Krivánska Malá Fatra (Nördliche Mala Fatra), Slowakei

 

 

 

1. Wanderbericht Wandersymbol für Wanderberichte

Der Norden Ungarns – eine wenig bekannte Region Europas

Von Sátoraljaújhely (Grenze zur Slowakei) bis ins Hernád-Tal

Im Jahre 2009 unterwegs auf dem europäischen Fernwanderweg E4 (kék-tura) − aufgezeichnet von Felix 

Donnerstag 21.05. Anreise Heidelberg nach Sárospatak

Holunderplantagen und welches Motiv befindet sich
auf einem 500 Forint Geldschein?

Denkt man an Ungarn, fällt einem sofort Budapest, der Plattensee und die Puszta ein.
Den Nordosten des Landes kennt jedoch kaum jemand. Nicht mehr die Slowakei, sondern dieser fremde Landesteil erwartete dieses Jahr „die Eisernen“ der Wandergruppe.
Dirk, Harald, Klaus, Wolfgang und ich starteten die Fortsetzung des Fernwanderweges Eisenach - Budapest um kurz nach 07.00 Uhr am Heidelberger Hauptbahnhof.

Ein Minibus brachte uns zum Frankfurter Flughafen. Um 10.30 Uhr flogen wir dann nach Budapest, wo wir pünktlich um 12.05 Uhr auf dem Flughafen Ferihegy 2 landeten.

Dort erwartete uns schon unser ungarischer Wanderfreund Béla, der uns letztes Jahr durch „sein Budapest“ führte und uns damit die Schönheiten der ungarischen Hauptstadt überzeugend nahe brachte. Béla  war unserem Wanderführer Wolfgang im Vorfeld auch bei der Keleti pályaudvar - Ostbahnhof von BudapestPlanung und Organisation der Strecke  wie z.B. Unterkünfte, Zugfahrkarten, Auswahl der Wegstrecken und Beschaffung von Wanderkarten behilflich. Ursprünglich wollte er sogar einige Tage mit uns wandern. Er musste aber leider aus beruflichen Gründen absagen. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal herzlich bei ihm für seine Hilfe bedanken. Mit ihm wurde die lange Bus- und Zugfahrt zum Ostbahnhof Keleti pályaudvar in Budapest zu einem Kinderspiel. Angesichts der schwülwarmen Luft und den überfüllten Bussen und U-Bahnzügen waren wir dafür sehr dankbar.

Im Ostbahnhof aßen wir zu Mittag und besorgten uns Forint. Ich tauschte in einer Wechselstube 50 € zum Kurs von 1 zu 216. Sehr zu meinem Nachteil, denn einen Tag später war der Kurs in einer Bank in Sárospatak 1 zu 279.

Um 15.30 Uhr verabschiedeten wir uns von Béla und fuhren mit dem Zug nordostwärts nach Sárospatak. Sonnenblumen-, Mais- und Getreidefelder wechselten sich ab. In der Ferne grüßten die waldreichen Mátra- und Bükkgebirge. Nach dem Halt in der drittgrößten Stadt Ungarns, Miskolc (180.000 Einwohner), überquerten wir den Fluss Hernád, an dessen schluchtartigen Ufern wir schon in der Slowakei (Hornád) entlang gewandert waren. Holunderplantagen im Zempliner Gebirge im Nordosten UngarnsUnweit des berühmten Weinortes Tokaj erreichten wir dann den Bodrog, der hier in die Tisza (Theiß) mündet. Später fielen uns kurz vor unserem Tagesziel, am Südrand des Zempléni - hegység (Zempliner Gebirges),  große weiß blühende Holunderplantagen auf. Auch in den nächsten Tagen kamen wir immer wieder an solchen Holunderkulturen vorbei.
Schnaps (auf der Speisekarte im Restaurant mit 44 % Alkoholanteil aufgeführt), Marmelade und Tabletten gegen Erkältungs-, Blasen- und Nierenleiden werden aus dem schwarzen Holunder hergestellt. Beeren, Blüten, Blätter und Rinde sind medizinisch nutzbar. Die schwarzen Beeren werden auch als Farbstoff in der Lebensmittel- und Textilindustrie eingesetzt. Mehr Infos zu Holunder ...

Um 19.00 Uhr trafen wir in Sárospatak ein. Tanzende Mädchen empfangen den Reisenden auf dem Bahnhofsvorplatz in Sárospatak/UngarnVor dem Bahnhof grüßte uns die Skulptur einer Mädchen-Tanzgruppe. Durch einen Park  mit vielen Bäumen, der sich bei den Schülern des nahen Kollegiums großer Beliebtheit erfreut, gelangten wir zum reformierten Kollegium, einem Gymnasium von hoher Qualität. An einer Kreuzung befand sich auf einem Holzstrommast ein großes Storchennest und der Besitzer war gerade eifrig am Klappern. In der Dobó Ferenc út 39 wurden wir mit sehr lautstarkem Gebell empfangen. Fast jedes Haus hatte einen Wachhund und beim Vorbeilaufen an den Vorgärten gab jedes Tier sein Bestes. In der kleinen Pension „Harmónia Panzió bezogen wir für zwei Nächte Quartier.

