einem 634 m hohen Berg und im Mittelalter konnte man den Talkessel bis zur Hohen Tatra kontrollierenAmeisen seien ungefährlich. Wir bekamen aber keine zu Gesicht. Die äußere große Befestigungsmauer ist im unteren Teil der Burganlage über eine lange Strecke gut begehbar. In den Burggebäuden sind eine mittelalterliche Küche, Museumsräume mit keltischen Funden, Folterwerkzeugen und Waffen sowie eine Burgkapelle untergebracht. Vom Turm aus bietet sich ein traumhafter Ausblick auf das Zipser Umland. Andenkenläden, Kioske und eine kleine Gaststätte befinden sich in den Innenhöfen der Burg. Holzschnitzern kann man bei der Arbeit zusehen.

Bis in die jüngere Steinzeit konnten Archäologen eine Blick von der Zipser Burg auf  die Vorburgenstadt: Spisske PodhradieBesiedlung der Burg nachweisen. 1209 war die Burg bereits politischer und kultureller Mittelpunkt der Zips. 1241 wurde ein Mongolenangriff abgewehrt. Bis 1464 gehörte sie dem jeweiligen Herrscher über Ungarn. Danach wechselten sich ungarische Adelsfamilien als Besitzer ab. Im Laufe der Jahrhunderte kam es zur schrittweisen Erweiterung der Burg. Nach einem großen Brand 1780 begann sie zur Ruine zu zerfallen. Erst 1970 wurden größere Renovierungen durchgeführt.

Nach dem Abstieg von der Burg, wieder hinunter nach Spišské Podhradie, fuhren wir mit dem Bus über Poprad zum Ort Čingov im Slowakischen Paradies. Hier übernachteten wir in der „Penzión Lesnica“.

Die Region Zips

 

Die größte Burganlage in Europa:
die
Spišský hrad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Turm auf die Befestigungs-mauern der Zipser Burg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ort Spišské Podhradie von der Zipser Burg aus gesehen.

Dienstag 28.08. Slovenský raj (Slowakisches Paradies)

 „Slowakisches Paradies“ und „himmlische“ Wanderwege 

 

Das Karstgebiet, das sich südwestlich von Levoča und westlich von Bei Wanderungen im Slowakischen Paradies sind oft Leitern zu benutztenSpišská Nová Ves (Zipser Neudorf) erstreckt, nennen die Slowaken ihr Paradies und es wurde in den 90-er Jahren zum Nationalpark erklärt. Für die Nationalparks gelten strenge Vorschriften. Wer sie missachtet, muss mit strengen Geldstrafen rechnen. Typisch für die geologische Formation des Karsts sind schmale und steile Schluchten (rokliny), romantische bis wild plätschernde Wasserfälle und Höhlen. Beim Wandern auf den zahlreich vorhandenen markierten Wegen helfen Holzsteige und Stege – an Himmelsleitern erinnernd – kaskadenartig fallendes Gelände zu überwinden. Öfters steigt man hier an Wasserfällen hinauf.
Idealer Ausgangspunkt für Ausflüge ins Slowakische Paradies ist Čingov (490 m), Stadtteil des 3 km südwestlich von Spišská Nová Ves gelegenen Ortes Smižany. Aussichtspunkt Thomasfelsen im Slowakischen Paradies

Für uns stand heute ein ca. 6 Stunden dauernder und einer der am häufigsten besuchten Trassenrundwanderwege auf dem Programm.
Zehn Minuten ging es zunächst einen breiten, flachen Fichtenwaldweg entlang. Dann folgten wir der gelben Markierung zügig einen schmalen steileren Pfad immer im Wald hinauf. Nach einer Stunde erreichten wir den Tomášovský výhľad
(Thomasausblick). Auf einer steil abfallenden Felsterrasse in 687 m Höhe hat man eine herrliche Rundumsicht ins Tal des Flusses Hornád und Wandergruppe auf dem Plateau des Thomasfelsenhinauf bis zu den Gipfeln der Hohen Tatra. Der Blick schweift vor allem auf Wälder aus Kiefern, Tannen und Fichten. Am Hang gegenüber konnten wir eine große Höhle entdecken. Eine Hinweistafel informiert über die heimische Flora und Fauna. Orchidee, Küchenschelle, Wolf, Luchs, Jagdfalke und Sperber sind hier noch anzutreffen. Öfters hörten wir bei der heutigen Tour auch Schwarzspechte.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

