Wanderung durch Polen auf dem Beskiden-Hauptweg

 

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Wanderung durch die polnischen Beskiden

(6) Durch die Sandezer Beskiden von Krynica-Zdrój bis Krościenko nad Dunajcem

Im Jahre 2013 unterwegs auf dem  Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg)
 aufgezeichnet von Felix, Harald und Wolfgang 

Montag 12.08. Anreise und Fahrt nach Krynica-Zdrój

 

 Nur Fastfood, tragbarer Kühlschrank und riesige Menschenschlange

 

Es war wieder Sommer und eine Fortsetzung auf dem Beskiden-Hauptweg war angesagt.


2013 war ein außergewöhnlich nasses und kaltes Frühjahr. Weite Landstriche in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Schleswig-Holstein  meldeten  nach heftigen Regenfällen „Land unter“.

Dafür hatten wir im August 2013 vor allem in Osteuropa Rekordtemperaturen von 40 Grad. Deshalb bestand bei der Wandergruppe die Befürchtung, dass wir unsere Tour durch Südpolen (Beskiden) nur mit einem tragbaren Kühlschrank überstehen können.


8:25 Uhr war Abflug in Frankfurt und bereits um 10:00 Uhr konnten wir unsere Rucksäcke in Kraków (Krakau) in Empfang nehmen. Krakau war uns von unserer Wanderung 2012 in guter Erinnerung.
Vom Flughafen ging es  in wenigen Minuten mit der „Schnellbahn“ zum Hauptbahnhof, wo wir uns zunächst in der  Galeria Krakowska für die Weiterreise stärkten.
Kulinarische „Highlights“ waren nirgends zu entdecken, vielmehr dominierten Fastfood-Ketten.

 

Nach einer 3-stündigen Busfahrt – vorbei  an abgeernteten Getreidefeldern – erreichten wir den etwas höher gelegenen Bergkurort Krynica-Zdrój, mit seinen 11.000 Einwohnern.


Kaum aus dem Bus ausgestiegen, fiel uns eine (rätselhafte), riesige Menschenschlange auf.
Wofür standen sie alle an?
„Lody“ stand über dem Geschäft, wir waren auf den besten Eissalon Südpolens gestoßen.


Wir haben schon viele Kurorte in Polen gesehen, aber noch keinen mit so vielen Besuchern. Krynica-Zdrój scheint der populärste in Polen zu sein.

 

Unterkünfte und  Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von dieser Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle lieben Eiscreme

 

 

Dienstag 13.08. Besichtigung von Krynica-Zdrój und Umgebung
                             Krynica-Zdrój (Stadt)
Powroźnik 9,3 km /2:10 h

 

Er nannte sich Nikifor, Gedränge auf der Flaniermeile
und Hohe Tatra in Sicht
.

 

Welcher berühmte polnische „naive“ Maler des 20. Jahrhunderts  rührte die Wasserfarben mit seiner Spucke an und erzielte damit außergewöhnliche Farben?

Es war Epifaniusz Drowniak, mit Künstlernamen  Nikifor,  der (fast) sein ganzes Leben in Krynica Zdrój wohnte.
Seine Motive fand er in Krynica Zdrój und in der Beskiden-Landschaft.  Man geht davon aus, dass er mehrere Tausend Aquarelle und Zeichnungen auf Papierabfällen wie Packpapier, Notizzetteln und Zigarettenschachteln malte, denn Geld zum Kauf von Zeichenpapier fehlte ihm. Seine Bilder versuchte  er auf der Flaniermeile an Kurgäste zu verkaufen.
Die von ihm geschaffenen Bilder findet man heute in Gemäldesammlungen der größten polnischen Museen.
Auch seine Heimatstadt Krynica Zdrój hat zur Erinnerung an den berühmtesten Maler der Stadt,  in der „Willa Romanówa“  ein Museum eingerichtet, das wir ab 10:00 Uhr besuchen konnten. Mehr Info über Nikifor.