Schon eine halbe Stunde später begleitete uns wieder das penetrante Hundegebell auf Die Rückseite des 500 Forint-Scheines zeigt das Schloss von Saropatak dem Weg zu dem Lokal Vár, dem besten Restaurant von Sárospatak. Es liegt am anderen Ufer des Bodrog. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die jenseits des Flusses direkt gegenüber liegende abends beleuchtete Burg.

Wie bedeutend die Burg von Sárospatak für die Ungarn ist, sieht man daran, dass ihr Motiv auf der Rückseite des 500-Forint- Geldscheines abgedruckt ist.

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keleti pályaudvar - Vom Ostbahnhof in Budapest fahren die meisten Fernzüge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Große Holunderplantagen
am Fuße des Zempliner Gebirges

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanzende Mädchen empfangen den Reisenden auf dem Bahnhofsvorplatz in Sárospatak

 

 

 

 

 

 

 

Rückseite des 500-Forint Geldscheines: zeigt das Renaissanceschloss Rákóczi

Freitag 22.05. Stadtführung Sárospatak,   Sátoraljaújhely Makkoshotyka

Eine Hochburg klassischer Bildung, Löwen des ungarischen Freiheitskampfes und die heilige Elisabeth

 

Kurz nach dem Frühstück holte uns Frau Szabo zur Stadtführung in Sárospatak ab.  Die Stadt hat 14.886 Einwohner.

Eingang zum Reformierten Kollegium in SaropatakHohe Bedeutung hat das Reformierte Kollegium, das wir gleich am Anfang besichtigten. 14 bis 18-jährige Schüler machen an diesem Gymnasium heute ihr Abitur. In den 50 er Jahren wurde die Bildungsanstalt aus politischen Gründen geschlossen und erst 1989 mit dem Zusammenbruch des Kommunismus wieder eröffnet. 1531 erfolgte die ursprüngliche Gründung. Rákóczi I. und seine Gattin Zsuzsanna Lorantffy sorgten im frühen 17. Jh. für umfangreiche Gebäude, für ausgezeichnete Lehrkräfte und für eine Bibliothek von Rang mit einer Druckerei. Das Bildungsangebot umfasste den Grund-, Mittel- und Hochschulbetrieb. Die Schultypen wurden auch immer wieder den jeweiligen Zeitanforderungen angepasst. Auch der berühmte Pädagoge Comenius („Orbis sensualium pictus“), auf dessen Spuren wir bereits in Fulnek und Levoča in der Slowakei gestoßen waren, unterrichtete hier. Im Laufe der Jahrhunderte blieb das Kollegium ein prägender Faktor der Stadt. Die Geisteswissenschaften, Jura und Pädagogik ragten besonders heraus. Patak (alter Name für Sárospatak) wurde zur Hochburg klassischer Bildung. Vor allem der ungarische Adel schickte seine Kinder hierher. Aufgrund des anspruchsvollen Englischunterrichts wurde die Stadt auch In der Bibliothek des Reformierten Kollegiums in Sarospatak mit seinen 30.000 alten Büchernals „ungarisches Cambridge“ bezeichnet.  

Uns beeindruckte während der Führung vor allem die Bibliothek. Die wertvollen alten Bibelübersetzungen, u. a. von Luther, auf Arabisch, Jüdisch und in Sanskrit fielen besonders auf. An der Decke sind Gemälde von Minerva und Apollon, die Wände sind holzgetäfelt. 2006 konnten 85 % der Buchraritäten, die 1945 von der sowjetischen Armee geraubt wurden, wieder beschafft werden.

Beim weiteren Stadtrundgang gelangten wir vor der Burgkirche zu der Bronzestatuengruppe der heiligen Elisabeth und ihres Mannes, dem Landgrafen Ludwig. Das von Imre Varga geschaffene Denkmal zeigt die heilige Elisabeth mit ihrem Mann bei einem Besuch in SarospatakElisabeth soll in Sárospatak 1207 als drittes Kind des ungarischen König Andreas II. und von der bayrischen Herzogin Gertraud aus Andechs – Meranien geboren worden sein.
Beeinflusst von dem Franziskanerorden errichtete sie in Marburg/Lahn ein Spital. Dort verstarb sie bereits mit 24 Jahren. Die heilige Elisabeth zählt zu den herausragendsten Frauen der europäischen Geschichte. Ihr Leben wurde zum zeitlosen Ideal für Humanität und Nächstenliebe. Tausende von Kirchen, Zehntausende von Krankenhäusern und Altenheimen wurden nach ihr, der bekanntesten und verehrtesten ungarischen Frau, benannt.
 