Die Schluchten im Slowakischen Paradies sind nur mittels "Himmelsleitern" zu durchwandern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der  Thomasausblick im Slowakischen Paradies

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Felsenterasse "Thomasausblick"

Vom Thomasausblick erfolgte dann der Abstieg zur Letanovský mlyn 513 m (Mühle). Zwei Romabuben wiesen uns  auf eine Gaststätte in der Nähe hin. Kurz darauf kam aus dichtem Gebüsch ihr Vater. Der Hornad-Durchbruch im Slowakischen ParadiesEr hatte ein großes und schweres Holzbündel aus Haselnussstangen quer auf dem Rücken. Weiter marschierten wir über eine ca. 25 m lange Holzblechbrücke, die durch Ketten gesichert ist. Wir hatten den Cañyon des Hornád-Durchbruchs erreicht. Der Fluss schlängelt sich mehrere Kilometer weit unter wild romantischen Felsformationen eng am Weg entlang durch die Schlucht. Am Beginn der Schlucht Kláštorská roklina geht es weg vom Hornád, einen durch Ketten, Seile, Steigeisen und Blechsteige gesicherten Steig hinauf. Dieser Wanderweg durfte nur von unten nach oben begangen werden. Wir begegneten einigen Wanderern, die ebenfalls die Schlucht durchwandern wollten. Gegenseitige Rücksichtnahme an gefährlichen Engstellen ist bei Bergwanderern selbstverständlich. Längere Zeit bergauf und bergab Die Wanderwege durch das Slowakische Paradies sind oftmals Flussbettenmit immer neuen körperlichen Anstrengungen, Springen, Rutschen, Ziehen, Klettern, Gleichgewicht halten, sorgten für höchsten Natur- und Wandergenuss. Bald folgte der Pfad einem Wildbachlauf steil aufwärts, gekennzeichnet durch eine grüne Markierung. Dreimal mussten innerhalb kurzer Zeit 15 m lange Eisenleitern in dem terrassenförmig ansteigenden Bachbett hinaufgeklettert werden. Große abgestorbene Baumstämme lagen im Weg und ließen die Wassergewalt im Frühling nach der Schneeschmelze erahnen. Nachdem noch einige weitere kleinere Leitern bewältigt waren, gelangten wir auf eine Waldlichtung mit einer großen Bergwiese. Wir waren in Kláštorisko (770 m) angekommen.

 

 

 

 

 

 

Das Cañyon des Flusses Hornád

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schlucht Kláštorská roklina ist nur in einer Richtung (von unten nach oben) zu begehen.

Im Bergrestaurant herrschte reger Betrieb und wir aßen auf der hölzernen Aussichtsterrasse zu Mittag. Etwas entfernt sah man die Ruinen eines ehemaligen Kartäuserklosters, das um das Jahr 1305 entstanden war. 1543 wurde es zerstört, nachdem die Mönche es verlassen hatten.

Auf dem Weg zurück übernahm ein blaues Zeichen die Führung. Immer wieder gab es schöne Aussichtsstellen. Nach einer halben Stunde, immer im Kiefernwald, ging es Ketten gesicherte In den Felsen montierte Steigeisen und Ketten sichern den Weg entlang dem Fluss HornadSerpentinenpfade hinunter zum tief eingegrabenen Wildbach. Bergab ist man ein Drittel der Zeit schneller als bergauf. Dafür geht der Abstieg aber „mehr in die Knie“, wie wir Wanderer sagen. Schon eine weitere halbe Stunde später standen wir unten auf einer kleinen Stahlblech-Brücke über dem glasklaren Wasser des Hornád (Biely potok-ústie 510 m). Weiter liefen wir dann auf einem bequemen breiten Naturlehrpfad immer am Wasser entlang. Kurz darauf zeigte sich links oben wieder die Thomasfelsenterrasse. Winzig klein sahen die Leute darauf aus. Sehr angenehm empfanden wir die frische, kühle Luft hier unten im Tal. Als ornithologisch interessiertem Menschen gefielen mir auch die Informationstafeln über die hier lebenden Singvögel, u. a. Singdrossel und Wasseramsel. 20 Minuten danach kamen Eingang zur Pension Lesnica im Ort Cingov (Slowakisches Paradies) align=wir dann wieder in unserer „Penzión Lesnica“ an.