Anschließend gingen wir zur Talstation der Bergbahn von Krynica Zdrój. Erst als der einzige  Waggon der Bergbahn „gerammelt“ voll war, setzte sich die Bahn zum Hausberg
Góra Parkowa in Bewegung. Auch am Gipfel das gleiche Bild wie in der Kurstadt: Souvenirläden und Eisdielen rund um die Bergstation.
Selbst die Tische des  Biergartens waren  bereits am Morgen gut  besetzt. Ebenso war die Riesenrutsche sehr gefragt.
Wir bemühten uns, so schnell wie möglich die blaue Markierung für den Weg zum Ort Powroźnik  zu finden.
Auf einer Anhöhe kurz vor Powroźnik  sahen wir zum ersten Mal die Bergkette  der Hohen Tatra im Dunst.
Zur Rückfahrt nach Krynica Zdrój nahmen wir den Linienbus.


Vor unserem Hotel war man am Nachmittag dabei,  Festzelte und Showbühnen für ein Musikfestival zu errichten.

Abends schien es, als verspüre jeder Kurgast den Wunsch sich auf der Flaniermeile zu präsentieren.
Entsprechendes Gedränge herrschte auf den öffentlichen Wegen.
Eine ukrainische Folkloregruppe aus Lwów (Lemberg) sang, musizierte und tanzte mehrere Stunden vor unserem Hotel.

 

Im Biergarten unseres Hotels Małopolanka (Kleine Lichtung) stimmten wir uns bei einem „goralischen Abendessen“  auf die Fortsetzung unserer Wanderung auf dem Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg) ein.

 

Unterkünfte und  Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

Der polnische „naive“ Maler Nikifor.

Denkmal im Park von Krynica-Zdrój

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ukrainische Folkloregruppe aus Lemberg

 

 

 

 

 

Mittwoch 14.08. Banica  Krynica-Zdrój  13,6 km/4:15 h

 

Lemken-Kirchen, Fotos von Verstorbenen und ukrainische Volksmusik

 

Pünktlich um 8:45 ging´s mit dem Taxi zu der von den Lemken im 18. Jh. erbauten Holzkirche St. Cosma und Damian in Banica. Vom eigentlichen Lemkendorf  Banica  sind nach der Vertreibung der Bevölkerung im Jahre 1947 nur noch ein Lemken-Haus und die griechisch-katholische Kirche erhalten. Das Gotteshaus war abgeschlossen, aber durch ein Gitter im Vorraum konnte man einen Blick auf den Innenraum und die  Rokoko-Ikonostase aus dem Jahre 1787 werfen.

Die Kirche ist wie alle Lemken-Gotteshäuser  aus Holz dreischiffig erbaut mit kleinen Fenstern und mit Holzschindeln gedeckt.

 

Nach nur wenigen Schritten erreichten wir den Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg)  – Europäischer Fernwanderweg E3 – den wir im vergangenen Jahr nur wenige Kilometer entfernt  von der ukrainischen Grenze bis Wysowa-Zdrój  gewandert sind.

 

Der rot markierte Weg verläuft zunächst aufwärts über große Bergwiesen, auf denen Kühe weideten. Nach mehrerem Auf und Ab wanderten wir  durch ein kleines Wäldchen und sahen  von einer Anhöhe aus die frühere griechisch-katholische Lemken-Holzkirche Erzengel Michael von Mochnaczka Niżna.

Die Kirche war geöffnet, weil eine Nonne und einige Helferinnen den Altar für den  bevorstehenden Feiertag Maria Himmelfahrt  schmückten.

Der Innenraum war noch prächtiger ausgestattet als die Lemken-Kirche in Banica.  Der obere Teil der Ikonostase  ist barock. In ihm ist ein Bildnis der Schwarzen Madonna von Tschenstochau. Deshalb trägt  die nunmehr katholische  Kirche auch den Namen „Pfarrkirche der Gottesmutter von Tschenstochau“.

Beeindruckt waren wir auch von dem angrenzenden Friedhof.  Auf jedem Grab waren Blumen und oftmals auch Fotos der Verstorbenen.

Beim Weitermarsch gelangten  wir über einen wackligen Holzsteg auf eine Kuhweide. Erst jetzt fiel uns auf, dass die rote Wegmarkierung nicht mehr vorhanden war. Zum Glück trafen wir auf einen Bauern, der uns auf den richtigen Weg hinwies. Wir hatten uns verlaufen.