Im System der europäischen Kulturwege verbindet der „Weg der heiligen Elisabeth“ die Erinnerungsorte, an denen sie gelebt bzw. vorbeigereist sein könnte. Der Fernwanderweg Eisenach – Budapest, auf dem wir unterwegs sind, folgt den Spuren dieser berühmten Frau.

Unweit der Bronzeplastik der hl. Elisabeth erreichtenInnenhof des Renaissanceschlosses Rákóczi in Sárospatak wir die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, das Renaissanceschloss Rákóczi oberhalb des Flusses Bodrog. Im 15. Jh. wurde der Vörös-torony (Rote Turm) errichtet, 1540 zum Renaissance-Wohnturm und Mitte des 17. Jh. zum Schloss umgebaut. Wehranlagen waren mit Teilen der Stadtbefestigung verbunden.
Der gesellschaftliche Aufstieg der kleinadligen Familie der
Rákóczi erfolgte während der Türkenkämpfe.
György I. Rákóczi (1593-1648) erwarb 1616 durch seine Heirat mit Zsuzsanna Lor
ántffy Sárospatak. Die Ehefrau Lorántffy unterstützte nach dem Tod ihres Mannes Wissenschaft und Protestantismus. Damit ging von der Residenz der Rákóczi in Sárospatak im 17. Jh. landesweit eine kulturelle und künstlerische Ausstrahlung aus.

Unterkünfte und Wanderstrecke

Weitere Bilder vom Zemplinger Gebirge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reformiertes Kollegium - das wichtigste geistige Zentrum des Kalvinismus in Ungarn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Prunksaal der Bibliothek des Reformierten Kollegiums sind 30.000 Bücher ausgestellt.

 

 

 

 

 

 

Die Heilige Elisabeth könnte in Sárospatak 1207 geboren sein.
Auf dem Denkmal von Imre Varga  ist sie mit ihrem Mann Ludwig von Thüringen abgebildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innenhof des Renaissanceschlosses Rákóczi in Sárospatak

 

 

Nach der Niederschlagung des Aufstandes setzten die Habsburger verschiedene Adelsgeschlechter als Schlossherren ein. 1702 wurden die Befestigungsanlagen auf kaiserlichen Befehl geschliffen.

Die Erinnerungen an die ruhmreiche Zeit der Rákóczi und die Kuruzenkämpfe werden Besuchern heute im Burgmuseum (Rákóczi-Museum und ungarisches Nationalmuseum) anschaulich dargeboten.Blick vom Roten Turm auf Sárospatak und dem Zempliner-Gebirge

Im Rahmen unseres Burgbesuches besichtigten wir den Palas, Keller, Lagerräume und Wehranlagen mit Schießscharten. Sehr empfehlenswert ist der Aufstieg auf den Roten Turm. Ein Rundgang dort über die Wehrmauern bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt, den Fluss und die umliegenden sanften Konturen der Zempliner Berge.

Unweit der Burg lädt auch ein sehr großer Tokajergewölbekeller zur Besichtigung ein. Tokajer wurde zu Zeiten der Rákóczi zum Grundstein des Wohlstandes in Oberungarn. besonders beliebt war er an europäischen Fürsten- und Königshöfen. Tokajer, sagte man, sei der Wein der Könige.

Im Haus der Kultur verabschiedeten wir uns von Frau Szabo. Wir bedanken uns auch an dieser Stelle noch einmal für die interessante Führung. Sáróspatak ist wirklich einen Besuch wert.

Bei Sátoraljaújhely haben wir unsere Wanderung auf dem E4 (kek-tura) fortgesetztMit dem Taxi fuhren wir dann in Richtung Sátoraljaújhely. An einem Waldhang erreichten wir den "Kék-túra"-Wanderweg (europäischer Fernwanderweg E4). Schmale, mit Laub bedeckte Pfade erwarteten uns. Nur leichte An- und Abstiege waren zu bewältigen. Junge Buchen- und Eichenwälder wechselten sich ab. Glockenblumen und eine Zikade weckten unsere Neugier. Immer wieder rief ein Kuckuck. Fast schien es, als ob das Tier vor uns her flöge. Dadurch wurden wir aber auch auf andere Vogelstimmen aufmerksam. Buchfinken, Amseln, Drosseln, Fitislaubsänger, Heckenbraunelle, Meisen und Buntspechte waren zu hören. Einmal waren auch ein Eichelhäher sowie der Ruf von Grün- und Schwarzspecht Rast an einer Holzdatscha mit Ochsenkopfskelettzu vernehmen. An vier Buntspechthöhlen kamen wir vorbei, aus denen die Jungen heftig um Futter bettelten. Eine noch flugunfähige Jungamsel flüchtete am Wegesrand. Mitten im Wald erreichten wir dann eine große Wiese mit einer Holzdatscha. Auf einer Holzterrasse waren zwei Beobachtungskameras vor der Eingangstür angebracht. Kirschbäume lockten uns mit ihren reifen Früchten verführerisch an. Auf einem Holzpfahl war ein Ochsenkopfskelett befestigt. Wasser gab es auch aus einem Brunnen. Auf zwei Holzbänken legten wir hier eine ausgiebige Rast ein.