Damit war das eigentliche Wandern der Sommertour 2007 beendet, da in den restlichen beiden Tagen nur noch Besichtigungen in Bratislava und Wien bevorstanden.
Keinen einzigen Regentag während unserer Wanderung hatte es dieses Jahr in der Slowakei gegeben. Petrus war uns in den Jahren zuvor weit weniger zugetan. Vor zwei Jahren hatten wir sogar die Sintflut erlebt und mussten vorzeitig nach Hause reisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wanderwege im Slowakischen Paradies sind durch Steigeisen und Ketten gesichert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Penzión Lesnica im Ort Čingov

Mittwoch 29.08. Fahrt nach Bratislava (Preßburg)

Königskrönungen, ein Türkenbollwerk und Nachtleben einer Großstadt


Die Inhaberin unserer Pension fuhr uns morgens zum Bahnhof ins 3 km entfernte Pension und Restaurant Portus in BratislavaSpišská Nová Ves. Hier stiegen wir in einen Schnellzug, der direkt nach Bratislava fuhr. Kurz nach 15:00 Uhr, nach ca. 6 Std. Fahrt, bezogen wir Quartier in der Altstadt im „Restaurant und Penzion Portus“, unweit der Donau und der amerikanischen Botschaft.
Vier bewaffnete Wachposten kontrollierten sorgfältig am Botschaftseingang Besucher und Fahrzeuge. Große Spiegel wurden unter die Autos geschoben, um evtl. Sprengstoff zu entdecken.
Da uns unverständlicherweise vor zwei Jahren im Rahmen einer Bratislavastadtführung weder die Burg noch der Dom gezeigt wurden, hatte unser Wanderführer versprochen, dies im Jahr 2007 nachzuholen.

Nur zehn Minuten benötigten wir von unserem Hotel aus, um zum Dóm sv. Martin (Martinsdom) zu gelangen. Der gotische Bau mit einem breiten Schiff und zwei Seitenschiffen wurdeDom sv. Martin (Martins-Dom) von Bratislava an der Stelle einer romanischen Kirche aus dem 14. Jh. errichtet. Von 1563 bis 1830 wurden hier elf ungarische Könige und acht Königinnen, u. a. Maria Theresia, gekrönt. Eine gemalte Gedenktafel an der Nordseite des Presbyteriums (Chorraum) nennt alle gekrönten Häupter. Auch der 85 Meter hohe Turm erinnert daran, dass dies einst der Ort von Königskrönungen war. Die schlanke Turmspitze enthält nämlich eine Kopie der ungarischen Stephanskrone. Stephan war der erste König Ungarns um das Jahr 1000. Die Krone an der Turmspitze ist etwa einen Meter hoch und 300 kg schwer. Im Inneren des Doms sind die Kapelle von Johannes dem Almosengeber, die Großplastik des hl. Martin sowie sehr schöne Bleiglasfenster zu bewundern.

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Altstadt von Bratislava:

Restaurant und Pension Portus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dóm sv. Martin (Martinsdom) mit der Kopie der Stephanskrone auf der Turmspitze

Glasfenster im Dom sv. Martin (Martinsdom) von BratislavaNach der Dombesichtigung schritten wir über Steinstufen hinauf zum Wahrzeichen der Stadt, der viertürmigen Burg, einem gewaltigen kantigen Bollwerk. Oben mussten wir uns erst einmal satt sehen an der herrlichen Aussicht auf die Altstadt mit den Kirchen und die Donau mit den Brücken und Schiffen. Aber auch die größte Trabantenstadt des Landes, Petrázalka mit etwa 130.000 Bewohnern, war zu sehen. Heute befinden sich in der Burg verschiedene Museen, auch das Nationalmuseum der Slowakei.

Der Präsident und die Parlamentsmitglieder nutzen das historische Gemäuer zu Repräsentationszwecken. Schon um das Jahr 2500 v. Chr. soll der Burgberg besiedelt gewesen sein. Seither wechselten sich Stämme und Völker beim Bau der strategisch günstig gelegenen Festung über der Donau ab. Der gotischeDie Burg von Bratislava aus der Nähe gesehen Burgpalast wurde ab 1430 für König Sigismund errichtet. Im 16. und 17. Jh. wurde die Burg zur königlichen Schatzkammer, da Buda [-Pest] durch die Türken bedroht wurde und deshalb nicht länger Königssitz sein konnte. Mehr als ein Jh. hielten die Osmanen das heutige ungarische Staatsgebiet besetzt und sie unternahmen immer wieder Beutezüge nach „Oberungarn“, wie die Slowakei zum Unwillen der Slowaken damals genannt wurde, sogar bis in die Tatra.