Im Wald ging es zunächst eine längere Strecke ziemlich eben weiter, bevor  uns ein steiler Aufstieg zum Huzary  hinauf führte.  Auf dem 864 m hohen Gipfel treffen sich  sehr viele Wanderwege, trotzdem  hatten wir keine Aussicht in irgendein Tal, auch nicht auf den Ort Krynica-Zdrój.

 

In 45 Minuten erreichten wir das Zentrum von Krynica-Zdrój und wurden erneut  von der vom Vortag bekannten ukrainischen Folkloregruppe mit Gesang begrüßt.
Am Abend besuchten wir im Zentrum ein ukrainisches Speiselokal, das ähnlich wie eine slowakische Koliba erbaut und eingerichtet war.

 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

Die frühere griechisch-katholische Lemken-Kirche in Banica

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ikonostasewand mit dem Bildnis der Schwarzen Madonna von Tschenstochau

Donnerstag  15.08. Krynica-Zdrój   → Rytro (Sucha Struga) 22,3 km

 

Partisanendenkmäler, Motorradrennen und schwieriger Abstieg

 

Trotz des Feiertags Maria Himmelfahrt herrschte an der Talstation der Gondelbahn nur wenig Andrang.
Bereits nach wenigen Minuten erreichten wir den Gipfel des
Jaworzyna Krynicka mit 1.114 m.
Wir hatten die  Beskid Niski (Niederen Beskiden) verlassen und befanden uns ab Krynica-Zdrój  im  Gebirge der Beskid Sądecki (Sandezer Beskiden)


Auf der Höhe war ein ideales Wanderwetter mit Temperaturen um die  20 Grad.

Auf dem gut gekennzeichneten Weg erreichten wir nach 55 Minuten die Weggabelung Runek.  Hier trafen wir heute zum ersten Mal auf  mehrere Wanderer, die eine Frühstückspause  einlegten.

 

Mittags machten wir Rast auf der Łabowaska Hala - dort ist auch eine bewirtschaftete Berghütte (Schronisko) - die sicherlich aufgrund des Feiertags gut besucht war.

Ab der Hütte kamen wir gelegentlich an Almwiesen vorbei, von denen man  eine gute Fernsicht auf die umliegenden Täler und unter anderem auf die größere Stadt Nowy Sącz (Neu Sandez) hatte. Immer wieder sahen wir beiderseits des Weges Partisanendenkmäler aus dem Jahre 1944, die teilweise mit Blumen geschmückt waren.

Aus Nowy Sącz (Neu Sandez) kamen uns auf dem schmalen Weg Motorräder entgegen gebraust, die uns mit Lärm, Abgasen und Staub eindeckten.

In der  Chata Górska Cyrla (Cyrla-Berghütte) herrschte am späten Nachmittag noch lebhaftes Treiben.

 

Der mit 45 Minuten angekündigte Abstieg  in das Poprad-Tal geriet zum Martyrium. Innerhalb von nur 2 km mussten wir 500 Meter absteigen.  Knorrige Wurzeln und  Geröll auf dem steinigen Weg erforderten von uns höchste Aufmerksamkeit und Kraft.

Erfreut waren wir, dass uns die Inhaberin unserer heutigen Unterkunft,  „Genowefa“,  mit Schweinebraten und kleinen Klößen (Kluski) wieder aufmunterte.

 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

Die Talstation der Gondelbahn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Kammweg auf Nowy Sącz
(Neu  Sandez)

 

Freitag  16.08. Rytro (Sucha Struga)  →  Schronisko  na Przehybie   16,5 km

 

Getrennt marschieren, absolutes „Highlight” und lange Schlangen

 

Am heutigen Tag galt die Devise, getrennt marschieren und gemeinsam an der Übernachtungshütte Schronisko na Przehybie ankommen.

Klaus und Wolfgang wählten ab Rytro mit 13,5 km die blaue Markierung, Felix und Harald die 3 km weitere Variante auf dem rot markierten Weg.