Auch die Fortsetzung des Weges führte im Laubwald entlang mit vielen Blumen. Damit blieb uns auch das lebhafte Vogelkonzert erhalten. Ein Hohlweg mit tiefen Rinnen war, Im Nordosten Ungarns sind hauptsächlich Laubwälder anzutreffenden Reifenspuren nach zu urteilen, der ideale Mountainbikeparcours. Die gesamte Wegstrecke erwies sich als sehr trocken und staubig, auch an den folgenden Wandertagen. Öfters waren im Boden tiefe Risse zu sehen. Wie wir abends erfuhren, hatte es seit drei Wochen nicht mehr geregnet.

Andere Wanderer begegneten uns keine. Im Schlussteil der Halbtagestour ging es dann über große Wiesen. Offensichtlich handelte es sich um Brachland, das nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurde. Als „Pionierpflanze“ zeigte sich die Heckenrose, die sich hier zahlreich ausbreitet. Für Singvögel bot dies wiederum einen idealen Lebensraum. Finken, Meisen und einen Neuntöter bekamen wir zu Gesicht. Auch ein Sperber lauerte im Rüttelflug auf Beute. In einem kleinen Kiefernwäldchen hatte wohl erst vor wenigen Tagen ein Waldbrand gewütet. Büsche, Bäume und der Grasboden waren verkohlt bzw. angebrannt. In Makkoshotyka warteten wir dann an der Bushaltestelle auf den Bus zurück nach Sárospatak.
Neugierig betrachteten uns eine Gruppe von Schulbuben, ca. 10 Jahre alt. Obwohl wir uns nicht verständigen konnten, sie sprachen kein Englisch bzw.
Ein Dorfjunge in Makkoshotyka lernt durch uns seine ersten Wörter in DeutschDeutsch und wir kein Ungarisch, machten wir mit ihnen Späße und Faxen. Auf Deutsch sagten wir  Sätze und sie sprachen sie nach, was sich fremdartig anhörte. bereits nach zehn Minuten hatten wir ein Lied gedichtet und sie sangen begeistert „Ouagadougou Afrika“. Unsere leeren Wasserflaschen füllten sie an einer nahen Wasserpumpe. Fast in jedem Dorf trafen wir auch an den folgenden Tagen auf diese öffentlichen Wasserpumpen. Bei dem staubigen 25 ° C warmen Wetter war das Trinkwasser bei uns sehr begehrt.

Wolfgang machte von jedem der Buben noch ein Bild mit seiner Digitalkamera und jeder durfte es gleich anschauen.

Bei dem schönen Wetter setzten wir uns später in Sárospatak noch in einen Biergarten. Im Garten des Lokals befand sich in einem Hundezwinger ein großer Blick vom Roten Turm auf den Fluss Bodrog und auf das Restaurant Vár in SárospatakSchäferhund, der unruhig bellend am Zaun auf und ab lief. Plötzlich nahm er Anlauf, stemmte sich mit seinen mächtigen Vorderpfoten auf die hölzerne Zwingertür und sprang darüber. Wir dachten schon, jetzt beißt er uns. Schwanz wedelnd kam er jedoch heran und beroch jeden von uns ausgiebig. Dann legte er sich friedlich unter dem Nachbartisch nieder. Der Wirt erzählte uns, der Hund heiße Cäsar und reiße ab und zu aus.

Das Abendessen genossen wir später abends wiederum im Lokal Vár gegenüber der beleuchteten Burg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Roten Turm auf Sárospatak . Im Hintergrund sieht  man das Zempliner Gebirge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor Sátoraljaújhely hatten wir im letzten Jahr die Wanderung beendet.  Wir wandern nun auf dem Fernwanderwege E4 in Richtung Budapest

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzdatscha  mit Ochsenkopfskelett

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Laubwald war übersät mit Blumen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Makkoshotyka:
Dorfjunge lernt seine ersten Sätze in Deutsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenüber der Burg am  Fluss Bodrog ist das Restaurant Vár, das beste in Sárospatak

Samstag 23.05.  Makkoshotyka       Regéc

 

Vogelscheuchen, Kuckucksruf und Palinka (Obstschnaps)

 

Pünktlich um 8:00 Uhr stand der Taxifahrer vom Vortag vor unserer Pension. Er fuhr uns wieder etwa 10 km zum europäischen Fernwanderweg E4. Unterwegs besichtigten wir kurz noch einmal eine große Holunderplantage. Am Ortsrand von Makkoshotyka fanden wir sofort das blau-weiße "Kék-túra"- Wanderzeichen.
Heute stand die erste längere Wanderstrecke von immerhin 26 km bevor. Bei 25° – 26° schönem Wanderwetter herrschten beste Bedingungen.