Über 100 Burgen sind deshalb heute noch über die Slowakei verteilt, teils als Ruinen, (Starý hrad in Strečno, Burgruine Súľover), als Museen (Burg Strečno, Oravský hrad, Spišský hrad), aber auch als prächtig heraus geputzte Schlösser. 1683 wurden die Türken vor Wien unter dem polnischen König Sobjewski besiegt. Unter der Kaiserin Maria Theresia erlebten die Burg und der Dom von Bratislava die größte Blüte. Eine stattliche Barockresidenz entstand. Im Burggarten von Bratislava ein Gedenkstein für Alexander DubcekNach dem Tod Maria Theresias verlor die Burg ihre Bedeutung als königliche Residenz. 1811 brannte die Burg fast vollständig aus. Erst ab 1950 begann man die Ruinen wieder aufzubauen.
 
Im Burggarten erinnerte uns ein Gedenkstein für Alexander Dubček an den so genannten „Prager Frühling“ 1968. Dubček, gebürtiger Slowake, wollte zusammen mit dem Tschechen Ludvik Svoboda demokratische Reformen in der ehemaligen Tschechoslowakei einführen. Die Demokratiebewegung wurde jedoch durch sowjetische Panzer in Prag blutig niedergeschlagen.

Burg und Dom Bratislavas sind die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und für jeden Slowakeitouristen empfehlenswert. Am Rande der Altstadt gibt es viele Möglichkeiten, angenehme Stunden in Parks, am Donauufer oder in nahen Ausflugslokalen zu verbringen.
Auch wir machten uns abends auf den Weg zum gegenüber liegenden Donauufer. Ziel war das berühmte Lokal "Leberfinger". Napoleon soll hier 1809/10 den Angriff auf die Stadt Bratislava geleitet haben. Über die
Nóvý most (Neue Brücke) gingen wir auf einem Fußgängersteig seitlich unterhalb der stark befahrenen Hauptverkehrsstraße über die Donau hinüber.

Große Frachtschiffe fuhren auch jetzt in der Dunkelheit unter uns vorbei. Im Lokal erwarteten uns große Essensportionen, u. a. XXL-Schnitzel.Wandbild im Lokal Leberfinger in Bratislava An den Wänden sind historische Gemälde aus dem Kaiserreich Österreich-Ungarn. Nach dem Gaststättenbesuch schlenderten wir noch etwas am Donauufer entlang und genossen den Blick auf Tausende von Lichtern der Stadt.
Laserlicht aus Diskotheken und Reklamebeleuchtung fielen besonders auf. Am Ufer hatte ein Schiff mit dem Namen „Hubert von Goisern“ angelegt und im Rahmen der Aktion „Rettet die Donauauen“ trat der österreichische "Alpenrocker" mit seiner Band "Alpinkatzen" bei freiem Eintritt auf:

"A Hiatamadl mog i net, hot koane dicke Wadln net!
I will a Madl aus der Stadt, wos dicke Wadln hat!"

Viele jugendliche Zuhörer waren gekommen und genossen die Partystimmung.
In einem kleinen Café ließen auch wir den Tag gemütlich ausklingen.

 

 

 

 

 

Bleiglasfenster im Dom von Bratislava

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Burg von Bratislava aus der Nähe gesehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkstein für Alexander Dubček im Burggarten von Bratislava.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wandgemälde im Restaurant Leberfinger

Donnerstag 30.08. Bratislava (Preßburg)  Heidelberg

Schiffe unter Billigflaggen und Wiener Flair

Nach einem kurzen Altstadtbummel Dieser Katamaran verbindet Wien mit Bratislava in 75 Minuntenfanden wir uns am Donauufer um 11:00 Uhr zur Abfahrt mit dem Katamaran nach Wien ein.
1,5 Stunden dauert die sehr empfehlenswerte Fahrt mit dem bis zu 65 km/h fahrenden Schnellboot. Etwas wehmütig nahmen wir Abschied von Bratislava. Die mächtige Burg, Dom und Altstadt zeigten sich noch einmal in ganzer Pracht.