Der Weg mit der  blauen  Markierung hatte den Nachteil, dass man 3,5 km auf Asphalt  durch den Ort Rytro wandern musste. Demgegenüber sind die Anstiege nur an wenigen Stellen sehr steil. Anstiege und längere flache Strecken wechseln sich ab. Aussichten in die Täler sind leider  nur wenige vorhanden.

Die rote Markierung führte zunächst  eine Stunde steil  aufwärts, vorbei an Häusern und größeren Gärten, in denen die Bewohner Gartenarbeiten verrichteten.

Nach 6,7 km in Niemcowa (1.001 m) hatten wir bereits einen Aufstieg von 700 m bewältigt. Der Weg verläuft über zahlreiche Haly (Almwiesen) mit weiten Ausblicken. Ab Wielki Rogacz bis zum Pass Przełęcz Żłobki hatten wir ständig Blick auf das Massiv der Hohen Tatra.
 

Ein steiler, anstrengend zu wandernder Geröllpfad führte zum Aussichtsturm Radziejowa 1.255 m.  Der hölzerne Turm ist wegen seiner außergewöhnlichen Aussicht ein „Highlightauf dieser Wanderetappe.

Vom Aussichtsturm gingen wir wie die meisten Wanderer zur  Schronisko na Przehybie und reihten uns in die lange Schlange vor der Getränke- und Essensausgabe ein.

 

 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

Weitere Bilder der Wanderung

 

 

Flache Wanderstrecke auf dem blau markierten Wanderweg

 

 

 

 

 

 

 

 

Absolutes "Highlight", der Aussichtsturm Radziejowa mit außergewöhnlicher Aussicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die "Schronisko na Przehybie", hier haben wir übernachtet

 

Samstag 17.08. Schronisko  na Przehybie  →  Krościenko nad Dunajcem  12 km

 

Partisanendenkmal, junges Glück und Fliegenfischer

 

Am heutigen frühen Morgen hatten wir kurz nach Sonnenaufgang einen herrlichen Blick auf das Massiv der Hohen Tatra.

Unsere Mittagspause machten wir kurz vor dem Abstieg auf den 830 m hohen Sattel Przysłop przełęcz.  Auch hier hatten wir klare Sicht auf die umliegenden Dörfer im Talbecken. Am Pass Przysłop przełęcz war die Heuernte an einem kleinen Weiler, mit einigen Schafen und Kühen, gerade im Gange. Erneut war an dem Pass ein geschmücktes Partisanen-Denkmal errichtet, diesmal sogar mit aufgezogener polnischer Fahne.

 

Nach einem steilen Aufstieg begegnete uns ein erst 3 Tage verheiratetes polnisches Paar, das mit Sandalen auf einer mit Geröll übersäten Rinne unterwegs war. Dank ihres Großvaters aus Oberschlesien sprach die Braut sehr gut Deutsch.
4 Jeeps, die wegen Holzmachens auf dem Wanderweg unterwegs waren, drängten uns vom Weg und  staubten uns noch stärker ein als die BMX-Fahrer vor 2 Tagen.

Um das Ortszentrum von Krościenko nad Dunajcem zu erreichen, mussten wir eine Brücke überqueren.

Wir hatten das Gebirge der Beskid Sądecki (Sandezer Beskiden) durchwandert und nun  das Pieniny (Pieninen-Gebirge) erreicht.

Das wahre Leben in Krościenko nad Dunajcem spielt  sich am Fluss Dunajec (Dunajetz) ab. Ein Biergarten in der Nähe der Brücke und direkt am Ufer des Flusses lud uns zu einer Erfrischung ein. Mehrere polnische Flößer in Goralentracht  kehrten von ihren Ausflugsfahrten zurück und verstauten ihre Flöße am Ufer.

Die zahlreichen  Fliegenfischer, die im Fluss Dunajec (Dunajetz) standen, inspirierten uns am Abend in dem Lokal „U Basi“ Fisch aus der Pieninen-Region zu essen.

 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder der Wanderung

 

 

 

 

Am Pass Przysłop przełęcz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fliegenfischer am  Fluss Dunajec (Dunajetz)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brücke über den Dunajec (Dunajetz)  in Krościenko

Wanderbericht: Durch die Niederen Beskiden Teil II

 

Wanderbericht: Rundwanderungen in Krościenko