Unser Wanderführer Wolfgang Hand in Hand mit einer VogelscheucheFasziniert waren wir zunächst von zahlreichen Vogelscheuchen, die am Ortsende ein Maisfeld vor Wildfraß schützen sollten. Holzkreuze waren phantasievoll bunt mit alten löchrigen Hemden, Hüten und zweimal sogar mit Hosen menschenähnlich bekleidet. In der Dunkelheit konnte man schon meinen, es seien Personen. Auch bei der Belagerung von Eger (Erlau) im Jahre 1552  durch die Türken täuschten die Verteidiger die Angreifer durch solche menschlichen Attrappen. Auf dem Maisfeld bestand der Kopf einer Vogelscheuche aus einem Eimer, den wir abwechselnd spaßeshalber durch unsere eigenen Köpfe ersetzten. In der Slowakei waren wir auch öfters auf solche Wildscheuchen gestoßen. Dort hat man eine Vorliebe für leere Plastikflaschen. Sie hängen auch an Holzkreuzen und erschrecken beim Schaukeln im Wind durch Geräusche das Wild bzw. Vögel. Besonders Kindern macht das kreative Bauen und Aufstellen von Vogelscheuchen riesigen Spaß und dies ist für jeden Kindergarten ein tolles ErlebnisKuckuckskind

Das Lachen verging uns jedoch rasch, denn jetzt gleich am Anfang ging es einen Pfad im Buchenwald steil nach oben. Abwechslung brachten zwei Kuckucke, die uns fast eine dreiviertel Stunde mit ihrem „Glücksruf“ unterhielten. Vielleicht war es ein Pärchen und das Weibchen hatte gerade ein eigenes Ei fremden Vogeleltern „untergejubelt“. Der Ruf des Kuckucks soll aber auch Glück bringen und da wir alle Geld bei uns hatten, auch für weiteren Reichtum sorgen.

Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir Cifra kút, eine Quelle mit einer hölzernen Sitzgruppe. Hier machten wir spontan eine kurze Pause.Hinweisschild zum Naturschutzgebiet Zempléni - hegység (Zempliner Gebirge) Auf breiten mit Waldfahrzeugen befahrenen Wegen marschierten wir dann weiter.
Eichen- und Buchenwälder wechselten sich ab. Der Hauptanstieg der Tagesstrecke war bald darauf geschafft und kurzfristig wurden wir mit einem schönen Berg- und Talblick über das Zempléni - hegység (Zempliner Gebirge) belohnt. Nur noch lang gezogene kleinere An- und Abstiege lagen jetzt vor uns. Da fast nur im Wald gewandert wurde, war die Tageshitze kaum zu spüren. 26.500 ha des vulkanischen Zempliner Gebirges sind Landschaftsschutzgebiet. Hier sind die meisten Raub- und Wildtiere Ungarns wie z. B. Wölfe, Luchse, Eulen, Wildschweine, Rothirsche, Rehe und Mufflons vorzufinden. Auch Pilz- und Orchideenarten kommen sehr vielfältig vor. Öfters sahen wir Hirschspuren. Goldammer, Buntspechte und verschiedene Finkenarten hörten wir aus den vielen Vogelstimmen heraus.

Während Klaus, Dirk und ich Mittagsschlaf auf einer sonnigen Wiese hielten, rasteten Harald und Wolfgang an einer Quelle mit einer verfallenen Holzschutzhütte. Zweimal kamen uns heute sogar Wanderer entgegen, was auf den weiteren Etappen selten der Fall war. Kurz nach 17.00 Uhr war noch ein kleiner felsiger Abstieg zu meistern und dann hatten wir den kleinen abgelegenenPension Veronika in Regec Ort Regéc, unser Tagesziel, erreicht.

Vor unserer Unterkunft „Veronika Panzió“ genossen wir bei dem schönen Wetter noch ein kühles Bier. Nach dem gemeinsamen Abendessen lud uns der Pensionsinhaber noch zu einer Runde Palinka (Obstschnaps) ein. Da wir jedoch kein Ungarisch sprechen und unsere Gastgeber nur diese Sprache beherrschen, blieb die Kommunikation mit ihnen leider begrenzt.