Sehr rasch waren wir aus der Stadt heraus und ländlich geprägte Ufer bestimmten die Aussicht. Gelegentlich tauchten Burgen, Weinberge und kleinere Städte auf. Innenansicht vom Stephansdom in WienKormorane, Enten und ab und zu ein Angler lauerten auf Beute. Auf dem Fluss herrschte reger Schiffsverkehr. Schwer beladene und damit kaum aus dem Wasser schauende Frachtkähne wechselten sich mit Containerschiffen und Ausflugsbooten ab. Zweimal überholte uns ein Tragflügelboot. Große russische Schubverbände passierten wir mit gedrosselter Geschwindigkeit, die Namen „Kursk“ und „Irkutsk“ waren zu lesen.  Ein Schlepper schiebt ein oder zwei Frachtschiffe ohne Motor. Die so genannten Schiffe unter Billigflaggen beherrschen heute den Schiffstransportverkehr auf der Donau.

Interessant sind auch die vielen kleinen Fischer- bzw. Räucherhäuschen aus Holz an beiden Ufern. Zum Fluss hin hängen große Netze, die mit Hilfe von Seilwinden ausgelegt bzw. eingeholt werden Im Stadtgarten steht das meistfotografierteste Denkmal Wiens: Johann Straußkönnen. An einem Seitenkanal der Donau legte der Katamaran dann in der Innenstadt Wiens an. „Es gibt nur a Kaiserstadt – es gibt nur a Wien“, so sprach der Walzerkönig Johann Strauß. Nach dem Einchecken am City Air Terminal unternahmen wir noch einen Stadtbesuch. Leider war der Stephansdom („Steffl“) für eine ausgiebige Besichtigung völlig überfüllt und deshalb teilweise gesperrt. So entfiel die Fahrt mit dem Aufzug auf den Südturm, um die Stadt von oben zu betrachten. Auch die Pummerin, die 21 t schwere Glocke, bekamen wir daher nicht zu Gesicht. Beim Bummel durch den Graben genossen wir Wiener Flair und aßen hier auch eine Kleinigkeit.
Am Nachbartisch saßen mehrere Leute, die wir später als Bettler in der Fußgängerzone wieder sahen.
Wir hatten nur noch Zeit, uns das Burgtheater Schloss Schönbrunn in Wien - ehemalige Sommerresidenz des österreichsichen Kaisersund das österreichische Parlament von außen anzuschauen, bevor wir mit der U-Bahn zum Flughafen fuhren.
Planmäßig um 18:30 Uhr landeten wir dann in Frankfurt/M. und schon um 20:30 Uhr konnte ich meine Frau in Heidelberg in die Arme schließen.

Für mich war es die bisher schönste Tour auf der Wanderung „Eisenach – Budapest“ überhaupt gewesen. Das sehr abwechslungsreiche Wandern in der Hohen Tatra schien mir auf dem gesamten Unser Wafue Wolfgang - ein echter Kerl mit HerzblutWanderweg der Höhepunkt.

 

Höchstes Lob und Dank gebührt wieder unserem Wanderführer, Cheforganisator und Lenker.
Wolfgang, Du bist halt mit Herzblut bei der Sache. Dein feiner Geschmack und Deine Sprachkenntnisse und Weltgewandtheit kommen uns sehr zugute.

Im folgenden Sommer ist die Wandergruppe Meluhn wieder auf versteckten Wolfs- und Bärenpfaden am E3-Weg in der Ostslowakei nahe der ukrainischen/polnischen Grenze unterwegs.

 

 

 

Fahrt mit dem Katamaran von Bratislava nach Wien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innenansicht vom Wahrzeichen Wiens, dem Stephansdom, von Wiener liebevoll "Steffel" genannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johann Strauß- Denkmal im Stadtgarten.
Es ist das am meisten fotografierte Denkmal von Wien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schloss Schönbrunn -
die ehemalige Sommerresidenz der österreichischen Kaiser.

 

 

 

 

 

 

Unser Wanderführer Wolfgang - ein ganzer Kerl mit Herzblut

 Auf dem Wanderweg eine ungewöhnlich große Raupe - die des Weidenbohrers

Diese außergewöhnlich etwa 8 cm große Raupe hatten wir auf unserer Wanderung gesehen.

Dank von Herrn Dugrillon haben wir inzwischen den Namen erfahren: Es handelt sich um die Raupe des Weidenbohrers!
Mehr Infos hierzu unter Wkipedia
:

http://de.wikipedia.org/wiki/Weidenbohrer

 

Fortsetzung der Wanderung in der Ostslowakei

 

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