Trotz des nächtlichen Froschgequakes aus den beiden Gartenteichen schliefen wir wie die Murmeltiere. Die Kondition in unserer Truppe stimmte und die erste längere Wanderstrecke wurde problemlos bewältigt.

Unterkünfte und Wanderstrecke

Weitere Bilder vom Zemplinger Gebirge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Wolfgang
Hand in Hand mit einer Vogelscheuche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuckuckskind

© hagir 25/ pixelio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweisschild zum Naturschutzgebiet im Zempléni - hegység
(Zempliner Gebirge)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veronika Panzió**
in Regéc

Sonntag 24.05.  Regéc   Boldogkőváralja

 

Rotes Gold, ein trockenes Bachbett und Burgenromantik

 

Zwei große Teller mit bunten Paprika, rot, grün und gelb, lachten uns zum Frühstück an.
 

 

Gewürzpaprika (rotes Gold) verleiht der ungarischen Küche ihre unverwechselbare Geschmacksnote und stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Im August wird der Paprika geerntet. Nach dem Pflücken werden die kleinen roten Schoten auf langen Schnüren getrocknet und dann fein gemahlen. Je nach Schärfe unterscheidet man fünf Geschmacksrichtungen. Delikatess-Paprika, Edelsüß, Halbsüß, Rosenpaprika,  sowie Zum Frühgstück in Ungarn gibt es PaprikaScharfpaprika (Kirschpaprika) von bräunlich-roter Farbe, der brennend scharf ist.
Die ersten Paprikasamen kamen mit den Schiffen des Kolumbus aus Amerika nach Europa. Besonders in Südungarn findet der Paprika hervorragende klimatische Bedingungen vor.

Das heutige landestypische Frühstück bestand neben dem Paprika noch aus Tomaten, Käse- und Wurstscheiben, Butter, Marmelade und weißem Brot. Der Kaffee (kávé) ist für deutsche Gaumen gewöhnungsbedürftig. Ich bin deshalb wie schon in der Slowakei zum Teetrinker geworden.

Ein Blick aus dem Fenster zeigte bestes Wanderwetter, sonnig und jetzt am Morgen schon 19° C. 17 km waren heute zu wandern. Ein lang gezogener 325 m Aufstieg und dann fast nur noch abwärts (- 562 m). Eile war deshalb nicht geboten.
Auf der Dorfstraße von
Regéc grüßte eine alte Frau, die auf dem Weg in die kleine Kirche war. Ich empfand Mitleid mit ihr, denn ihr Oberkörper, Burgruine in RegécBrust Hals und Kopf, bildete fast einen 90° Winkel zum Unterkörper. Welch schwere Last hatte diese Frau so sehr krumm werden lassen? Auch bei noch einem älteren Mann fiel mir der ebenfalls stark gekrümmte Rücken auf. Wahrscheinlich hatte die lebenslange harte körperliche Arbeit in der Landwirtschaft diese kranken Rücken geschaffen.

Vom unteren Ortsende aus sahen wir vor uns auf einem bewaldeten Berg die Burg von Regéc (Regéc vára). Zunächst ging es zu ihr über Wiesen aufwärts. Bald darauf wechselten wir auf einen breiten ungeteerten Fahrweg im Laubwald, der Zufahrt zur Burg. Wir merkten, dass heute Sonntag war, denn es waren, für uns ganz ungewohnt, auch andere Spaziergänger und Wanderer unterwegs. Oben angelangt, nach ca. zwei Stunden, den kurzen Weg rechts zur Burg liefen wir nicht, blieben wir zunächst auf dem Höhenweg,Typische Dorfhäuser mit einem Rundgang in Mogyoróska, Ungarn der aber bald rasch nach unten ins Dorf Mogyoróska führte. Kurz vor dem Ort trafen wir auf eine Schulklasse, die wohl hinauf zur Burg von Regéc wollte.
In einer Seitenstraße kamen wir an einer Gruppe von Arbeitern mit einem kleinen Bagger vorbei, die gerade ein Ersatzrohr in die Wasserleitung einbauten. Eine verschlammte Wiese führte uns weg vom Dorf zu einem fast ausgetrockneten Bachbett. Nur einige tiefere Löcher waren noch mit Wasser gefüllt. Auch hier hatte die dreiwöchige Trockenheit ihre Spuren hinterlassen. Etwa zwei Stunden marschierten wir mal rechts, mal links auf schmalem Pfad den „leeren“ Bach entlang. Die Abgeschiedenheit, der Laubwald und die vielen Büsche bieten für Vögel das ideale Brutgebiet. Kuckuck, Buchfink, Amsel, Drossel, Häher, Laubsänger, Nachtigall und sogar ein Fasan waren zu hören. Ein kleines Haus am Wegesrand
Kriegerdenkmal aus Holz in Arka, Ungarnweckte unsere Neugier. Fenster und Türen waren eingetreten und das Innere zeigte sich leer und verdreckt. Nach einer kleinen Rast erreichten wir bald danach das Ende des Wanderpfades entlang des trockenen Bachbettes. Leicht aufwärts durch Buschwerk stießen wir dann auf eine Teerstraße, an der sich mehrere Walnussbaumplantagen befinden. Auf einer frisch gemähten Wiese machten wir ausgiebig Mittagspause, wobei auch unser geliebtes Mittagsschläfchen nicht zu kurz kam........

Über den Friedhof erreichten wir dann den Ort Arka. Das Friedhofsgelände befindet sich auf einer abschüssigen Wiese und ist weder umzäunt noch ummauert. Auf vielen Grabsteinen bzw. Holzkreuzen sind Bilder der Verstorbenen zu sehen. Vor einigen Gräbern standen auch Holzschemel zum Sitzen für die Angehörigen. In der Dorfmitte befindet sich ein großes Kriegerdenkmal mit einem Soldaten in Militäruniform.

Unterkünfte und Wanderstrecke

Weitere Bilder vom Zemplinger Gebirge

 

 

 

 

Zum Frühstück gab es scharfe Früchtchen:
Spitz-Paprika

 

 

 

 

 

 

© wrw14/ pixelio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Burgruine von Regéc.
Die Festung wurde nach den Kuruzen- Aufständen von den Habsburgern gesprengt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Typisches Dorfhaus
mit einem überdachten Rundgang in
Mogyoróska

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kriegerdenkmal im Zentrum von Arka

 

Glücklicherweise fuhren fast keine Autos, denn erst nach einem weiteren dreiviertel Stunde Weinort Boldogköváralja im Hernad-TalFußmarsch auf einer Teerstraße gelangten wir an unser Tagesziel, Boldogkőváralja. „Boldog“ heißt glücklich und „“ bedeutet Stein. Das Weindorf hat knapp 2.000 Einwohner. Die besten Weine der Region können hier probiert werden. Hauptattraktion ist jedoch die eindrucksvolle märchenhafte Burg, die oberhalb des Ortes auf einem mächtigen Felsgesims thront und beim Anblick von unten wie nahtlos mit dem Gestein verwachsen zu sein scheint. Für einen mittelalterlichen Ritterfilm die ideale Kulisse.

Schwierig gestaltete sich für uns die Suche nach unserem Übernachtungshotel, da in diesem Weinort  die Häuser nicht immer nach aufeinander folgenden Hausnummern angeordnet sind. Nach längerem Fragen und Umherirren standen wir dann endlich am Ortsende unterhalb der Burg vor dem gesuchten Haus. Übernachtet wurde in Holzhütten im Garten.

Bei dem schönen Wetter war es keine Frage, die Burg Boldogkö vára aus dem 13. Jh. noch zu erklimmen.
Quer durch die Felder, teilweise Weinreben und Mauern aus Feldsteinen, ging es direkt vom Hotel aus nach oben. Besonders der zahlreiche Klatschmohn vermittelte im unteren Teil auf den braunen Feldern ein malerisches Bild.

 

 

Weinort Boldogkőváralja im Hernád-Tal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klatschmohn

─ enthält nicht die Inhaltsstoffe des Schlafmohns.

Die Boldogkö vara in Ungarn im NachmittagslichtWie in einem Märchen, die Burg Boldogkö vara in Ungarn

 

 

 

 

Wie eine Ritterburg aus dem Märchen: die Boldogkö vára

 

Rundumblck von der Burg Boldogkö vara in das Hernad Tal und den Ort BoldogkövaraljaNach zwanzig Minuten war auch der felsige steile obere Streckenabschnitt überwunden und die Außenmauer der Burg erreicht. Jetzt, am Spätnachmittag, bot sich ein sagenhafter Rundblick auf das Hernád-Tal mit dem Dorf und auf die umliegenden Berge des Zempliner-Gebirges. Im Inneren der Burg befinden sich ein Andenkenladen und ein kleines Museum mit alten Schriften, Waffen und Münzen. Ein hölzerner Wehrgang war leider teilweise gesperrt. Die Burg Boldogkö (glücklicher Stein) wurde im 13. Jh. erbaut. Im Kuruzenaufstand wurde sie von den Aufständischen 1678 erobert. 1702 sprengten die Habsburger das mächtige Bollwerk der Siebenbürger Fürsten.

Mit einem guten Glas Rotwein aus der hiesigen Region Tokaj  ließen wir dann abends im Garten vor unseren Holzhütten den Tag gemütlich ausklingen. 

 

 

 

Blick von der Boldogkö vára auf  Boldogkőváralja im Hernád-Tal

 Montag 25.05.  Boldogkőváralja Forró-Encs im Hernád-Tal

 

Eile mit Weile, Akazienduft und Mähglück eines Roma

 

Schon um 07.45 Uhr nahmen wir in aller Eile unser Frühstück ein. Wolfgang drängte zum Aufbruch, eine Zugverbindung um 12.11 Uhr müssten wir unbedingt erreichen. Harald und ich beruhigten ihn. Mit unserem 6-km-Schritt/Stde. sei das doch kein Problem.

Der weit außerhalb des Dorfes liegende Bahnhof von BoldogköváraljaSchon um 08.10 Uhr standen wir alle marschbereit am Hoteleingang und warfen einen letzten Blick zur Burg hinauf. Im straffen Tempo liefen wir dann längere Strecken auf wechselnden Teerstraßen entlang. Links und rechts am Straßenrand leuchteten größere Klatschmohnbestände. Wir passierten den kleinen einsamen Bahnhof von Boldogköváralja, der weit außerhalb liegt. Bereits nach einer Stunde erreichten wir den Ortsrand von Hernádcéce. Weiter ging es von hier auf einem ruhigen Höhenweg zwischen Wiesen entlang. Bald löste rechtsseitig ein großes Akazienwäldchen die Grasflächen ab. Ein leichtes Brummen erfüllte die Luft. Tausende von Bienen waren in den Kronen der Scheinakazien auf Honigsuche.

Der stramme Wanderschritt brachte uns weiterhin zügig voran und erst am Rand des Dorfes Gibárt legten wir eine kleine Pause ein. Mit einer Handpumpe schöpften wir Frischwasser aus einer öffentlichen Wasserstelle. Bei den herrschenden 28 ° C eine Wohltat.Der Fluss Hernad (slowakisch Hornad) beim Ort Gibart in Ungarn wird überquert

Keine Viertelstunde später tauchte ich meine Hände in das vertraute Wasser des Gebirgsflusses Hernád (slowakisch Hornád), an dessen Ufern wir bereits im slowakischen Paradies längere Wanderungen unternommen haben. Hier in Gibárt ist der Fluss im Sommer zwar flach, aber doch ca. 25 Meter breit.
Über eine Brücke mit Eisengeländern gelangten wir auf die andere Dorfseite. Zu unserer großen Freude konnten wir jetzt auf einem wenige Meter breiten geteerten Fuß- und Radweg neben der Fahrstraße weiterlaufen.

Erinnerungen an Sárospatak wurden jedoch sogleich wach. Fast in jedem Vorgarten der Häuser bellten drohend Wachhunde. Knurrend verfolgten sie uns die Zäune entlang bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze. Von Gibárt waren es dann noch fünf Kilometer bis zum Bahnhof in Forró-Encs, wo wir um 11.10 Uhr eintrafen. 16 km hatten wir also in drei Stunden bewältigt (5,3 km/h), und das bei der Hitze. Viel zu früh waren wir angekommen. Wie sich jetzt herausstellte, fuhr der Zug nach Miskolc erst in einer Stunde ab. Für eine Mittagspause war also jetzt nach dem Eilmarsch viel Zeit (Eile mit Weile).

In der Bahnhofsgaststätte von Forró-Encs aßen wir eine Suppe und sahen einem jungen Roma zu, wie er das hohe Gras draußen am Bahngelände abmähte. Wahrscheinlich tat er diesFelix als Mäharbeiter in Aktion im Auftrag der Stadt. Ich kam mit ihm ins Gespräch. Obwohl er nur ungarisch sprach, zeigte er mir durch Gesten, dass er drei kleine Kinder habe und sehr arm sei. Er heiße Laszlo. Am Bahnhofskiosk kaufte ich ihm auf seinen Wunsch hin eine Flasche Bier, Zigaretten und Kekse für seine Kinder. Im Gegenzug dafür durfte ich mit der Sense Gras mähen. Es erinnerte mich an meine Kindheit auf dem Bauernhof meines Großvaters, wo ich öfters Hasenfutter mit der Sense, anfangs mit einer Sichel, holen musste. Laszlo nickte mir nach zehn Minuten anerkennend zu, ich hatte doch auch schon viel Gras sauber abgemäht. Kurz bevor der Zug einfuhr, kam er uns noch auf den Bahnsteig nach und bat um ein Handy als Geschenk. Diesen Wunsch konnten wir ihm jedoch nicht erfüllen.

Unterkünfte und Wanderstrecke

Weitere Bilder vom Zemplinger Gebirge

 

 

 

 

 

Der weit außerhalb liegende Bahnhof von Boldogkőváralja

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein alter Bekannter aus der Slowakei:

Der Fluss Hernád in Gibárt /Ungarn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landschaftspfleger Laszlo im Glück:
Felix nahm ihm die Mäharbeiten ab

 

Fortsetzung des Reiseberichts